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 Betreff des Beitrags: Entwickelt man seinen eigenen Stil?
BeitragVerfasst: 17. Jun 2019, 08:42 
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Registriert: 25. Jun 2016, 07:18
Beiträge: 9
Hallo,

meine Frage mag vielleicht etwas seltsam vorkommen und ich bin nicht sicher, ob das verständlich rüber kommt.

Es gibt ja mittlerweile zig Tarotbücher, in denen hunderte Arten die Karten zu legen beschrieben werden.

Heißt, z.B. ein Autor ist der Meinung, dass wenn mehr als 3 Große Arkana in einer Legung vorkommen, ein tieferer Sinn in der Legung entdeckt werden will.
Ein anderer Autor wiederum deutet die Hofkarten als Anteile der Persönlichkeit des Kartenlegers.
Wieder ein anderer Autor deutet Hofkarten nur als rein reale Personen.

Was ich mich frage: Ist es letztendlich also vollkommen an mir wie ich eine Legung deute?

Ich bin eher ein Kopfmensch und bin so veranlagt, dass ich immer alles genau verstehen und in Schubladen packen will.

Wie kann ich also sicher sein, dass ich eine Legung richtig deute, wenn 5 verschiedene Leute, diese Legung möglicherweise ganz anders deuten würden,
weil sie jede Karte anders interpretieren?

Natürlich habe ich auch meine eigene Art Karten zu legen, aber immer wenn ich mir Deutungen von anderen hier im Forum durchlese, denke ich mir:
Hm, so machst du das ja eigentlich gar nicht. Also kann es sein, dass mir die Tarotkarten vielleicht auch Botschaften schicken wollen, die ich nicht erkenne,
WEIL ich sie eben so nicht verstehe?


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BeitragVerfasst: 19. Jun 2019, 21:49 
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Registriert: 8. Mai 2019, 18:15
Beiträge: 9
Hallo,

aufgrund der Synchronizität als Basis von Divination sollte jeder Kartenleger auf seine eigene Art uns Weise deutet und auch die entsprechenden Karten erhält.

Die Deutung der Karten sehe ich als nicht völlig frei für jeden. Die Grundaussagen der Karten sollten sich schon decken, und alles, was ich bisher gelesen habe, stützt dies auch. Auf der anderen Seite kann jeder auch eigene Lesarten entwickeln - das wird von Leuenberger zB ausdrücklich auch so geschrieben.

Hinzu kommt, dass die Deutung auch kontextabhängig erfolgen kann oder sogar muss.

Und ja, natürlich kann es sein, dass einem etwas entgeht, weil man es übersieht oder nicht genug Kenntnisse hat.


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BeitragVerfasst: 23. Jun 2019, 10:45 
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Registriert: 8. Apr 2009, 11:47
Beiträge: 625
Wohnort: Ruhrpott
Aloha!

Das ist eine schwierige Frage, finde ich. Zunächst sehe ich es auch so, dass die Karten gewisse Grundbedeutungen haben, die auch in der Literatur weitestgehend übereinstimmen. An die können wir uns halten und werden nie kilometerweit daneben liegen.

Aber im Laufe der Zeit entwickeln wir eigene Bedeutungen, die ergänzend dazu kommen, weil wir auf unsere Lebenssituationen legen, Antworten bekommen und die Karten so mit dem verknüpfen, was in unserem Leben so passiert. Dadurch entwickeln wir andere Schwerpunkte bei bestimmten Karten. Wenn wir diese Schwerpunkte später in der Deutung ansetzen, kann es hilfreich sein - oder uns total in die Irre führen, weil diese eine Bedeutung hier nicht zum Tragen kommt.

So ist es uns überlassen, diese speziellen Zusatzdeutungen von uns selbst oder von den Autoren, die wir gelesen haben, im Hinterkopf zu behalten und zu gucken, ob sie in diesem Moment passen oder auch nicht.

Hab ich mich verständlich ausgedrückt? Ein kleines persönliches Beispiel: die 8 der Schwerter.
2003 habe ich die Karte als Ergebnis eines "Nächsten Schrittes" gezogen und hab mich gewundert: Handlungsunfähigkeit? Was sollte da passieren? Eine Woche später steckte ich mitten in der Falle, die meine Bürokollegin für mich aufgebaut hatte und die ich nicht kommen gesehen hatte. Sie lebte damals in einer Fernbeziehung und wollte gern allein im Büro sitzen, damit sie den ganzen Tag privat telefonieren konnte. Sie hatte Erfolg mit ihrer Aktion und ich wurde versetzt. Es ging den 8 Schwertern also nicht nur um Handlungsunfähigkeit, sondern vor allem um Blindheit für die Gefahr, in der ich mich befand. Ich habs damals immer noch nicht gerafft, war immer noch blind. Erst als ich Wochen später eine weitere Kollegin im Fahrstuhl traf, die mir nachrief: "Seit Du nicht mehr bei N. im Büro sitzt, bist Du viel entspannter drauf!" hab ich es kapiert.

Seitdem lege ich, wenn ich die 8 Schwerter ziehe, immer einen Fokus auf Betriebsblindheit und gucke, wo ich etwas übersehe. Natürlich trifft das nicht immer zu, und auf Euch trifft dieser Schwerpunkt vielleicht gar nicht zu.

Also von daher meine Antwort auf die Frage: "Entwickelt man seinen eigenen Stil?" Ja, auf jeden Fall, wenn man die Legungen, die man für sich und andere gemacht hat, im Blick behält und guckt, wie sich die eigenen Deutungen letztlich in der Realität zeigen.

Habt einen schönen Sonntag und passt in der kommenden heißen Woche gut auf Euch auf!

LG, C.C.

_________________
Und ist der Fettnapf noch so klein,
es passen beide Füße 'rein.

"Ich weiß, ich bin ein wenig lang.
Aber wenn Sie wüßten, wie gut ich mich amüsiere, indem ich Sie langweile!"
(Denis Diderot, "Ästhetische Schriften")


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BeitragVerfasst: 8. Jul 2019, 12:03 
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Registriert: 25. Jun 2016, 07:18
Beiträge: 9
Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

Sie helfen mir sehr.

(Und sorry für die späte Antwort).


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BeitragVerfasst: 17. Aug 2019, 22:13 
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Registriert: 17. Jun 2009, 15:00
Beiträge: 16
Hallo,

ich schließe mich erstmal Cynthias Ausführungen komplett an :-) und möchte hinzufügen, daß vielleicht das beste Mittel beim Lernen das Tarot-Tagebuch ist. Wenn man darüber reflektiert, welche Karten man in welchen Kontext wie interpretiert hat, und was dann wirklich passiert ist, dann kriegt man ein eigenes Gefühl für die Karten. Besser als jedes Buch.

Ich bin inzwischen so weit, daß ich beim Durchlesen eines Buchs intuitiv weiß, ob ich mit AutorInnen übereinstimme oder nicht. Ich trete praktisch sofort in einen inneren Dialog ein und knurre: waaas, so sehe ich den Eremiten aber gar nicht :-D

Der eigene Stil entwickelt sich immer weiter, das ist wie bei der Kindererziehung, die Kinder werden größer und man paßt den Erziehungsstil dementsprechend an. Einer 16jährigen kann ich den Kummer nicht wegpusten. Wie in der Kunst, wenn man dazulernt, ändert sich der Stil. Aber das bedeutet nicht, daß der "Anfängerstil" schlecht war, im Gegenteil, eine gewisse Frische beim Angucken der Karten tut immer gut. (Man kann sich die natürlich wieder holen, indem man neue Kartendecks ausprobiert).

Durch das Hinschreiben und Wiederlesen zeige ich mir selbst, daß ich meine eigene Interpretation nicht weniger ernst nehme als die von Mary Greer oder Rachel Pollack. Und dadurch werde ich besser und sicherer.

Liebe Grüße und frohes Legen :-)


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