Radix- Mondknotenhoroskop – Vergleich und Deutung.
Hallo ihr Lieben,
Viele kennen hier im Forum bereits das Mondknotenhoroskop. Es sagt etwas über die Aufsummierung bereits erlebter Inkarnationen aus, gibt Auskunft darüber, in welchen Lebensbereichen ( Häuser ) man schon Erfahrungen und Wissen gesammelt hat. Es sind tote Schatten, sozusagen wertlos für die Weiterentwicklung, sobald man sich gänzlich in ihnen aufhält. Das Radix ist daher der Lebensauftrag im Hier und Jetzt. Doch wäre es ein Fehler die „fruchtbare Asche“ eines Mondknotenhoroskops nicht zu nutzen und zu integrieren! Man setzt sozusagen sein Bauchwissen ein, behält aber ebenso dieses Hier und Jetzt, also das Radix im Auge. Gelingt dies, so spricht man von einer Integration, daher wird hier auch das Integrationshoroskop ein wenig behandelt.
Dies alles soll an einem Beispiel in gröberen Zügen vonstatten gehen. Dabei handelt es sich um Helena; sie hat mich per Mail gebeten ihr Horoskop als Beispiel zu nehmen, da sie sich besonders für das Mondknotenhoroskop interessiert und schon Monate hier stiller Mitleser ist. Im Radix finden wir ein Aspektbild vor, welches durch Dreiecke und einer Strichfigur hervorsticht. Das bedeutet, Helena trägt in sich die Grundmotivation von Liebe und Freiheit, die Strichfigur von Durchsetzung und Ich-Behauptung. Das neunte, elfte und zwölfte Haus sind besonders stark betont, wobei sich in letzteren zwei Häusern alle drei Hauptplaneten, also Sonne, Mond und Saturn befinden. Man soll durchaus sich selbst sein und einen gesunden Egoismus entwickeln. Die Du-Seite ist mehr verbal von Planeten im neunten Haus besetzt. Man kann Kontakte haben, braucht sie aber nicht unbedingt.
Im Mondknotenhoroskop dagegen zielt das Aspektbild in den kollektiven Raum der Häuser drei und vier. Dabei fällt sofort die losgelöste Sonne im vierten Haus auf, welche im Radix durch den Aspekt zu der Konjunktion aufsteigender Mondknoten/Mars besser eingebunden wird. Die Sonne dürfte daher ein Thema sein für Helena, sei es durch den Vater in der Kindheit, oder später eventuell durch einen Partner. Auch der Du-Raum kommt im Mondknotenhoroskop mehr zum Zuge, hier sind die Häuser fünf und sechs besetzt. Pluto steht hier im fünften Haus, Uranus und Jupiter in Haus sechs.
Wie wir wissen, kann man das Mondknotenhoroskop zunächst nur mit alten Archetypen beschreiben. Pluto in fünf spricht hier von „der totalen und bedingungslosen Beziehung, von Aufopferungsbereitschaft, von absoluter Treue, von einer Beziehung mit Tiefgang, mit Leidenschaft, Trennung, Wiederauferstehung“ usw. Man setzt sich total für den Partner ein, möchte alles bestens haben, und trotzdem besteht dabei die Gefahr, dass man dies alles ebenso vom Partner erwartet. Macht und Zwang ist eine der Fliegenfallen Plutos, alles will man perfekt und recht machen und findet sich oft im Chaos oder unter Trümmern einer gescheiterten Beziehung wieder.
Das sechste Haus bringt hier mit Uranus und Jupiter eine besondere Gabe zur Anpassung auf jeweilige Verhältnisse. Man kann gut improvisieren, bringt vieles zu einem großen ganzen und ist nie um Ideen verlegen im Alltag. Aber auch plötzliche Umbrüche der Bedingungen sind mit Uranus nicht selten, aber genau darin liegt seine große Kreativität verborgen, indem er voller Ideen und Einfälle steckt.
Die Häuser drei und vier verlangen natürlich Anpassung an das Kollektiv, an die Familie, an die Leute um einen herum, an die Heimat, an die jeweils vorherrschende Kultur. Man lernt voneinander, entwickelt Gruppensinn. Die Gefahr besteht hierin, dass man sich zu sehr in den kollektiven Normen ( man sagt, so ist es usw. ) hält und die eigene Identität vernachlässigt. Zum Ausgleich weißt hier der aufsteigende Mondknoten im zweiten Haus hin. Er will, dass man auf seinen eigenen Habitus und Selbstwert baut, sich auf seine Fähigkeiten und Talente besinnt. Daher ist hier die Venus wichtig, sie steht in der Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten. Auch Mars und Mond sind hier sehr wichtig, da sie im Aspekt mit dem aufsteigenden Mondknoten stehen. Bis auf Mars steht im Mondknotenhoroskop alles im unbewussten Raum. Man ist hier ein Bauchmensch gewesen, man handelte spontan und entschlossen, ohne manchmal selbst zu wissen warum.
Man hat viel Wissen über diese zwei Häuser drei und vier, man kennt den „Herd“ und den Sinn für die Familie, für Bekannte und Nachbarn, Onkels und Tanten. Man hat in diesen Bereichen gelernt, aber hier gibt es keine Weiterentwicklung mehr. Man kann dieses Wissen integrieren, es bei Bedarf anwenden und einbringen. Aber, man darf sein Radix nicht aus den Augen dabei verlieren, sonst lebt man in seinem Mondknotenhoroskop.
Wir wissen, dass der Mensch besonders in der ersten Lebenshälfte zwischen Mondknotenhoroskop und Radix „hin und herschwebt“. Das ist völlig normal, da man ganz unbewusst dazu neigt, sich auf das Bekannte und Sichere zu verlassen. Die Häuser im Radix sind sozusagen Neuland mit neuen Lernaufgaben. Was bedeutet dies für Helene? Jetzt liegt die Ballung im bewussten Ich-Raum. Helene ist sehr Waage – betont. Man ist diplomatisch, neigt aber ebenso dazu Konflikten aus den Weg zu gehen. Im Mondknotenhoroskop ist es klar, man ist für die anderen da, für die Familie, bringt sich dort ein. Aber im Radix sind nun die Häuser elf und zwölf ein sehr wichtiges Thema! Im elften Haus lernt man die Dinge zu überblicken, Einzelheiten zu einer Gesamtschau und Synthese zu bringen – gemäß dem hier herrschenden Uranus. Man überblickt vieles und mit der Waage als kardinales Luftzeichen möchte man auch mit den richtigen Freunden sein Leben ein wenig teilen. Die große Knospenkonjunktion mit Mond, Neptun und Merkur fällt besonders ins Auge. Man muss immer seine eigenen Gefühle herausfiltern, da Neptun manches verschleiert und man sich dadurch unsicher sein kann.
Mit dieser Konjunktion verbinden sich Feingefühl, Einfühlungsvermögen, das Talent für Dichtung und Prosa, Schauspiel, dem Vermögen, feingliedrige Gedanken in Worte zu fassen. Aber ebenso kann der Mond Probleme mit Neptun haben, sobald es um Liebe und Kontakt geht. Beide Prinzipien fühlen sich sehr ähnlich an, aber die Motivationen sind konträr. Neptun schöpft aus dem Nichts der Transzendenz seine All-Liebe, im Wissen darum, dass sie wieder nachfliest wie bei einer Quelle im Wald. Der Mond stellt natürlich als Kontaktplanet seine persönlichen Bedingungen, er möchte ja lieben und beliebt sein. Neptun kann hier vernebeln, die berühmte rosarote Wolke schaffen, so dass es zu Täuschung oder Enttäuschung kommen kann.
Aber die Hausstellung ist jetzt sehr wichtig anzusehen, da das zwölfte Haus erlösen und auflösen möchte – ganz gemäß dem dortig exoterischen Herrschern Neptun und Jupiter. Im zwölften Haus löst das veränderlich – wässrige Prinzip immer solche Dinge auf, welche der eigenen Weiterentwicklung bisher im Wege gestanden sind. Hier kann das ein wichtiger Ausgleich für Muster des Mondknotenhoroskops bedeuten, besonders aus den Häusern drei und vier – dem Angepassten.
Man ist spezialisiert im dritten und vierten Haus, im dritten herrscht die Meinung der jeweilig zeitlichen Öffentlichkeit, regiert von den Zwillingen und Merkur. Im vierten Haus herrscht der Mond, der dort für die jeweilige Kultur, Ahnenkette einer Familie und einer Rasse steht. Bruno Huber bezeichnete diese beiden Häuser als das „Gebrodel der kollektiven Masse“, und im zwölften Haus geht es mehr um das Sein in Form von „Ich bin, ich denke, ich sehe“. Der esoterische Saatgedanke dieses Hauses passt immer wieder sehr gut: „Ich verlasse meines Vaters Haus, und indem ich erlöse, kehre ich zurück“. Auch das neunte Haus ist von großer Wichtigkeit mit drei Planeten, da dieser von Jupiter beherrschte Bereich die Frage nach dem Sinn mit sich bringt. Da spielen Glaube und Philosophie eine große Rolle. Pluto ist hier im eingeschlossenen Zeichen des Löwen. Was könnte dies bedeuten? Grundsätzlich wurde man hier mit Pluto nicht geprägt. Aber im eingeschlossenen Zeichen versteckt er sich geschickt und man muss ihn in sich erst entdecken, ihm sich bewusst machen. Im Mondknotenhoroskop steht er zwischen Invert- und Talpunkt im fünften Haus, jetzt, im neunten Haus „erhebt“ er sich über diese Spiel- und Abenteuerwiese, möchte mit Abstand ein ganz neues Bild formen, so nach dem Motto „den Himmel entgegen“ Pluto herrscht bekanntlich esoterisch über Jupiter im Zeichen der Fische.
Im zwölften Haus kann man sich auch eine Sonnenaufgang vorstellen, mit feuchten Gras und Dunst in der Luft, mit angenehmer reiner Luft, inmitten eines Waldsees etc. Man schafft hier Keime, um sie später mit der Venus im ersten Haus umzusetzen, dazu der Aszendent Skorpion im Zeichnen der Venus. Pluto herrscht im Skorpion, es scheint hier wie eine Art Wiedergeburt oder Auferstehung zu sein. Ebenso kann man aus der Stille des zwölften Hauses heraus wirken, alleine arbeiten und forschen, natürlich meditieren, was besonders für Saturn hier sehr wichtig ist ( Ich habe auch Saturn in zwölf..) !
Das Integrationshoroskop zeigt durch die Überlagerung von Mondknoten- und Häuserhoroskop sofort an, wie die Energien zwischen beiden fließen. Primär sind natürlich Konjunktion und Opposition wichtig. Dabei fallen Saturn und Mars auf, im dritten Haus stehen sie in der Konjunktion und im zwölften sehr nahe beieinander. Da muss man Helena hinterfragen, wie sie mit „Gas und Bremse“ umgeht. Man kann jedenfalls ungemein diszipliniert mit diesem Aspekt arbeiten, und oft hat man dabei das Gefühl zu wenig für den anderen getan zu haben. Das Quincunx Sonne/Sonne im Integrationshoroskop lässt sicher länger suchen, hoffen, verzweifeln, glauben und zuletzt doch finden, nachdem Gewissheit über ein Ziel erlangt wurde…
Alles liebe! 
Arnold


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