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 Betreff des Beitrags: Leseerlebnis der Osterferien
BeitragVerfasst: 25. Apr 2014, 18:37 
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Registriert: 4. Feb 2011, 16:48
Beiträge: 922
Wohnort: Duisburg
Hallo liebe Foris,
nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen in einem sehr dünn besiedelten Gebiet aufgehalten und es quasi nur nach dem Zufalls- oder Glücksprinzip geschafft habe, online sein zu können, bin ich nun wieder zurück „in der Welt“

Der Vorteil ist natürlich, dass man in der dadurch gewonnen Zeit dann auch wieder die Bücher liest, die auf dem Stapel „zu lesen“ liegen geblieben sind. So erging es auch mir in diesen Wochen – und zwar war Folgendes passiert:

Vor einiger Zeit stöberte ich ziel- und planlos in dem Buch „Lexikon der Numerologie und Zahlenmystik“ von Helmut Werner (Komet-Verlag) und „stolperte“ dabei über den Namen Herbert Reichstein, der in den 30er Jahren ein „Praktisches Lehrbuch der Kabbala“ herausgegeben hatte und über den dort stand, dass er damals als Numerologe im deutschen Sprachraum großes Ansehen genossen hatte. Darüber hinaus stand zu lesen, dass er ein Ariosoph gewesen sei – den Begriff hatte ich bis dahin überhaupt noch nicht gehört – und, was mich sehr stutzig machte, dass seine Werke bei Wiederauflage nach 1945 von rassistischem Gedankengut bereinigt worden sind. Das schien mir doch sehr widersprüchlich, denn wie kann ein Lehrbuch der Kabbala rassistisches Gedankengut beinhalten?? Nach kurzer Recherche im Internet fand ich auch den Titel „Praktisches Lehrbuch der Kabbala – Magie und Mystik der Zahlen“ (Verlag Schikowski, 1995).

Etwa zu der gleichen Zeit fiel mir auf dem Wühltisch einer großen Buchhandlung ein Exemplar von „Das Okkulte – eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung“ von Sabine Doering-Manteufel in die Hände (Sabine D.-M. ist Ethnologin und seit 2011 Präsidentin der Uni Augsburg).

Zu guter Letzt fand ich dann jetzt im Urlaub auf einem kleinen Wühltisch einer kleinen Buchhandlung eine Studie zur Ariosophie, und zwar „Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus“ von Nicholas Goodrick-Clarke (Er war Direktor des Exeter Centre for the Study of Esotericism und Inhaber des Lehrstuhls „Westliche Esoterik“ an der University of Exeter. – Leider viel zu früh in 2012 verstorben)
Da es ja nun mal keine Zufälle gibt, hieß die Aufforderung an mich ganz eindeutig: LESEN! – was ich dann auch getan habe.
Da ich mich gerade sehr intensiv mit der Verknüpft von Zahlen und Buchstaben mit den Tarotkarten beschäftige, nahm ich mir zunächst das Buch von Herber Reichstein vor – und war entsetzt!! Nicht nur, dass es mit der Kabbala aber auch sowas von überhaupt nichts zu tun hat (Die Numerologie wird einfach Kabbala genannt, u.a. wohl deshalb, weil er die 26 Buchstaben des deutschen Alphabets so zusammengefasst hat, dass insgesamt 22 verschiedene Gruppierungen übrig bleiben.) – das gesamte Buch strotzt vor rassistischem Gedankengut, so dass ich hier keinerlei inhaltlichen Erläuterungen geben möchte.
Ich frage mich nur, wie ein solches Buch 1995 (!!) als Neuauflage in den Handel kommen konnte, und vor allen Dingen frage ich mich, was denn da bereinigt worden ist!

Dagegen absolut empfehlenswert die beiden anderen Bücher!
Sabine D.-M. schlägt einen Bogen von den Alchemieschriften und der Volksmagie und Wundergläubigkeit bis hin zu den aktuellen Geschehnissen des Internets. Dabei schreibt sie gut verständlich und schildert informativ und ausgesprochen spannend die verschiedenen Zeitepochen. Insbesondere ihre Ausführungen zu den okkulten und esoterischen Entwicklungen des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jhdt. haben mich tief beeindruckt. Dazu dann noch einen Literaturanhang, der mich erstaunt hat. War ich bisher davon ausgegangen, dass es in dem Bereich nur eine sehr überschaubare Literatur gibt, wurde ich jetzt eines besseren belehrt. Das Ganze getoppt wurde dann noch von Nicholas Goodrick-Clarke. Seinem Buch, das aus seiner Dissertation „The Occult Roots of Nazism“ erwachsen ist, ist eine Aufstellung an Primärquellen beigefügt, wie ich sie bisher für nicht möglich gehalten habe. Das Buch ist nicht leicht zu lesen – man merkt ihm irgendwie die Dissertation an – aber es lohnt sich. Für mich war es eine beeindruckende Nachhilfe in Sachen Deutsch-Österreichischer Geschichtsstunde von ca. 1870 bis kurz nach dem 2. Weltkrieg.

Mir war es ein Bedürfnis, euch über mein Leseerlebnis zu berichten, das mir nicht nur die politische Historie näher gebracht hat sondern auch ein tieferes Verständnis für die gesellschaftlichen Zusammenhänge an dem zunehmenden Interesse der okkulten und esoterischen Bereiche – und vielleicht hat ja auch der/die eine oder andere Lust, sich in dieses Leseabenteuer zu stürzen.

Lieben Gruß
Pete


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