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BeitragVerfasst: 24. Feb 2012, 09:34 
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Die Aspekte auf den 4 Ebenen

Das Halbsextil auf 4 Ebenen

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, ist das Halbsextil als merkurischer kleiner Denkschritt nicht geeignet, grosse Aktionen zu starten. Er befindet sich in einem Versuchsstadium und verliert leicht den Überblick, lässt sich beeinflussen und sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht. Deshalb macht dieser Merkuraspekt auf der physischen Ebene den Menschen unsicher und leicht irritier-bar. Der kleine Grüne ist einem quecksilbrigen Merkurier vergleichbar, der überall herumrennt und Informationen sammelt, keine Wertungen vornimmt und Fehlurteile fällt. Er relativiert und neutralisiert die Dinge ständig, wirft alles in einen Topf und verliert leicht den Überblick.

Auf der emotionalen Ebene, der 2. Stufe, ist der Halbsextilaspekt pure Neugierde. Diese Gefühlskomponente bewirkt, dass ein solcher Mensch überall hingetrieben wird und unbedingt dabeisein möchte, um wieder etwas zur Befriedigung seines Wissensdurstes zu erfahren. Wenn dies gefühlsmässig funktioniert und seine Neugierde befriedigt ist, wird daraus nichts mehr gemacht. Auf der Gefühlsebene entsteht häufig eine Unsicherheit, man weiss nicht so recht, was man eigentlich will. Viele lassen sich von einem stärkeren Willen beeinflussen, blenden und verführen. In vielen Belangen hat man keinen festen Standpunkt, ändert häufig seine Meinung und fragt jedermann um Rat.

Auf der mentalen Ebene, der 3. Stufe, macht dieser merkurische Aspekt vernünftig und lernfähig. Man sammelt Wissen und hofft, es einmal gebrauchen zu können. Das hat ähnliche Qualität wie das Zwillingszeichen, denn der Merkur ist dort der Planetenherrscher. Daraus resultieren dann auch die Kombinationsfähigkeit und der Wunsch, das Gelernte weiterzugeben und Informationen auszutauschen. Obwohl viel Wissen angesammelt wird, wird das Gelernte auch leicht wieder vergessen. Man vergisst auch häufig, was man vorher gesagt oder versprochen hat.

Der transformierte Merkuraspekt kann als eine ganz besondere Informationsquelle angeschaut werden. Wohin sich das Denken auch wendet, überall bekommt man die Informationen, die man gerade braucht. Oft wird man unbewusst dorthin geführt und findet im Buchladen genau das richtige Buch, das einem etwas zu sagen hat. Man ist auch gerne bereit, alle Informationen weiterzugeben, und behält nichts für sich, sondern lässt die Allgemeinheit davon profitieren.

Das Sextil auf 4 Ebenen

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, verlangt man mit einem Sextil materiellen Komfort. Man neigt zu Bequemlichkeit und lässt andere für sich arbeiten. Aus der Harmonie und dem Wohlbehagen möchte man nicht herausgerissen werden und reagiert empfindlich auf jegliche Störung. Deshalb besteht da häufig ein erheblicher Anspruch auf gleichbleibende Abläufe, auf modische Erscheinung wie auch auf Geld, Besitz und Wohlstand.

Im emotionalen Bereich, auf der 2. Stufe, wirkt ein Sextilaspekt vor allem auf die Reize der Schönheit und Harmonie, man hat Zugang zur weiblichen Libido, zum Femininen oder zu den schönen Künsten. Vom Gefühl her ist man auf Vollkommenheit und Perfektion und auf das „gewisse Etwas" eingestellt, das einem das Leben lebenswert macht. „Das Beste ist gerade gut für mich" wird häufig von Menschen beansprucht, wenn Ich-Planeten (Sonne, Mond, Saturn) mit diesem Aspekt verbunden sind. Man möchte keinen Streit und keine Unannehmlichkeiten, geht diesen geflissentlich aus dem Weg. Menschen, die mit Sextilen auf der Gefühlsebene funktionieren, sind auf der einen Seite durch ihre Harmonieliebe angenehme Gesellschafter, zeigen sich aber auch kritisch und abweisend gegenüber dem Hässlichen, dem Unvollkommenen, den Fehlern anderer. Sie meiden das Grobe, dulden keinerlei Aggressivität oder Konflikte.

Auf der mentalen Ebene, der 3. Stufe, wirkt sich das Sextil als gewisser Ästhetizismus aus. Man sucht nach harmonischen Beziehungen und nach einer schöngeistigen Philosophie. Man möchte das Glücksgefühl vom Gleichklang der Seelen in einer Weltanschauung oder in der Kunst zum Ausdruck bringen. Das ergibt dann schöngeistige Bestrebungen und idealistische Ansprüche. Diese harmonische, kulturelle Denkungsart des venusischen Aspektes kann leicht von einem starken Geist beeindruckt werden. Wenn der Stil und die Formen stimmen, kann man sich seinem Einfluss nicht so leicht entziehen. Aber bei der geringsten Unstimmigkeit wendet man sich befremdet ab.

Das transformierte Sextil wächst gewissermassen aus den Ichbereichen der dreifältigen Welt heraus. Hier vermittelt das Sextil die Fähigkeit, die Dinge möglichst perfekt, haarscharf und klar darzustellen. Es ist die Fähigkeit, eine gewisse Synthese in allen Dingen zu finden und das Übereinstimmende aufzuzeigen. Die Liebe unter den Menschen wird proklamiert und intensiv nach Vollkommenheit und Gerechtigkeit gesucht. Diese harmonische, venusische Denkungsart ist im Umgang sehr angenehm, vermittelt Vertrauen und einen gerechten Standpunkt, wenn eine falsche Kompromissbereitschaft überwunden wurde.

Das Quadrat auf 4 Ebenen

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, liefert dieser Aspekt physische Energie, Kraftentfaltung, die zur Leistung führt. Wettkampfsportler brauchen diesen Aspekt, auch Soldaten, die blind mitmarschieren und sofort das tun, was ihnen aufgetragen ist. Dieser Aspekt ist auf dieser Stufe undifferenzierte Aktivität, Energieumsatz ohne zu fragen, warum. Er ist wie ein Motor, der Energie umsetzt. Deshalb sind Menschen mit vielen Quadraten auf dieser Stufe aggressive Kampfnaturen. Es hängt natürlich auch von den Planeten ab, die im Quadrat verbunden sind. Aber im Quadrat selbst steckt bereits Maskulinität, es handelt sich um eine männliche Kraft, die etwas bewirken will. Das Quadrat ist als solches mit seiner marsischen Wirkung auf der physischen Ebene etwas Undifferenziertes, eine Kraft, die blind eingesetzt wird, wenn Kampfgeist oder Fanatismus herrschen.

Auf der emotionalen Ebene, der 2. Stufe, wirkt das Quadrat aktivierend und meistens unausgeglichen. Die Gefühle werden durch ein Quadrat angeheizt und angestachelt. Wenn nichts geschieht, wird man unruhig und hat das Gefühl, etwas versäumt zu haben, wird oft von Ängsten getrieben, auch von Schuldgefühlen. Man treibt sich selbst an, kommt nicht zur Ruhe, bis alles getan ist, was einem aufgetragen wurde. In Gefühlsdingen reagiert man mit einer gewissen Empfindlichkeit auf mögliche Zurückweisungen und mit Euphorie und Leidenschaft auf Kontakt und Liebe. Man hat einen Erlebnishunger, der einen unkontrolliert antreibt und in Konflikte verstrickt. Auch der Kampfgeist kann emotional aufgeheizt werden, wenn der richtige Funke anzündet.

Erst auf der Mentalebene, der 3. Stufe, erfahren wir das Quadrat als Energie-Spannung. Es bringt meistens Bewusstseinsprozesse hervor, und so lernen wir auf der Denkebene mit Konflikten umzugehen. Es geht hier meistens um eine Gegenüberstellung der Polaritätskräfte, die intelligent erfasst werden. Das gehört mehr zum Denken und nicht zum Fühlen. Die Auseinandersetzung ist dann eine notwendige Folge, vor allem, wenn man sich im Denkbereich mit bestehenden Problemen näher befasst. Man möchte wissen, warum und weshalb etwas nicht in Ordnung ist. Man strengt sich an, Wege zu finden, um aus dem Konflikt herauszukommen. Wenn das Horoskop mehrere Quadrate aufweist, kann daraus auch eine gewisse Freude am Konflikt entstehen. Solche Menschen können oft nur aus einer Konfliktsituation heraus etwas gewinnen. Sie schaffen sich immer wieder Konflikte, weil sie denken, es läuft sonst nichts. Diese Menschen kommen durch den Widerstand oder durch das Gegenteil, das sie behaupten, erst zu einer echten Auseinandersetzung. Wenn nun ein Mensch kein Quadrat im Horoskop hat, fehlt ihm diese Kraft, er scheut dann Auseinandersetzungen und Konflikte.

Das transformierte Quadrat ist frei vom triebhaften ungesteuerten Aktivitätsdrang. Energie wird nicht vergeudet, sondern intelligent eingesetzt, um Ziele zu erreichen und etwas zustande zu bringen, was vorher nicht da gewesen ist. Man will Lösungen für bestehende Probleme finden und mit alten Zuständen aufräumen, man setzt Dinge und Menschen in Bewegung, etwas für die Verbesserung zu tun, man scheut keine Mühe, Schwierigkeiten zu beseitigen. Der ökonomische und intelligente Einsatz der Energie erreicht auch immer etwas. Es gehört zum erfolgreichen Unternehmergeist, mentale Energie zur Verfügung zu haben. Das transformierte Quadrat gibt eine energiegeladene Denkkraft und überzeugt auch Andersdenkende.

Das Trigon auf 4 Ebenen

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, besteht mit dem Trigon, dem blauen Jupiteraspekt, ein starkes Bedürfnis nach Ruhe und Wohlbefinden, nach Aufrechterhaltung eines Zustandes. Das hat mit Sicherheit zu tun, man möchte einfach alles so, wie es ist, aufrechterhalten und geniessen. Daraus entsteht physisch eine gewisse Trägheit. Wer einen Zustand bereits optimal besitzt, strebt nicht mehr nach einer Verbesserung, weil das Vorhandene eigentlich schon genügt. Es entsteht daraus eine Sattheit und oft genug auch Stillstand.

Auf der emotionalen Ebene, der 2. Stufe, ist ein Trigon sehr angenehm. Man kann dieses Glück oder diesen erfreulichen Zustand voll auskosten. Das Glücksempfinden, das daraus entsteht, ist auch die Ursache dafür, dass man das Trigon in der traditionellen Astrologie den Glücksaspekt nannte. Aber bei manchen verursacht das blaue Trigon einen Zustand der Stagnation und der Antriebslosigkeit. Wenn jemand alles hat, muss er sich nicht mehr anstrengen und gerät in Gefahr, passiv, bequem oder sogar resigniert zu werden. Manche erwarten mit grosser Selbstverständlichkeit von ihren Mitmenschen Bedienung und Hilfe.

Auf der Mentalebene, der 3. Stufe, bedeutet das Trigon die ausgereifte Frucht, die Perfektion eines Zustandes oder einer Fähigkeit. Wenn zwei oder drei Planeten im Trigon mental funktionieren, ist das ein Zustand völliger Ausgewogenheit und Überlegenheit. Aber auch auf der Mentalebene gibt es durch die Fülle Zustände der Stagnation und des Stillstands. So jemand glaubt alles bereits zu kennen, über nichts ist er mehr erstaunt, alles weiss er schon im voraus. Daraus resultieren Gleichgültigkeit, ein mentaler Stolz und die Weigerung, sich weiterzuentwickeln, weil man meint, die höchste Stufe schon erreicht zu haben.

Das transformierte Trigon schenkt die ausgereiften Früchte aller vorangegangenen Bemühungen. Dieser Aspekt giesst sein Füllhorn über uns aus, hebt das Bewusstsein empor, verschafft einen Überblick und lässt uns überpersönliche Zusammenhänge erkennen. So jemand reagiert auf alle äusseren und inneren Prozesse positiv und heilsam. Fähigkeiten können optimal in ihrer Fülle eingesetzt und ausgeschöpft werden. Erfolg auf der ganzen Linie ist möglich. So jemand ist frei von persönlichen Wünschen und gewinnt durch seine Abgeklärtheit das Vertrauen seiner Mitmenschen. Wer nicht mehr angetrieben wird von Ehrgeiz, Machtstreben oder Mangel irgendeiner Art, der erreicht ein Stadium des Optimums, einen Zustand der Perfektion, Ausgewogenheit und Zufriedenheit, aber auch der Weisheit.

Das Quincunx auf 4 Ebenen

Der Quincunx-Aspekt ist wie das Halbsextil ein Denkaspekt und hat auch die Dreidimensionalität in sich. Weil Denkaspekte schwer zu erfassen sind und in der Literatur fast nichts darüber zu finden ist, wie sie beurteilt werden müssen, sind sie von besonderem Interesse. Wir haben darüber bereits im vorherigen Kapitel geschrieben und diesem Thema in der „Lebensuhr" (15) ein ganzes Kapitel gewidmet.

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, ist der 150°-Winkel ein Unsicherheitsfaktor. Als Denkaspekt kann er physisch nicht leicht verwirklicht werden. Wie oft lassen Menschen mit vielen grünen Aspekten die ihnen aufgetragene Arbeit einfach liegen, schieben sie vor sich her, warten auf bessere Zeiten. Auf der physischen wie auch auf der Gefühlsebene erzeugt das Quincunx abschweifendes Denken, verschwommene Ziele, Illusionen, Projektionen, Luftschlösser. Dadurch verzögert und irritiert er die Verwirklichungsgabe. Dinge, die man in Angriff nehmen will, schiebt man immer wieder hinaus und stellt sie erst nach langem Zögern und Grübeln fertig. 1 läufig genügt es, sich ein Ziel, eine Gegend oder einen Zustand einfach vorzustellen. Die Vorstellung ist wichtig, aber erreichen muss man das Ziel nicht unbedingt. Man schwelgt gerne in seinen Gedanken und in seiner Phantasie und oft befriedigt das schon. Ohne zu wissen, was man konkret tun soll, hat man das unbestimmte Gefühl, zu etwas Besserem geboren zu sein. Man lässt sich beeinflussen, tut meistens nur das, was andere von uns erwarten, unterwerfen uns gerne einem stärkeren Willen - wenigstens bis wir wissen, was wir wollen. Sucher sind wir, eine unbestimmte Sehnsucht t reibt uns weiter.

Auf der psychischen Ebene, der 2. Stufe, wirkt er sich als Sehnsuchtsaspekt aus, wie ihn Thomas Ring in seinen Büchern beschreibt (27). Es ist ein Gefühl, wo man mit seiner ganzen Wunschkraft nach einem unbestimmten Zustand hin tendiert, das eigentliche Ziel aber nicht richtig anpeilen kann. Entweder greift man zu kurz oder, wenn die Sehnsucht überwuchert, zu weit. Es ist dieses Ausgreifen nach irgendetwas aus einer unklaren Sehnsucht heraus.

Auf der 2. Stufe finden wir uns in der Zweifelsphase. Obwohl wir uns anfangs in unseren Träumen und Projektionen noch Wohlfühlen, ergreift uns mit der Zeit dennoch ein nagender Zweifel, ob alles richtig sei, so wie es ist. Wir fangen nun an, zu denken, zu fragen und zu philosophieren. Ein geradezu faustisches Ringen beginnt mit all den Zweifeln und dazugehörigen Glaubenskrisen. Die Wahrheit hat so viele Gesichter, wir sehen so viele Möglichkeiten und verlieren uns leicht im Relativen. Wir können uns für nichts entscheiden, was von geringerem Wert ist als das Beste und Schönste, das wir uns vorstellen können, und geraten in eine intensive Entscheidungskrise.

Auf der Mentalebene, der 3. Stufe, wirkt der lange grüne Denkaspekt besonders bewusstseinsbildend. Er setzt ununterbrochen Denkprozesse in Gang. Eine Auswahl zu treffen, verlangt Unterscheidungsfähigkeit. Deshalb ist das Aneignen dieser Fähigkeit etwas Erstrebenswertes, was jeder Mensch entwickeln sollte. Sie ist die wichtigste Funktion des Denkens, wie auch der gesamten Intelligenzentwicklung. Der grosse Denkschritt des Quincunx-Aspektes sammelt aus vielen Erfahrungen das Wesentliche heraus. Erst wenn der Mensch durch Entscheidungskrisen gegangen ist und sich intensiv mit vorhandenen Konflikten oder Objekten auseinandergesetzt hat, kann er eine Wahl treffen und das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden. Was dann geschieht, ist sehr interessant. Entscheidungen trifft man erst in dem Augenblick, wenn der Wille aktiviert wird. Die Willensfunktion beim Quincunx-Aspekt auf der Mentalebene ist dasjenige Element, das eine Auswahl trifft und sich für das entscheidet, was für die eigene Entwicklung wichtig ist; alles andere wird zurückgestossen und schliesslich ausgeschieden.

Aber auch hier gibt es gefährliche Klippen. Wenn wir uns diesem dreistufigen Entwicklungsprozess nicht unterziehen, uns nicht für die Gesetzmässigkeiten inneren Wachstums entscheiden, kann uns ein langer grüner Aspekt durch ein der Planetenqualität entsprechendes Geschehnis die Entscheidung abnehmen. In der modernen astrologischen Literatur wird der Quincunx-Aspekt auch «Finger Gottes» genannt, und oft schon hat er Uneinsichtigen oder Lauen harte Schicksalsschläge eingebracht. Es ist empfehlenswert, sich frühzeitig auf die Entwicklungsqualität des Quincunx-Aspektes einzustellen und sich vor allem bei Alterspunktaspekten (17) darauf vorzubereiten.

Der transformierte Quincunx-Aspekt bedeutet die Fähigkeit, selbständige Denkprozesse zu führen und kreative, einfallsreiche Lösungen zu finden. Auf dieser Stufe sind wir flexibel und autonom zugleich. Wir erkennen, dass es an uns selber liegt, ob wir ans Ziel kommen oder nicht. Jetzt können wir uns auf ein Ding, auf eine Angelegenheit beschränken, auch wenn dies eine Minderung unserer Freiheit, unserer Phantasie oder idealen Vorstellung bedeuten sollte. Hier wird der lange grüne Aspekt zum Willensaspekt. Mit erhöhter Konzentration wird das Denken intensiv an einem bestimmten Punkt entlanggeführt, holt alles zusammen, was dazugehört.

Die Opposition auf 4 Ebenen

Auf der physischen Ebene, der 1. Stufe, besteht eine echte Polarität Die Opposition entsteht ja auch zwischen zwei Planeten, die sich gegenüberstehen. Wir zeichnen sie im Horoskop als roten Strich ein, sie ist eine Blockade auf der physisch-realen Erfahrungsebene, wirkt wie ein Sperraspekt und erzeugt ein Gefühl des Fixiertseins, des Nichtweiterkommens. Man fühlt sich wie an zwei Enden angenagelt, blockiert. Physisch kann das im Leben alle möglichen Auswirkungen haben, wie Sturheit, Fehlleistungen, falsche Einschätzungen. Man identifiziert sich leicht mit dem einen Pol, der andere wird verdrängt und als Feindbild gewertet. Die Polarität ruft zum Bekämpfen auf, wodurch die Energien in eine verkehrte Richtung gelenkt werden. Je nach Häuserachse entstehen Ängste, Abwehrhaltungen und Fanatismus, die gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Das Kämpfen gegen Windmühlen, gegen vermeintliche Feinde, die Verteidigung als Angriff: All das sind Fehlhaltungen einer nicht gelösten Opposition.

Auf der psychischen Ebene, der 2. Stufe, ist die Polarisierung schon etwas schwankend, weil vom Gefühlselement das Bewegliche dazukommt. Der Mond ist wechselhaft und gilt als Wasserprinzip. Hier kommt es zum Hin- und Herpendeln, man schwankt von einem Pol zum andern, wodurch die Polarität zur echten Dualität wird. Man wird das Opfer sowohl von der einen wie von der anderen Seite, je nachdem welcher Planet stärker ist. Weil die Opposition durch das Zentrum, die Mitte geht, fühlen sich manche wie „durchbohrt" und leiden unter Ängsten. Aber die Opposition beinhaltet als roter Aspekt eine Menge Energie, diese kann manchmal explosionsartig hervorbrechen und sowohl Unheil wie auch Schaffenskraft bewirken. Aber fast immer wird auf dieser Stufe die Energieentladung durch Angst hervorgerufen.

Erst auf der Mentalebene, der 3. Stufe, wird die Opposition als Energiequelle zu einem intensiven Denkkonflikt führen, indem man dieser Spannung, die man in sich fühlt, Herr werden möchte. Da kommt es zunächst zu einer Entweder-Oder-Haltung. Menschen mit starken Oppositionen argumentieren vielfach mit diesen Kategorien. Sie sind kompromisslos, entweder schwarz oder weiss, dazwischen gibt es nichts. Weil diese Spannung unerträglich und quälend sein kann, entwickelt sich daraus, vom mentalen Bewusstsein her, ein Prozess des Suchens nach Befreiung von dieser Spannung bis hin zur Verdrängung. Wie bereits gesagt, ist die Opposition auch ein „Verdrängungsaspekt". Vom Denken kann relativ leicht mit der Kraft des Blockierens, Fixierens und der Sperrung die quälende Situation ins Unterbewusstsein verdrängt und weggewischt werden. Erst wenn andere Elemente im Horoskop mitfunktionieren, wenn lange genug darüber nachgedacht wurde oder die Opposition durch blaue oder grüne Aspekte im Horoskop aufgelöst wird, kommt die Erkenntnis, dass die Polaritäten im Leben nicht diese sich bekämpfenden Kräfte darstellen, sondern dass sie ein Antagonismus sind.

Die transformierte Opposition ist eine wirkliche innere Kraftquelle. Sie verleiht dem Menschen Rückgrat, Festigung und eine stabile Haltung. Die Opposition geht nicht mehr durch das Wesenszentrum hindurch und verursacht keine Schmerzen und Ängste, sondern bekommt jetzt direkt aus dem inneren Kern eine kraftvolle Energiezufuhr. Antagonismus heisst jetzt Ergänzung, der eine Pol braucht den anderen, und nur miteinander können sie in einer schöpferischen und konstruktiven Weise kraftvoll eingesetzt werden.

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