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 Betreff des Beitrags: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 16:35 
Hallo,

Ich weiss nicht so recht, wo ich anfangen soll, mir ist bewusst, dass es schwierig ist mein Anliegen dieses Posts/Threads so zu beschreiben, dass auch wirklich verständlich wird, wovon ich spreche. Dazu möchte ich kurz ausholen...

Ich wurde ausserhalb der monotheistischen Religionen und Glaubenssätze erzogen, und ich meine damit wirklich ausserhalb. Natürlich 'durfte' ich die Glaubenssätze über andere Menschen erfahren und miterleben, doch meine Kinderjahre zuhause waren geprägt von dem Gedanken, dass 'gut' und 'böse' menschliche Werte sind, und dass es sich lohnt, das Gesamtbild zu betrachten.
Dies bedeutet nicht, dass ich ohne Ethik erzogen worden bin, nur dass grundlegende Gedanken des Mitgefühls und des Respektes nicht auf moralischen Standarts basierten und an Gesetzen festgemacht werden müssen, sondern dass mein gesunder Menschenverstand mir erklären konnte, dass es wenig Sinn machte, zB aus Spass an der Freude andere schlecht zu behandeln.

In der Schule war dann recht schnell klar, dass ich mit einem Problem der etwas grösseren Sorte konfrontiert wurde. Da ich nicht getauft und nicht religiös war, wurde ich vom katholischen Unterricht (in Luxemburg ist es nur katholischer Unterricht) freigestellt, was dem Pfarrer den Anlass gab, die Klasse dazu zu unterrichten, dass ich kein guter Mensch sei! Ich war, nach Ende des "gut geführten" Kurses, von der ganzen Klasse angesehen als "des Teufels".
Dies liess mich erst einmal nicht zur Ruhe kommen und ich befasste mich mit dem, was man mir vorwarf, und schnell stellte ich etwas Ungeheuerliches fest:
Bei all den Vorwürfen, die es gegen den Teufel gab, bekam er nicht das 'gesetzliche Recht' sich zu verteidigen. Man verbot ihm den Mund, und wer immer mal es wagte, die eine oder andere Frage dazu zu stellen, wurde dementsprechend bestraft.
Ein Beispiel gab meine Mutter in ihrer Kindheit vor: Sie war nicht von dem Unterricht befreit und eines Tages sprach ihr Lehrer von einem Ausschnitt eines Textes von Luther: Der Herr dieser Welt...
Meiner Mutter fiel der Kiefer herunter! "Aber wenn ich den Text richtig verstehe, dann ist der Herr dieser Welt doch der Teufel"
Der Lehrer nickte.
Und meine Mutter weiter: "Warum mischt sich der andere dann ein?"

Genau zu ähnlichen Schlüssen bin ich auch gekommen, wobei ich meine Suche wesentlich erweitern konnte.
Wer sich etwas mit all den kulturellen Aspekten über die Welt verteilt befasst, wird nicht umhin kommen, die Parallelen zwischen dem Teufel und Cernunnos oder Pan zu erkennen, beide 'Herren dieser Welt', die nichts anderes ist als die Natur an sich. Es geht nicht um die 'gesellschaftliche Welt', die der Mensch sich zusammenbastelt, sondern um das erste, was als Materielle besteht: Natur, Schöpfung!
Sie ist an sich neutral!
Es ist der Mensch, der den Tiger, der seine Beute reisst, als brutal bezeichnet, aber selbst kein Problem mit der Treibjagd hat.

Mark Twains Buch "Der geheimnisvolle Fremde" zeigt den Protagonisten Theodor, der Satan begegnet, und der ganz klar hervorhebt, dass 'menschlich sein' nur seltenst so gelebt wird, wie es erklärt wird. Satan hat in jenem Buch sehr klar herauskristallisiert, dass das Problem nicht die Regeln sind, mit denen wir das Leben 'spielen', sondern unsere Definition davon.
Wir können Regeln nicht brechen, die 7 Prinzipien der Kahuna wirken, ob man daran glaubt oder nicht. Die 7 Prinzipien des Hermes (Hermes, der griechische Gott der Diebe, der Listenreiche) Trismegistos sind eine Erklärung und nichts, wovon man sagen kann, ich halte mich dran oder nicht, weil wir durch sie entstehen und 'funktionieren'.

Doch wenn jemand mir erklärt, WIE ich damit zu leben habe, dann ist das seine Definition, und es steht mir frei, mich daran zu halten oder mich anzupassen... und genau da setzt der Teufel in der Karte des Tarot an...

Ich bitte also um Entschuldigung für diesen ersten Teil, es war mir wichtig, um zu erklären, dass meine Sichtweise vielleicht nicht grundlos anders ist, und es erklärt vielleicht auch, warum es mir so leicht fällt, ihn - den Teufel - als Freund an meiner Seite zu wähnen, so wie Loki Freund der Götter war, und erst durch die Niederschrift der christlichen Mönche zu deren Feind gemacht wurde.

Während die 'lichtvolle' Seite der grossen Arkana im Tarot fast ausschliesslich positiv bewertet wird, erscheint der Teufel als düstere und dunkle Gestalt dessen, was wir verdrängen und wovon wir genau deswegen abhängig sind (Ich lasse hier kurz die 'positiven' Ansätze beiseite, weil sie in den Schatten gehören):
- Abhängigkeit
- Versuchung
- Macht
- Verstrickungen
- Sucht
- Man ist gefangen
- Man wird verführt
- Das Negative überwiegt
- Triebhaftigkeit
- Masslosigkeit
- Gier
- Egoismus
Und genau hier möchte ich innehalten... Egoismus!
Wem ist eigentlich bewusst, dass auf psychologischer Basis "Egoismus" etwas Positives ist, jenes das es uns als Mensch ermöglicht, dem anderen Grenzen zu setzen, uns selbst nicht zu verlieren und AUTHENTISCH zu sein...
Nun ist Authentizität für mich das absolute Wort der Karte der Liebenden, diese innere Ent-Scheidung, SEINEN Weg zu wählen, auch wenn es einer sein mag, der nicht vorgegeben war.
Und der Teufel, dessen Kartenzahl die 15 ist, hat als Quersumme, die 6, die Karte der Liebenden...
Sie ist für mich die Quintessenz, die es uns ermöglicht, die Karte des Teufels in seiner gänzlichen Tiefe zu betrachten, und ihn verstehen zu lernen, wenn alles um uns herum in Dunkelheit verschwindet...

Nun gibt es hier im Forum auch einen Thread über die Schattenseiten der Karten. Im Allgemeinen erfreute mich die Idee, weil für mich jede Karte immer die beiden 'End-Aspekte' zu einem Thema in sich tragen... doch... schon wieder war niemand dem Teufel wohlgesinnt: Er blieb dunkel, böse, schlecht, jetzt kam noch die Gefahr hinzu, dass man all die vorher aufgezählten Dinge auch noch nicht erkannte. Der Arme muss wohl Riesengaloschen tragen, mit allem, was man versucht, ihm in die Schuhe zu schieben. ;-)

Ich möchte an dieser Stelle ein Lanze für den Teufel brechen, der Kerl ist gar nicht so schlecht, wie jeder ihn macht! Auch er ist nur das Sinnbild zweier Extreme eines Themas. Wertneutral und jenseits dessen, war wir so gerne als gut und böse betrachten. Er ist! Punkt!

Wo es dunkel ist, da sucht man nach Licht, nach einem Ausgang, nach etwas, das einen leiten kann...
Luzifer, der Lichtbringer, der andere Name des Morgensterns, war der Name Jesus bis ins 13te Jahrhundert, danach wurde dieser Namen für ihn verboten.
Und genau in jenen Zeiten des finsteren Mittelalters konnte man Wälder gefahrlos durchqueren, weil es Menschen gab, die in regelmässigen Abständen ein Feuer am Brennen hielten, damit man sich nicht verlief... diese Menschen nannte man Duivels
Nun, im Schatten der grossen Arkana, gilt es, nach diesem Licht zu suchen, das mir den Weg zeigt, das mir einen Hinweis gibt, wo ich hingehen kann, wo ein wärmendes Feuer auf mich wartet.
Ich sehe es und fühle mich vor die Wahl gestellt... verharre ich alleine im Schatten, der über die gesamten Aspekte der Lebensumstände - der Karten - über mich hereinbricht oder wage ich es nun, mich meinem ärgsten Feind zu stellen, jenen den ich verbannt habe, jenen Anteilen, die ich als Sucht und Gier gekenntzeichnet habe, ohne sie mir näher anzuschauen? Nun ist es eh düstere Gewissheit, dass ich aus meiner Konfortzone herausmuss, und ich nichts mehr unter den Teppich kehren kann. Die Dinge, die ich über die Karte des Teufels in den Schatten verdrängt habe, werden nun in den anderen Karten lebendig.
Ich habe den Kampf lange gekämpft und ich habe verloren!

Ich trete ins Licht, und stelle mich dem Teufel!
Er erscheint mir riesig, erschreckend, grausam und furchtbar, doch ich weiss nun, um ans Licht zurückzukehren, muss ich an ihm vorbei.
"Ich habe dich erwartet," spricht er mich an.
Ich habe eine Stimem erwartet, die sich meinem Bild von ihm anpassen würde, doch dem ist nicht so. Sie ist leise, sanft und melodiös. Wie kann das sein?
"Wenn du im Licht bist, dann sieht alles Dunkle gleich aus. Schwarz ist schwarz. Du lässt es dort, in seinem Schatten, und hörst nicht hin. Nun aber kannst du im Dunkeln deinen Augen nicht mehr trauen, du musst dich auf die Sinne verlassen, die du bisher ausser Acht gelassen hast. Und du wirst nicht umhin kommen, dein Bild von mir zu revidieren, aber dazu kommen wir noch."
"Wie meinst du das," will ich wissen. Natürlich glauben wir das, was wir sehen. Es wurde uns doch gezeigt.
"Ja," meint der Teufel, "es wird euch gezeigt, ihr erlebt es nicht, ihr hinterfragt es nicht. Ihr nehmt es so an, wie man es euch beigebracht hat, und lebt euer Leben danach. Man sagt euch, erwachsen zu sein! Man sagt euch, mit euren kindischen Ängsten aufzuhören, mit euren kindischen Spielen und Fantasien. Man verbietet euch, zu träumen, und erklärt euch, dass es an der Zeit ist, euch auf das Leben vorzubereiten."
Er schweigt, ich kann sein Atmen hören, es klingt wie der Wind, der in den Blättern eines Waldes rauscht.
"Aber ihr seid Menschen, keine Maschinen. Ihr habt keinen Knopf, den ihr drücken könnt, um eure Ängste abzuschalten. Es gibt keinen Schalter, der euch mit Punkt 18 Jahren erwachsen sein lässt. Und es gibt keinen Stecker, den ihr eurer Fantasie herausziehen könnt."
Ich stelle mir das soeben bildlich vor, und wäre meine Angst nicht so gross, dann würde ich jetzt lachen.
"Und warum verbietest du es dir, zu lachen?" fragt er mich sanft.
"Das tut man doch nicht," entfährt es mir, und ich erkenne darin die Stimme meiner Mutter, meines Vaters, meiner Grosseltern, meiner Lehrer... und meine eigene, wie ich diesen Satz an die eigenen Kinder weitergebe.
"Er-Ziehung," meint der Teufel, "alleine das Wort dürfte doch ausreichend sein, wohin werdet ihr er-zogen, wohin zieht man euch? Ein Baum wächst nach oben, weil die Sonne ihn lockt, nicht weil er gedrängt wird. Man leitet euch nicht mehr, indem ihr aufwachst, sondern man konditioniert euch, wie ein Erwachsener zu funktionieren. Und alles was aus diesem Rahmen herausfällt, was nicht passt,..."
"... verdrängen wir," ich seufze, "dabei ist es nicht einmal so, dass ich es nicht mag, aber ich tue es nicht, weil es sich nicht passt."
"Dabei sind diese Aspekte nicht per se schlecht," erklärt der Teufel weiter, "aber durch eure Wahl macht ihr sie schlecht."
Seine Worte erschrecken mich! Wie kann es sein, dass ich sie schlecht mache? Ich versuche doch, ein guter Mensch zu sein!
"Aber... aber... aber...," stottere ich, dann stosse ich hervor, "Gier ist schlecht, man soll nicht gierig sein, und was soll an Süchten gut sein, hä?"
Ich merke, ich reagiere wie ein trotziges Kind... so etwas tut man nicht...
Der Klang eines Wasserfalls dringt an meine Ohren, ich sehe mich erstaunt um, da ich kein Wasser in meiner Nähe gesehen hatte... und stelle fest, da ist kein Wasser...
Der Teufel lacht!
"Der kleine Rebell, jener Teil von dir, den zu bitter benötigst, um als Kind zu lernen, zu dir selbst zu stehen, den du in deiner Entwicklung brauchst, um dich als Du selbst erkennen zu lernen, und der dann im Keim erstickt wird, weil er etwas weniger nett zu seinem Umfeld scheint... bloss weil er sich wehrt, wenn man ihm zu nahe tritt. Aber so darf man nicht sein, man muss lieb und nett sein, selbstvergessen sich anderen anpassen..." er macht eine Pause und beugt sich zu mir hinab, "so weit anpassen, dass man abhängig wird, jener Punkt, den man zugleich als schlecht bewertet, und der sich galant durch einen Hintereingang wieder in dein Leben gemogelt hat, ohne dass du ihn wiedererkennst."
Ich stehe da, wie vom Donner gerührt!
Ja, Abhängigkeit und Sucht, etwas, das ich weit von mir weise. Keine Drogen, kaum Alkohol, jeder der ein Glas zuviel trinkt, habe ich mit gerümpfter Nase betrachtet... wie kann man nur?
Und gleichzeitig habe ich mich an die Seite jener gestellt, die genauso dachten wie ich, gehofft, von ihnen akzeptiert zu werden, weil ich das ja auch nicht tat, und habe mir auch mal ein süffiges Bierchen verkniffen, bloss um dazuzugehören, abhängig von der scheinbaren Liebe, jener, derer Regeln ich mich unterworfen hatte.
"Sch...", ich bremse mich, man soll nicht fluchen!
"Sag es," fordert der Teufel mich auf, "ich bin der einzige, der es hören kann."
"xxxxxxxx," fluche ich.
Der Teufel nickt.
"Aber was kann ich dagegen machen," frage ich mutlos
"Dagegen," der Teufel schüttelt den Kopf, "dagegen kannst du nichts machen. Das hast du jetzt ein Leben lang versucht."
Als er mich jetzt anblickt, stelle ich fest, dass er gar nicht mehr so gross ist, nicht mehr so unheimlich.
"Wie wäre es, wenn du etwas dafür tun würdest," schlägt er vor, "du könntest dir immer wieder ein bisschen Zeit für dich nehmen, um dir genau, im Gesamtbild, anzuschauen, ob das was du für gut empfindest, einfach nur durch und durch gut ist, und das was du als schlecht bewertest, wirklich nur durch und durch schlecht ist. Nehmen wir doch deine Freunde und den Biertrinker mal als Beispiel. Du kannst ein Bier trinken, ohne dass es eine Sucht ist, es ist ein sinnliches und somit automatisch ein sinnvolles Erlebnis. Geniesse es ohne Schuldgefühle und gut ist. Und wenn deine Freunde dies schlimm finden und dich deswegen verurteilen, dann überlege dir, ob Freundschaft nicht dann die Schwelle zur Abhängigkeit überschreitet, wenn du eigene Werte aus Angst davor, nicht mehr gemocht zu werden, über Bord wirfst."
"Gute Idee," überlege ich, "und wie kann ich das anstellen?"
"Stell dir eine Skala von 1 - 10 vor. 1 steht für Genuss, 10 für Sucht. Wo auf dieser Skala steht das Bier? Und bei deinen Freunden, wenn 1 für Freundschaft und 10 für Abhängigkeit steht, wo steht dann deine Beziehung?"
Ich bin begeistert.
"Das kann ich mit allem tun," meine ich, und mir fallen noch andere Dinge ein, vor denen ich Angst habe, ihnen zu verfallen und die mich gleichzeitig schon wieder eingeholt haben.
So finde ich die Masslosigkeit der Menschen furchtbar, denen ein Auto nicht reicht, aber ich spare jeden Cent auf ebenso masslose Weise.
Ich lache, und dieses Mal lasse ich es zu. Es wirkt befreiend!
Am Horizont sehe ich einen Lichtschimmer.
"Was ist das," frage ich
Der Teufel schmunzelt
"Dir ist soeben ein Licht aufgegangen"
Nun kann ich ihn mir genau anschauen, ein wundervolles Wesen, kraftvoll, natürlich, und ja, sexuell anziehend... und demnach auch lebensspendend.
Ich trete in mein Leben zurück, und dieses Mal bin ich nicht allein.


Bevor ich hier meine Erzählung mit dem Teufel komplett abschliesse und ich euch die Zeit lasse, sie auf euch wirken zu lassen, möchte ich eine Version der Karte noch einmal hervorheben: Jene aus dem Osho Zen Tarot.
Sie heisst "Konditionierung" und zeigt einen Löwen mit einem umgebundenen Schafsfell. Der Löwe kann kein Schaf sein, es ist ein Löwe. Das ist nicht gut, das ist nicht schlecht. Es ist!
Lasst den Löwen dort leben, wo er Löwe sein kann, dann passt er... so wie Eckart von Hirschhausen erklärt, dass ein Pinguin an Land einfach nur unpassend wirkt, als Vogel nicht fliegen kann und scheinbar ein Fehlkonstrukt der Natur, bis er ihn im Wasser sah.
Wir sind auch kein Fehlkonstrukt der Natur, und wir können nicht passend gemacht werden. Wir können nur lernen, jeden Aspekt den wir haben, dort so auszuleben, wo er hinpasst.

In diesem Sinne... teuflische Grüsse

Sound of Silence


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 20:29 
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Liebe SoS,
ich mag den Teufel auch gerne. Vor allem die Karte von Frau Petersen dazu!!!
ich bin nur leider so erschlagen von dieser Woche, dass meine Gedanken zu Deinem schönen Post noch warten müssen.
kommen aber! :sol:
Eliara :cat:

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Liebe
ist
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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 22:25 
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Liebe SoS :sol:

So sah ihn Niki de Saint Phalle:
Dateianhang:
DerTeufel_NikideSaintPhalleTarotGarden.jpg

Eigentlich recht freundlich, allerdings mit einer sehr dominanten Körpermitte...

Und das schreibt sie über ihn:
Dateianhang:
DerTeufel_NikideSaintPhalleTarotText.jpg

Ich denke, es ist die Karte / das Symbol wo "Gut" und "Böse" am weitesten auseinander liegen und vermeindlich "Böse" am offensten zu Tage tritt. Die Verbindung zu den Liebenden stellte sie auch in der Skulptur "Die Liebenden" dar:
Dateianhang:
DieLiebendenDetail_NikideSaintPhalleTarotGarden.jpg

Mit dieser Karte - und damit schlussendlich auch mit sich selbst - seinen Frieden zu machen, das ist eine große Herausforderung. Die Aspekte in Deinem Text sind sehr inspirierend! Vielen Dank dafür :flowers:

hearth - liche Grüße
von
Belisane.
(Die Fotos sind von mir selbst im Tarotgarten aufgenommen.)


Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst,
sondern darin, dass du immer willst, was du tust.
Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 22:42 
Hallo Belisane

Vielen Dank für die Bilder :)

Und was die dominante Körpermitte betrifft... nun ja, wenn man Saint PHALLE heisst... ;)

Liebe Grüsse

Sound of Silence


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 22:58 
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Hallo SoS :sol:

Interessanterweise ist der Nachname kein Künstlername, wenn die Wikipedia richtig recherchiert hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Niki_de_Saint_Phalle, nur der Vorname ist nicht ihr Geburtsname.
Soweit ich weiß gibt es eine Missbrauchsgeschichte in der Jugend von Niki de Saint Phalle. Das erklärt für mich eher die dominante Körpermitte. Sowas lässt sich beim Teufel wohl am besten verarbeiten... :gruebel:

hearth - liche Grüße
von
Belisane.

_________________
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Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 17. Jan 2014, 23:04 
Belisane hat geschrieben:
Hallo SoS :sol:

Interessanterweise ist der Nachname kein Künstlername, wenn die Wikipedia richtig recherchiert hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Niki_de_Saint_Phalle, nur der Vorname ist nicht ihr Geburtsname.
Soweit ich weiß gibt es eine Missbrauchsgeschichte in der Jugend von Niki de Saint Phalle. Das erklärt für mich eher die dominante Körpermitte. Sowas lässt sich beim Teufel wohl am besten verarbeiten... :gruebel:

hearth - liche Grüße
von
Belisane.


Hallo Belisane

Ich hatte das jetzt auch nicht im Sinne eines Künstlernamens gemeint, nur dass es hin und wieder Aspekte gibt, die einfach über Zu-Fall herausgehen.

Liebe Grüse

Sound of Silence


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 10:37 
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Registriert: 3. Dez 2012, 11:27
Beiträge: 119
Belisane hat geschrieben:
schlussendlich auch mit sich selbst - seinen Frieden zu machen, das ist eine große Herausforderung.


Hallo Belisane!

Wenn Du gestattest, wäre eben das genau im Widerspruch zum Anliegen des "Teufels" - da gibt es keine Ruhe,
keinen Flow, keine Gelassenheit - es ist i.m.A. auch nicht so, wie viele "Schattenbearbeiter" gern darstellen -
an der Arbeit im Dunkeln ist nichts Schönes, sie fordert uns so unsäglich unangenehm, dass wir diese Seiten
ja nur allzugern verteufeln.
Welch Glück, dass er allerlei Künste beherrscht uns zu locken, sonst wären wir wohl heiliger als der Papst. ;-)


Hallo Sound of Silence!

Magst Du beschreiben, was jetzt so mystisch am Verhältnis Namensgeberin und Körpermitte in Deinen Augen ist?

Lana*


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 11:03 
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Beiträge: 855
Hi Sound of Silence,

ich hab' eine Frage: Wo steht das alles mit Loki, Pan, Cernunnos geschrieben, wo solche Dinge wie "Jesus wurde bis in 13.Jhd. Lichtbringer gennant" . Ich wäre an guter Lektüre sehr interessiert. Themen wie: Wie, wann und ob die Kirche den Teufel "erschaffen" hat, Zusammenhang "Heiden-Missionierung" und Verteufelung der Natur(Götter) usw.) Hättest Du da ein paar Buchtips?

Liebe Grüße.
Jenna

_________________
I am the Weaver - I am the Woven - I am the Dreamer - I am the Dream - I am the Healer - I am the Healed


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 13:14 
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Beiträge: 3502
Hallo Ihr *Teuflischen*! :sol:
ich bin jetzt seit gestern Abend auf der Suche nach der Original-Geschichte zum Thema Löwe-Schaf-Taube... ich meine, sie ist auch von Osho ursprünglich, finde sie mom. aber leider nicht. Sinngemäß geht sie so, dass wir alle gerne letztlich danach streben wie Tauben zu sein: friedvoll. Dass wir das aber nicht ohne den Notwendigen Schritt tun können, auch Schafe und Löwen zu sein. Also aggressiv und handlend - inklusive: sich die Hände schmutzig machen!
Wenigstens bin ich bei der Suche auch wieder auf meine eigenen Worte gestoßen, und stelle fest, dass meine Worte von 2009 zum Teufel für mich in weiten Teilen immer noch gelten:

Zitat:
... hier mal einigermaßen unsortiert meine Gedanken der letzten Zeit zu diesem 'Gefährten'
XV der Teufel: Leben, Lebendigkeit – vergleichbar nur der III, der Herrscherin! erdgebunden, sinnlich, menschlich, sexuell, körperlich - wie sie.
Die ethisch-moralischen Verstrickungen, die auch so menschlich sind, die sind auf den Hierophanten projiziert, oder nicht? (- vielen lieben Dank an dieser Stelle an Kirsten für diesen Hinweis!)
nein, nicht so ganz stelle ich fest; Moral ist auch ein Thema des Teufels, aber vor allem im Hinblick auf die gesellschaftlich festgelegte, vorgeschriebene Moral; beim Hohepriester geht es eher um die eigene Moral, um eine, als wahr und richtig und gelebte, um Wertvorstellungen; beim Teufel sind es eher die gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensmuster, was ist erlaubt – was nicht?

Somit erfahre ich den Teufel eher als denjenigen, der auf die Muster hinweist, die hemmen, die begrenzen, die gefangen halten - nicht umsonst folgt ja der Turm auf diese Karte! Denn wenn mir die Verhaltensweisen, moralischen Werte, Glaubenssätze und –Vorstellungen, die mich in meiner Entwicklung hemmen und zurückhalten, durch den Teufel klargeworden sind, kann fast logischerweise nur der Turm folgen, der es ermöglicht, aus meinem – selbstgeschaffenen – Gefängnis auszubrechen.
Der Teufel steht meiner Erfahrung nach aber auch ganz konkret für körperliche Erfahrungen. Die auszuleben unsere Gesellschaft ja auch mit Tabus belegt hat, zum Teil. Und damit sind alle Themen angesprochen, von denen hier auch schon die Rede war: Sucht, Sexualität, Aggression, Gewalt, Leidenschaft;

nicht umsonst ist die QE dieser Karte die VI, die Liebenden, die für die Herzensentscheidung stehen, die Entscheidung aus ganzem Herzen. Es geht um Liebe, die sowohl körperlich als auch geistig ist. Die meist auf dieser Karte dargestellten Paare zeigen ein Paar, kurz vor der oder bei der Hochzeit; die gesellschaftlich anerkannte Form des Zusammenlebens von Mann und Frau einerseits und gleichzeitig die innere Entscheidung beider Partner, die eben auch mit Leidenschaft und körperlicher Liebe zu tun hat. (bei vielen Paaren auch mit Sucht und/oder Gewalt… leider).

Betrachte ich die Reihe der Hohen Arkana, liegt vor dem Teufel die Kunst/Mäßigkeit. Aus dem, was übrig blieb vom ‚Aufräumen’ und ‚Loslassen’ des Todes bin ich gefordert, zusammen mit neuen Impulsen, Ideen, Gedanken, Ingredienzen etwas Neues zu schaffen. Ich habe mich zurückgezogen und versuche, das rechte Maß zu finden. Wie weiß ich aber nun, was das rechte Maß ist? Dazu bedarf es eines Anstoßes von Außen, das muss durch äußere Ereignisse getestet werden, ich weiß erst dann, dass ich in meiner Mitte angelangt bin, wenn ich herausgefordert wurde, es zu beweisen.
Das tut nun der Teufel. Er verlangt mir diese Beweise ab. Er ist ein Prüfstein, wie gut meine Mischung aus der Kunst/Mäßigkeit ist.
Ist er *böse*? Nein, er testet.
Will er mir *Böses*? Nein, mit Sicherheit nicht.
Es ist meine Sache, wie ich ihm begegne, wie ich mit ihm umgehen. Sehe ich ihn als Störenfried, als Zerstörer, der meine (mühsam) geschaffene Mischung auf die Probe stellt (und eventuell zerstört, bzw. ihre Schwachstellen offenbart) – oder sehe ich ihn als hilfreiches Experiment, als Herausforderung, als Hilfsmittel; um für mich zu sehen, wie weit ich bin, wie viel ich gelernt/geschafft/erreicht/verinnerlicht habe?
- so sehe ich an dieser Stelle auch den Verweis zu Luzifer: der Lichtbringer, der 'gefallene' Engel; ich neige auch zu der Version der Geschichte, die erzählt, Luzifer sei nach wie vor ein Engel Gottes, der hier unter uns Menschen als großer Verlocker, als Herausforderer auftritt - eben um uns zu zeigen, wo genau wir stehen, wo wir noch an uns arbeiten müssen. Was uns noch fehlt zum Heil-Sein... zum wirklichen In-uns-Ruhen (das dann erst am Ende des Weges die Welt XXI verkörpert...).

Daher gehe ich schon davon aus, dass mir alle Menschen, denen ich begegne und die mich berühren (in der ein oder anderen Weise) etwas spiegeln. Es hat immer einen Grund, warum ich diesem Menschen in dieser Situation begegne. Oder warum ich für längere Zeit mit einem bestimmten Menschen verbunden bin. Es geht nicht darum, dass ich alle negativen Seiten eines solchen Menschen ev. verdrängt mit mir rumschleppe – aber es geht darum zu erkennen, WARUM ich einem Menschen mit solchen negativen Seiten, die mich stören, begegne.
Manchmal verkörpert er wirklich Teile meines Schattens – manchmal fordert er mich aber nur auf, zu reagieren, indem ich mich zB gegen seine negativen Seiten bewusst abschotte, oder ihn in seine Schranken weise, weil es vielleicht darum geht, dass mir bewusst wird, wie sehr ich mich von Menschen mit seinen Eigenschaften verletzen oder manipulieren lasse.

Der Teufel ist also für mich sehr vielschichtig. Eigentlich so facettenreich wie ein Diamant. Er zeigt jeder/m von uns, was wir *brauchen*. Damit wir uns weiterentwickeln, damit wir nicht stehen bleiben.
Und noch während ich das schreibe, fällt mir ein, dass es den Teufel ja als Diamant gibt: in Margarete Petersen’s grandios-genialem Deck!

http://www.lapalmagaleria.info/arte/show.php3?lang=&basis=tarot&bild=15&gross=true

so, und beim Durchlesen des gesamten Threads ist mir jetzt noch was eingefallen, Amira schreibt, der Teufel sei derjenige, der mir zuflüstere, ich könne alles haben – dazu gibt es ein Lied von Rosenstolz: Gelbes Monster … http://www.golyr.de/rosenstolz/songtext-das-gelbe-monster-363003.html


recht viel mehr hab ich dem jetzt auch nicht mehr hinzuzufügen. jaybee

denn: die Unterscheidung in gut und böse mag ich persönlich nicht. Die rutscht zu leicht ins Dogmatische ab. Sie ist individuell und vor allem viel zu wertend in meinen Augen.

Eliara :cat:

_________________
Liebe
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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 14:05 
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Hallo Sound of Silence :hallo:

einfach grad so auf die Schnelle...letzthin legte ich zusammen mit einem Bekannten Karten für das nächste halbe Jahr.
Als QE erhielt ich den Teufel. Ich selber nahm dies einfach zur Kenntnis und dachte so für mich: Nu, dann bin ich ja gespannt,
was da ans Licht will.
Mein Kollege allerdings reagierte ziemlich heftig mit uiuiui und boaahhhh.......was mich wiederum erstaunte.

Sooooo schade, dass ich deine tolle Geschichte nicht vorher gelesen hatte, denn ich versuchte erfolglos, meine Meinung zum Teufel weiterzugeben, die sich mit dem Geschriebenen völlig deckt.
Den Teil mit der Skala, finde ich ganz einfach hammermässig! :spitze: und ich werde im laufenden halben Jahr öfters mal eine Stufenleiter einsetzen ;)

Danke dir ganz herzlich für deinen Beitrag hearth hearth hearth

:besenhex: :sol: :sol: :sol:

_________________
Herzlichst
Christine



Leben bedeutet, mehr Träume in seiner Seele zu haben,
als die Realität zerstören kann.


www.seelenfeder.ch


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 18. Jan 2014, 14:47 
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Beiträge: 155
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Moin liebe Lana :sol:

Nein, der Teufel bringt sicher den Frieden nicht. Aber er motiviert dazu, sich das "teuflische" in einem selbst anzuschauen und, wenn es Not tut, sich zu gestatten auch mal "teuflisch" zu sein - was immer das für den Einzelnen von uns ist. Eigenen Grenzen zu ziehen und sich selbst wichtig zu nehmen (Thema Egoismus, :hallo: Sound of Silence, ich bin ganz Deiner Meinung!), ist so wichtig und wird in unserem Wertesystem so verTEUFELT.

Und nach meinem Verständnis kann erst mein Frieden mit mir sein, wenn ich mir gestatte alle Facetten, die ich habe (die, die mir gefallen und die, die mir nicht gefallen, die, die gesellschaftskonform sind und die, die es nicht sind), auch zu haben. :krone: Und diesen Job macht der Teufel. Vorher platzt der Knoten (Turm) nicht.

hearth - liche Grüße
von
Belisane.

_________________
Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst,
sondern darin, dass du immer willst, was du tust.
Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 19. Jan 2014, 17:41 
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Beiträge: 4759
Wohnort: Göppingen BW
:hallo: liebe SoS,

Zitat:
Nein, ich würde genau dort, den Teufel als 'Lichtbringer' einbringen, wo alle anderen Schatten werfen..


Was hälst du davon, einfach mal den Teufel, weil es ein zweischneidiges Schwert ist, einfach mal als getrennten Thread eröffnen?

:spitze: das ist eine glänzende Idee :klatsch:

ich konnte erst heute die Beiträge lesen und es war wirklich aufschlußreich,
spannend finde ich nun die Gegensätze, wo der eine die Lichtseite sieht - der andere den Schatten,
Nahash hat auf die Seite Feuerfunke verwiesen,
dort werden die Aspekte genau umgekehrt aufgeführt.

Beim nachschlagen bin ich dann noch auf folgendes "Rolltreppengesetz" bei der XV gestoßen ( Schule des Tarot/Das Rad des Lebens):

den Versuch, eine abwärtsfahrende Rolltreppe aufwärts wieder zu besteigen,
man muß mehr Kraft u Schnelligkeit aufwenden, um nach oben zu gelangen, als bei einer normalen Treppe,
man kann es sich nicht leisten stehenzubleiben, sonst ist man wieder unten..... u beginnt erneut.
Auch dann, wenn du nur die eben erreichte Höhe halten willst, bleibt dir ncihts anderes übrig,
als dich unentwegt zu bemühen.
Tust du mehr , als nur dies wenige, die es braucht auf einer Ebene zu bleiben, dann wirst du belohnt,
indem es dir gelingt oben anzukommen.

Abwärts geführt (angekettet/blockiert) z.B. durch Zwänge, Süchte, bedarf es Einsicht u Kraft um wieder nach oben zu gelangen.
Dies würde zur Sicht von SoS passen:

Zitat:
verdrängen und wovon wir genau deswegen abhängig sind (Ich lasse hier kurz die 'positiven' Ansätze beiseite, weil sie in den Schatten gehören):
- Abhängigkeit
- Versuchung
- Macht
- Verstrickungen
- Sucht
- Man ist gefangen
- Man wird verführt
- Das Negative überwiegt
- Triebhaftigkeit
- Masslosigkeit
- Gier
- Egoismus


nicht einfach das Kerlchen......... :crazy: die Schattenseite wäre dann hier pos./Licht zu sehen?
:gruebel: darüber muß ich nochmal schlafen.....

_________________
liebes Grüßle
Francess


"Lass los und du hast die Hände frei."

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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 19. Jan 2014, 17:52 
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Beiträge: 3502
Hallo Belisane!
danke für die Fotos - hab ich gestern ganz vergessen. hearth
Niki war echt eine Künstlerin. was ich interessant finde, ist das letzte Bild von Dir, denn da ist mE der Tod bei den Liebenden zu sehen, nicht der Teufel, oder irre ich?
passen beide, wie ich finde.

was die Konnotation zu Sex sprich zur "Körpermitte", wie es hier so umschreibend genannt wurde, betrifft: wir sprechen von der Karte *Teufel* XV, es geht also um Tabus, was erwartet Ihr? ;-) war doch klar, dass eines der größten Tabus unserer Gesellschaft gleich aufs Tablett kommt.

@all: ich finde Eure Gedanken zum Teufel, wie sie im Schatten-Thread stehen auch sehr bereichernd und über_denkenswert, danke!! :flowers:

Eliara :cat:

_________________
Liebe
ist
einfach


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 19. Jan 2014, 19:57 
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Registriert: 2. Okt 2010, 18:56
Beiträge: 155
Wohnort: Hannover
Hallo Eliara :sol:

Da hast du völlig Recht, im Apfel versteckt sich der Tod - auch die Verbindung zum paradiesischen Apfel, der verbotenen Frucht ist da - und das finde ich hat auch eine teuflische Komponente. Die Liebenden werden von Niki de Saint Phalle ganz klar mit der Vertreibung aus dem Paradies in Verbindung gebracht. Das machen ja vornehmlich die RW basierenden Decks, aber nicht so deutlich, eher verschleiert mit dem Apfelbaum und der Schlange, jedoch ohne drastische Symbole. Die Marseiller Karten sind da noch weniger "teuflisch", da es dort augenscheinlich "nur" um die Entscheidung eines jungen Mannes zwischen der Mutter und der Geliebten geht, wenn ich das richtig sehe. Mich hat dieser Totenkopf-Apfel in dieser Skulptur jedenfalls sehr überrascht und auch ein bisschen brüskiert... Packe mal die ganze Skulptur noch hier mit rein.
Dateianhang:
DieLiebenden_NikideSaintPhalleTarotGarden.jpg

Auf dem gedeckten Tischtuch dieses harmonischen Pic-nics diesen Apfel zu integrieren hat für mich etwas diabolisches. Das ist, finde ich auch einer der Verbindungsfäden vom Teufel zu den Liebenden, die Gefahr der Abhängigkeit, der Selbstaufgabe und die Mahnung / Erinnerung daran, sich eben nicht selbst aufzugeben / zu verleugnen / der Beziehung unterzuordnen.

hearth - liche Grüße
von
Belisane.


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Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst,
sondern darin, dass du immer willst, was du tust.
Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 19. Jan 2014, 20:55 
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Registriert: 3. Dez 2012, 11:27
Beiträge: 119
Hallo Belisane!

Belisane hat geschrieben:
(...) sich zu gestatten auch mal "teuflisch" zu sein(...)
und auch weiter schreibst Du,
dass es dir gelingen möge die schönen / weniger schönen etc. Seiten an dir anzunehmen...

Wahrscheinlich bewegen wir uns dort auseinander, denn mir geht allzu oft ein Aspekt unter,
der keinen Frieden will, der stören will, der unangenehm bleiben will, der lästig ist,
der sich auch nicht annehmen lässt - ein Ziel ist, wir sollen ihn nicht kontrollieren/integrieren können ..

Es sind die Momente, wo wir uns entgleiten, das durchaus höchst unangenehm,
wo wir weder uns loben, weil wir uns endlich nehmen, was wir uns solange verwehrt haben ( * wie nett *)
auch nicht dort, wo wir abhängen allein oder mit jemand und unsere Abhängigkeit nicht lösen...
and so on...
Nein - eben gerade da, wo wir beim Sektempfang mit netten Kollegen und ...
plötzlich nicht nur toll oder klein sind, sondern einen so dämlichen Kommentar raus lassen,
bei dem wir schlimmstenfalls diejenigen sind, denen erst in letzter Sekunde gewahr wird,
was für ein Ding wir uns geleistet haben - welcher Teufel uns geritten hat..
... es führt uns unter Umständen aus dem Gefängnis ( Turm).

Kurzum, wir haben alle immer wieder eine Neigung das "Unfeine" zu etwas Schönem zu machen,
das ist, was mir missfällt, weil ich glaube, dass das Unbehagen uns treibt,
dann irgendwann - vielleicht - zu Besserem, manchmal aber auch nie.
Gerade das, macht es so teuflisch. - ... und das ist auch gut so...

Belisane hat geschrieben:
Das ist, finde ich auch einer der Verbindungsfäden vom Teufel zu den Liebenden, die Gefahr der Abhängigkeit, der Selbstaufgabe und die Mahnung / Erinnerung daran, sich eben nicht selbst aufzugeben / zu verleugnen / der Beziehung unterzuordnen.


Schöne Formulierung, weil ich für mich darin auch sehe,
dass wir unser Herz an Dinge/Menschen hängen = Fäden = Ketten auf manchen Karten
und so ent-scheiden - für ein bedingungs(loses) - oder - volles JA
für uns, für zwei, für mich, für dich - für etwas und bei allem für was wieviel ?

Es gibt keinen Teufel und keinen Papst - wir haften an und binden uns :flowers:
und das ist ja zum Glück auch oft etwas Gutes!

... einen schönen Sonntagabend noch..

Lana*


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 20. Jan 2014, 20:27 
Hallo,

Boaaaah, da bin ich mal drei Tage nicht online und dann gibt es soooo vieles :)


Mich wundern solche Sätze, dass es da einen Teil gibt, der keinen Frieden will. @Lana
Für mich ist das eine enorme Bewertung und - wenn ich mal ein bisschen provozieren will - kommt mir ziemlich sandkastenmässig à la "aber eeeer hat angefangen" rüber.

Auch wenn man es nicht wahrhaben will, JEDER Anteil in uns, ist an unserem Wohlhaben interessiert! Er ist nur deswegen unruhig, weil er bewertet, in den Keller (Schatten) gesperrt, ignoriert und bestraft wird, ohne dass sich jemand die Mühe macht, zu hinterfragen.

Es geht im Schattenaspekt des Teufels sehr stark um Werte und innere Konflikte, und ich habe vor einiger Zeit einen hammermässigen Satz gelesen:
Du kannst den Kampf nicht gewinnen
Du kannst ihn nicht verlieren
Du kannst ihn nur kämpfen


Solange Menschen glauben, dass es diesen Kampf gibt, werden sie ihn kämpfen.
Das ist für mich ok, solange niemand denkt er müsse mir sagen, ich müssen ihn auch kämpfen.
Ich bin durch mit Kämpfen und halte mich an ein weiteres Sprichwort: Friede ist nicht der Ort, wo wir hinsollen, Friede ist der Ort, von dem wir ausgehen sollen.

Ob der Teufel Friede bringt oder nicht, ist eine Sache für sich
Er ist! Punkt!
Wir sind es, die mit ihm streiten wollen, weil/wenn wir diese Moral unbedingt vertreten wollen.

Auch in dem anderen Thread wurden Worte wie "Gut" oder 'positiv' eingsetzt. Ich persönlich distanziere mich von diesen Worten aus dem einfachen Grund, dass jeder sie anders bewertet.
Eliara, du hast für mich einen absoluten Punkt eingebracht, als du von der Moral gesprochen hast.
Die Prägungen, die wir mit auf den Weg bekommen, zB im Sinne von "so etwas tut man nicht" halten in der Idee der Transaktionsanalyse ja unser Rebellenkind in Schach. Das mag der eine oder andere als notwendig empfinden, aber genau dieses Rebellenkind ist notwendig, damit wir ein Erwachsenen-Ich überhaupt losgelöst von unseren Eltern entwickeln können.

Wir benötigen das "Teufelchen auf der Schulter"... und vielleicht merkt ja auch der eine oder andere, dass das Engelchen komischerweise so klingt wie die Mutter ;-)

Weiterhin wurde hier das Thema "Schattenarbeiter" etwas 'naserümpfend" angefasst. Ich möchte nicht unwirsch klingen, aber wer glaubt, dass Schattenarbeit einfach bloss die scheinbar negative Aspekte des Schattens einfach bloss nett oder neutral bewertet, hat keine ordentliche Schattenarbeit hinter sich oder weiss nicht einmal annähernd worum es geht.
Ich kenne solche Aussagen oftmals von Menschen, die glauben, dass ihr Kampf gegen die scheinbaren negativen Aspekte ihrer Selbst etwas Gutes sei, und die moralinsauer auf jeden anderen das projizieren, was sie als negativ bewerten... und sich nicht einmal bewusst sind, dass sich da etwas durch das Hintertürchen wieder eingeschlichen hat, nämlich, dass die ihm Schattigen Hinterzimmer immer dabei sind, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und sich für besser zu halten... Eric Berne's "Spiele der Erwachsenen" lässt grüssen.

Und nein, wir machen nichts Unfeines zu etwas Schönen. Wir hinterfragen, warum wir glauben, dass der Aspekt unfein ist und integrieren das Neutrale! Aber das ist vielen zuviel Arbeit. Da macht es mehr Spass andere von oben herab zu betrachten und zu verur-teilen... sich von ihnen zu trennen... und gleichzeitig von diesem Aspekt unserer Selbst... und deswegen kann dieser Teil dann auch keinen Frieden finden... weil solche Menschen diesen Frieden nicht wollen!

Und für mich ist der Teufel schon ein sehr einfaches Kerlchen. Ich hatte das Glück, ihn mir von anfang an neutral betrachten zu dürfen, das machte es einfacher für mich.
Ich habe Egoismus nie als etwas negatives betrachtet sondern bin mir bewusst, dass das was viele negativ als Egoismus bewerten in Wirklichkeit "Egozentrismus", "Egomanie" und "Narzissmus" heisst.

Wer aber will, darf gerne weiter auf sein Ego kloppen, sollte sich aber bewusst sein, dass es sein Ego ist, das auf sein Ego kloppt ;-)
Da setz ich mich doch gerne mit dem Teufel in die erste Reihe und teile meinen Popcorn mit ihm :D


@Jenna,

Ein erstes Buch, das mir einen anderen Einblick auf den Teufel gab war: Das Gute am Teufel, eigenen Schattenseiten und Abgründen begegnen - von Rolf Kaufmann
eines, das ich gerade lese ist: Loki, Beweger der Geschichten - Yvonne Bonnetain
Ein drittes mit der Information über das 13. Jahrhundert ist ein französisches Buch über 666 Fragen über den Teufel und Satan
Diesen Aspekt kann man sich allerdings auch einfach mal in alten Sagen über den Teufel anlesen, in denen klar wird, dass er die gierigen aus dem Weg geschafft hat, nicht aber dazu verführen musste, ebenso wie man Ansätze davon im 6. und 7. Buch Moses nachlesen kann, in welchem Mönche den Teufel darum gebeten haben, ihnen zu erzählen, wo Schätze zu finden waren, er es ihnen aber nur dann sagte, wenn sie das Gold mit den Armen teilte.

Weiterhin liegen mir 2 Geschichten vom Seelenwolf vor, die ich dir gerne schicken kann.

Liebe Grüsse

Sound of Silence


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 22. Jan 2014, 15:11 
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Registriert: 9. Apr 2009, 16:56
Beiträge: 855
Hi S.o.S.!

Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Bin mittelschwer kränkelnd :hmpf:
Danke für die Buchtips :spitze: Werde ich mir gleich mal bei A... anschauen gehen. Das mit Loki hat mich am meisten interessiert - weil mich doch alles mit alten Sagen und Mythen "anmacht" hearth

Liebe Grüße.
Jenna

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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 22. Jan 2014, 17:02 
Hallo Jenna

Ist kein Problem, da sind wir wohl beidem am 'mittelschweren kränkeln' ;-)

Gute Besserung

Sound of Silence


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 Betreff des Beitrags: Re: XV Der Teufel
BeitragVerfasst: 31. Jan 2014, 10:55 
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Registriert: 25. Jan 2014, 10:25
Beiträge: 3
Ein interessantes Thema, „der Teufel“. Vielen Dank für die Anregungen. Meine Erfahrung ist, dass die Legung sehr nah am Unterbewusstsein ist, wenn der Teufel erscheint. Dann zeigen sich mehr als sonst Aspekte, die gerade in der Verdrängung sind. Schattenthemen, wenn man so will. Ich finde das sehr spannend.


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