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Tarot und Astrologie von Hajo Banzhaf Foren

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deutschland in der spermienkrise
      #43009 - 29.07.2003 14:26



[ 31. Juli 2003, 09:10: Beitrag editiert von: mondlicht1012 ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43010 - 29.07.2003 15:59

Die soziale Lüge

Durch die angeblich sozialen Absicherungen, wird auch verantwortung abgegeben.
familie ist ein Gewachsenes, wo jeder seinen platz finden sollte.
Hier werden die kinder in Horten und Kigärten grossgezogen, da Zuhause sonst nicht finanzierbar ist
Alte Menschen kommen ins Heim, da auch der Familienplatz nicht mehr gegeben ist.
Eine alte Dame ist mit einer Klage vors höchste Gericht gegangen, um aufzuzeigen das sie, die ein Minimum an Rente bekommt, da sie 4 kinder großgezogen hat und so kein anerkannten abgesicherten Beruf ausübte..unwillig war zu begreifen, das Ihre Kinder eine Unmenge an Abgaben leisten, und die Mutter selbst an Armutsgrenze leben muss.
Wurde abgewiesen.
Gruß
Susanne

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43011 - 29.07.2003 19:44

Hi Mondlicht  -

Das Problem ist nicht, daß die Deutschen ihre Krisen hochpuschen, neue erfinden oder überdramatisieren, das Problem ist, daß sie ihre Krisen nicht in Angriff nehmen. Sie ändern nix, sie machen Reformen, die sich später nichtmal als Reförmchen herausstellen. Ganz Germanien ist inzwischen eigentlich nix weiter als ein riesiger Flickenteppich.

Mit 40 Euro für eine Krankenversicherung kommen die Deutschen natürlich nicht aus. Die monatlichen Kosten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung, zu der ja per Verfassung alle gezwungen werden, die eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschreiten, belaufen sich auf weit über 100 Euro im Monat, vielleicht gar an 200 Euro heran. Rentner verursachen weit höhere Kosten, junge Leute weit geringere.

Was der Vergleich mit den USA soll, verstehe ich nun nicht ganz. Die haben 6 oder 7 Prozent Arbeitslosigkeit und dabei ein Wirtschaftswachstum von mindestens 2 Prozent. Das nennen die dort Rezession, bitte, wie soll man denn dann das nennen, was in Deutschland abgeht, mit über 10 Prozent Arbeitslosigkeit und einem wirtschaftlichen Nullwachstum?

Du kannst Deutschland mit Japan vergleichen, die Japse kriegen auch nix geregelt, hängen seit über 10 Jahren in derselben Wirtschaftskrise, die fatale Auswirkungen bis 'runter nach Südostasien hat, von wirklichen Reformen keine Spur.

Versuche doch mal, der Generation meiner Eltern hier in Deutschland und damit der politisch herrschenden Kaste klar zu machen, daß sie über die letzten 10, 20 Jahre weit über ihre Verhältnisse und damit auf Pump gelebt haben. Das ist ein aussichtsloses Unterfangen, ich schaffe das nichtmal bei meinen eigenen Eltern. Die Leutchen denken, sie kriegen alles gratis, vom Staat, zu geringen Beitragszahlungen. Deswegen kriegen sie auch keine Reform geregelt. Wenn der Staat aber völlig kollabiert, ist es zu spät. Und wer bezahlt dann die Schulden? Natürlich meine Generation und die Generation nach mir zahlt meine Schulden, weil ich nur durch Schuldenmachen die Schulden meiner elterlichen Generation abzahlen kann.

Puuuh, ... noch Fragen [Breites Grinsen]

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Wasserfrau

Registriert: 14.07.2001
Beiträge: 9483
Wohnort: Ingolstadt
Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43012 - 29.07.2003 20:45

Lieber UranusJay,
liebe Foris,

bei folgender Feststellung, lieber UranusJay, muß ich Dir Recht geben:

Zitat:
das Problem ist, daß sie [ die Deutschen ] ihre Krisen nicht in Angriff nehmen.
Ich habe oftmals den Eindruck, daß wir Deutsche uns zu sehr vor Veränderungen fürchten. Daß unser Sozialsystem neu reformiert werden müßte - wie es Schweden vor Jahren tat - wissen wir schon lange, es wird nur vor sich hergeschoben. Die Furcht davor, mal 10 Euro mehr abgezogen zu bekommen, ist größer als die Feststellung, daß unser Sozialsystem immer schlechter werden wird.
Und wenn unser Bundeskanzler sagt, daß keiner ein Recht auf Faulheit hat, dann wird er ausgebuht und in der Presse beschossen - und dabei wüßte ich nicht, was an dem Satz falsch sein soll... Es ist doch richtig, daß niemand ein Recht auf Faulheit hat; und leider sind mir persönlich viel zu viele Drückerberger bekannt, die auf Kosten des Staates nicht zur Arbeit gehen wollen (das soll nicht heißen, daß alle Arbeitslosen faul sind, aber es gibt noch viel zu viele, die unser soziales Netz mißbrauchen!).

Dann wird meines Erachtens an den falschen Stellen gespart, während für andere Dinge das Geld verpulvert wird. Zähne sind Kapital. Warum wird der Zahnersatz nicht bezahlt, während es die Pille für junge Frauen unter 18 auf Rezept gibt? Warum versucht man an anderen wichtigen Dingen zu sparen, während eine frühere Kollegin von mir jährlich zur obligatorischen 6-wöchigen Mutter-Kind-Kur geht, um mal "Urlaub" zu machen (by the way: sie und ihre Kinder sind vollkommen gesund!)?
Und warum bekommt eine krebskranke Bekannte von mir ein bestimmtes Medikament nicht, weil es zu teuer ist, während ein früherer Nachbar alle drei Jahre (und das seit 20 Jahren!) auf Entziehungskur geschickt wird, weil er das Saufen nicht aufhören will?
Warum zicken die Deutschen so rum, wenn es um Karenztage im Krankheitsfalle geht, wenn sie ohnehin Spitzenreiter in Urlaub und Feiertagen sind? Die Frageliste könnte man beliebig fortsetzen...

Ich würde den Leuten mehr Eigenverantwortung aufbürden: Eine (gesetzliche) Krankenkasse für alle, bei der man sich - ähnlich wie bei der privaten - aus verschiedenen Bausteinen die Leistungen zusammenstellen kann.
Ich plädiere für eine Arbeitspflicht (die Annahme JEDEN Jobs), sonst gibt's kein Arbeitslosengeld - aber nicht für junge Leute bis 25 Jahre, wie bereits vorgeschlagen, sondern bis 35 oder älter. Denn es hat sich schon immer so verhalten: Wer arbeiten will und Geld braucht, nimmt notfalls jeden Job. Und wer nicht will, läßt's halt bleiben...

Zitat:
Versuche doch mal, der Generation meiner Eltern hier in Deutschland und damit der politisch herrschenden Kaste klar zu machen, daß sie über die letzten 10, 20 Jahre weit über ihre Verhältnisse und damit auf Pump gelebt haben.
Das wird tatsächlich schwierig sein, lieber Jay, weil die Ansprüche immer mehr steigen.
Was mich persönlich immer ärgert: Ich habe Leute erlebt, die lauthals forderten, der Staat möge bitteschön für die Kinder aufkommen, denn das bisherige Kindergeld und die Steuerentlastung würden noch lange nicht das hergeben, was kinderlose Doppelverdiener haben.
Klar, es gibt immer mehr kinderlose Singles und Doppelverdiener und da möchte so manche Hausfrau das Einkommen einer berufstätigen Frau haben, denn sie leisten ja was. Und niemand fragt, wer die Wünsche und Ansprüche der Leute finanzieren soll, es wird in erster nur Linie gefordert und gejammert. Klar, auf der einen Seite sollen Kinder her, doch auf der anderen Seite kann die Wirtschaft auch nicht mehr auf die berufstätigen Frauen verzichten, die ihre Steuern zahlen.
Man möge mir jetzt bitte meinen Unmut verzeihen und es soll sich nicht jede Familie angesprochen fühle, aber wenn ich immer höre, wir sollten noch mehr Steuern zahlen, dann frage ich mich bald, für was ich überhaupt noch arbeite, wenn ohnehin der Großteil an den Staat fließt. Und ich möchte bemerken, daß ich selbst aus einer kinderreichen Familie komme. Damals ging's halt auf Urlaub in den bayerischen Wald und nicht auf die Malediven. Ich habe die Klamotten meiner älteren Schwestern getragen und nicht bei Benetton eingekauft. Und ich hab mir ab und an mal eine Tafel Schockolade bei Aldi gegönnt, aber keine 50 Mark auf einen Sitz bei McDonald's verfressen... Und wir brauchten damals noch keinen eigenen PC oder mit 18 das nagelneue Auto, dafür haben meine Eltern in Ausbildung und Studium investiert und das für alle vier Kinder bezahlt, und dafür notfalls auf die eine oder andere (notwendige) Anschaffung verzichtet - ohne dabei je zu klagen oder noch mehr zu fordern. Und: meine Mutter wird auch nie Rente bekommen, weil sie uns Steuerzahler in die Welt gesetzt hat Es heißt, Kinder haben ihre Ansprüche, doch niemand plärrt, wenn es um das Bildungssystem geht: Gleiche Ausbildungschancen für alle und Verbesserung des Schulsystems (Pisa-Test!).

Wir müssen uns vor Augen halten, daß Deutschland gegenüber den europäischen Nachbarn (noch) den besten Wohlstand hat. Im Gegensatz zu England oder Frankreich beispielsweise haben wir viel bessere Wohnverhältnisse, funkelnagelneue und teure Autos, bessere Straßen... Ach ja, und das was bei uns seit zwanzig Jahren schon verkabelt ist, steht auf den Häusern Englands noch in Form ein schiefen Antenne. Dies alles scheint den Deutschen noch nicht klar zu sein; ich stelle jedenfalls fest, daß man bei uns noch den Wohlstand nicht genießt, sondern als selbverständlich hinnimmt: Eine Katastrophe, wenn man eine Verkäuferin belästigen muß, damit sie Auskunft gibt. Muffige Beamte, arrogante Bankangestellte...
Doch wenn wir so weitermachen wie bisher, weiter den Bürokratismus in den Ämtern leben und kaum bereit für Reformen sind, wird es uns so gehen wie Japan, wo die Wirtschaft schon seit 13 Jahren auf Talfahrt ist. Und das europäische Ausland wird uns vermutlich einholen, denn eines haben sie uns vorraus, was sich im Zeitalter der Globalisierung für uns als Konkurrenz entpuppen kann: Einen Sinn für Dienstleistung, Kundenorientiertheit, Reformen und Freundlichkeit.

That's my opinion...

Liebe Grüße

Wasserfrau

[ 29. Juli 2003, 21:14: Beitrag editiert von: Wasserfrau ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43013 - 29.07.2003 21:00



[ 31. Juli 2003, 09:09: Beitrag editiert von: mondlicht1012 ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43014 - 29.07.2003 21:12



[ 31. Juli 2003, 09:02: Beitrag editiert von: mondlicht1012 ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43015 - 29.07.2003 21:36

Reiches Land pleite

Wirtschaft schrumpft, Steuereinnahmen brechen weg, aber Rekordüberschuß im Außenhandel
Die Bundesrepublik Deutschland steckt in der Krise. Wirtschaftswachstum Fehlanzeige, die Steuereinnahmen brechen weg und für die hochverschuldeten öffentlichen Haushalte sowie die Sozialkassen ist das in der Konsequenz der praktizierten Wirtschafts- und Finanzpolitik eine Katastrophe.

Am Donnerstag teilte das Statistische Bundesamt mit, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im ersten Quartal 2003 um 0,2 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2002 gesunken. Da auch jenes mit einer sogenannten roten Null abgeschlossen hatte, also einen leichten Rückgang verzeichnete, sprechen Ökonomen, Politiker und Medien jetzt von Rezession.

Gleichzeitig müssen Bund, Länder und Kommunen nach Angaben aus dem Arbeitskreis Steuerschätzung bis zum Jahr 2007 mit Steuermindereinnahmen von etwa 126 Milliarden Euro rechnen. Das verlautete ebenfalls am Donnerstag aus dem Gremium, das im brandenburgischen Lübbenau tagte. In diesem Jahr liege der Steuerschwund bei rund neun Milliarden Euro.

Beide Nachrichten treffen die Bundesrepublik zu einer Zeit, in der das langjährige Erfolgsmodell »Wohlstands- und Sozialstaat BRD« gründlich demontiert wird. Horrende Erwerbslosigkeit – offiziell sind mehr als 4,6 Millionen Menschen ohne Job – Steuerausfälle, nicht zuletzt dank einer verfehlten Unternehmensteuerreform der Schröder-Regierung, und riesige Defizite in den öffentlichen- und Sozialkassen erschüttern die gewachsenen gesellschaftlichen Strukturen. Eine breite Front aus Unternehmern und deren Lobbyisten, Ökonomen, Journalisten und nicht zuletzt Politiker predigen Sozialabbau und »Eigenverantwortung«. Mit Plänen wie der »Agenda 2010« des Gerhard Schröder soll das sozialpolitische System des Landes, inklusive der über Jahrzehnte errungenen Rechte von Beschäftigten und Gewerkschaften in die Steinzeit des Manchesterkapitalismus zurückreformiert werden.

Eine schrumpfende Wirtschaft und ausbleibende Steuern liefern dabei den »Reformern« neue Munition. So erklärte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) postwendend, angesichts der massiven Steuerausfälle werde er alle staatlichen Leistungen auf den Prüfstand stellen. »Wir müssen die staatlichen Ausgaben auf das bringen, was an staatlichen Einnahmen zur Verfügung steht«, drohte Eichel am Donnerstag in Berlin. Zugleich rief zu einer gemeinsamen Anstrengung aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte auf.

Für diese große Koalition der Sozialabbauer steht die Union offenbar Brecheisen per Fuß: »Wie bei den Hartz-Gesetzen werden wir uns konstruktiv in der Sache verhalten, damit sich in Deutschland endlich etwas bewegt«, sagte CDU-Chefin Angela Merkel dem Mannheimer Morgen.

Grundlage seien die Vorschläge der Union. Doch werde man unterstützen, »was in die richtige Richtung geht«. Als Beispiel nannte sie die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.

Scheinbar konterkariert werden die wirtschafts- und finanzpolitischen Hiobsbotschaften durch eine dritte Zahl, die seit Mittwoch vorliegt. Demnach erzielte die Exportwirtschaft der BRD im Jahr 2002 einen neuen Rekordüberschuß im Außenhandel von 126,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2001 erzielten die im internationalen Handel tätigen Unternehmen ein Plus von 95,5 Milliarden Euro. Und das, bei angeblich so schlechten Bedingungen am »Standort Deutschland«, wie »zu hohe Lohnkosten«, »verkrustete Strukturen am Arbeitsmarkt«, oder »ausufernde Bürokratie«, um nur einige Stichworte der Neoliberalen zu nehmen.

Fakt ist statt dessen, daß die BRD-Unternehmen international nicht nur wettbewerbsfähig sind, sondern ganz offenbar Spitze. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte Deutschland bei 240 Handelspartnern mit 170 Ländern positive Handelsbilanzsalden. Den höchsten Überschuß in Höhe von 26,6 Milliarden Euro erwirtschafteten die Unternehmen auch im Jahr 2002 im Handel mit den USA.
Ein riesiger Handelsbilanzüberschuß auf der einen, 126 Milliarden weniger Steuereinnahmen in den kommenden fünf Jahren auf der anderen Seite sind nur scheinbar ein Gegensatz. Hierbei wird nur deutlich, daß die BRD, nimmt man den privaten Sektor, ein immens reiches Land ist. Aber der Reichtum bleibt bei den Besitzenden. Eine Umverteilung von unten nach oben über Steuergesetze und –Gestaltungsspielräume für Unternehmer und Freiberufler, die nahezu ausschließliche Finanzierung der öffentlichen Haushalte durch die Beschäftigten mit ihrer Lohnsteuer und die weitverbreitete Steuerflucht der Reichen haben das Staatswesen in die Finanz- und Zahlungskrise geführt. Und erneut sollen gerade Lohnsteuerpflichtige, Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfänger für diese bewußte Fehlsteuerung zahlen. Das alte Motto wird ganz frisch aufpoliert: Verluste sozialisieren, Gewinne werden privatisiert. Diese Entwicklung markiert eine Spirale nach unten, die in der Konsequenz zur Marginalisierung des Staates führt, was – man denke nur an GATS oder die »Harmonisierung« innerhalb der EU – durchaus gewollt ist.

In diesem Sinne
Horrido

Gylfi

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43016 - 29.07.2003 21:48

Ihr Lieben !

Mein Gott, mich kotzt das ewige Gejammer und die Panikmache auch schon lange an ! Daran sind meiner Meinung nach hauptsächlich die Medien Schuld. Die Deutschen hocken jetzt auf ihrem Geld (denn es verdient niemand wesentlich weniger als früher, oder ? Man hat nur das Gefühl bekommen, sein Geld horten zu müssen. Dabei sind wir immer noch eines der reichsten Länder, und es geht uns doch - objektiv betrachtet - immernoch saugut, oder ?), und wenn nichts gekauft wird, geht die Wirtschaft in den Keller.

Das ist so was typisch Deutsches: Pessimismus und Passivität. Denn das sind meiner Meinung nach die Ursachen für unser momentanes Problem. Immer erwarten, dass einem alles an den A... getragen wird. Nur keine Risiken eingehen, nur keine Verantwortung übernehmen. Und immer darauf warten, dass Vater Staat den Karren aus dem Dreck zieht, ohne dass man dafür auf was verzichten muss oder gar selbst Hand anlegen muss. Und nur ja nichts ändern, nichts Neues ausprobieren.

Momentan schreien nur alle über die Steuerreform und die Rentenreform, dabei müsste denkenden Menschen doch längst klar sein, dass man kein Geld ausgeben kann, das nicht vorher hereingeholt wurde. Aber viele scheinen zu glauben, die Politiker würden die ganzen Kürzungen nur aus reiner Bosheit vornehmen. Man wirft den Politikern Unfähigkeit vor, aber niemand bedenkt, in welch schwieriger Lage sie sind, und dass es anders gar nicht gehen kann, dass das, was man bisher getan hat, lange nicht genug und viel zu zimperlich war.

Wenn ich mich selbst mal als Beispiel nehme: mir wurde gerade in der Probezeit gekündigt, was bedeuten würde, dass ich ohne Arbeitslosengeld auf der Straße sitzen würde, und das der puren Willkür meiner Chefin zu verdanken hätte, die mich einfach raushaben wollte.
Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass es sowas wie die Arbeitslosenunterstützung gibt, und es mir erst mal möglich ist, für ein paar Monate meine Wohnung zu halten und mir was zum Essen kaufen zu können. Solange bis ich weiß, wie es weitergeht. Wäre das nicht so, hätte ich jetzt die nackte Panik um meine Existenz. Und da ich das jetzt am eigenen Leib erfahren habe, wie schnell man arbeitslos werden kann, und welche Ängste man dabei hat, kann ich nicht mehr schreien: alles faule Schmarotzer, die kriegen viel zuviel Geld. Nein, unser soziales Netz ist eine unglaublich tolle Sache, und wir sollten das unbedingt beibehalten: ABER auf eine Weise, die funktioniert. Zur Zeit habe ich den Eindruck, dass die Arbeitslosen mehr oder weniger in die Schmarotzerhaltung hineingetrieben werden. Zum Beispiel: als ich meine Vermittlerin fragte, ob ich denn einen Nebenjob annehmen könnte, da wurde mir gesagt, ich dürfe aber nur so und soviel dazuverdienen, sonst bekäme ich den Betrag vom Arbeitslosengeld abgezogen. Na und ?! Ist es nicht viel besser, wenn ich mir soviel wie möglich selbst verdiene ? Könnten die nicht froh darüber sein, mir nur die Hälfte des Arbeitslosengeldes zahlen zu müssen ? Statt dessen werde ich quasi davor gewarnt, zuviel zu verdienen *Kopfschüttel*.
Sowas kapier ich eben nicht ... ich finde, jemand, der arbeitslos wird, sollte dazu angehalten werden, irgendeinen Job zu machen, bis er wieder in seinem richtigen Beruf tätig werden kann, um sich so weit wie möglich selbst zu finanzieren. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit fände ich durchaus zumutbar. Ich bin jetzt 3 Tage zuhause und langweile mich schon zutode. Der Mensch hat ein starkes Bedürfnis, seinen Tag mit einer sinnvollen Tätigkeit auszufüllen.

Ich glaube, was bei uns angesagt wäre, wäre ein Gesinnungswandel hin zu mehr Optimismus und einer gewissen Lebensfreude.

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43017 - 29.07.2003 22:37

Hallo Trisha!

Zitat:
...Das ist so was typisch Deutsches: Pessimismus und Passivität. Denn das sind meiner Meinung nach die Ursachen für unser momentanes Problem. Immer erwarten, dass einem alles an den A... getragen wird. Nur keine Risiken eingehen, nur keine Verantwortung übernehmen. Und immer darauf warten, dass Vater Staat den Karren aus dem Dreck zieht, ohne dass man dafür auf was verzichten muss oder gar selbst Hand anlegen muss. Und nur ja nichts ändern, nichts Neues ausprobieren...

... ich finde, jemand, der arbeitslos wird, sollte dazu angehalten werden, irgendeinen Job zu machen, bis er wieder in seinem richtigen Beruf tätig werden kann...

Wenn’s geht, bitte keine Verallgemeinerungen. Für Menschen um die 30 mag das ja wohl zutreffen. Aber wenn jemand in seinem Leben schon dreimal umgeschult hat und sich auch ständig weitergebildet hat, hilft ihm das dann doch nicht sonderlich viel in unserer Gesellschaft, wenn er weit über 40 Jahre alt ist. Dann ist er nämlich schlicht und ergreifend zu alt und zu teuer für den Arbeitsmarkt in diesem unserem Lande. – Und das ist kein Klischee. Das ist die Realität. Du siehst, es geht hier in erster Linie nicht ums Jammern. Würdest Du so jemand in den Supermarkt schicken, damit er dort Kisten stapelt?

Viele Grüße

Gylfi

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SilverAngel
Mitglied (fleißig dabei)

Registriert: 20.10.2002
Beiträge: 176
Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43018 - 29.07.2003 22:41

Hi There

Also, mich wundert nichts mehr. Die Deutschen sind satt aber total. Die Eigenverantwortlichkeit wurde ihnen abgenommen bzw nie gelehrt, die Arroganz wuchs seit dem letzten Krieg permanent.
Naja was soll ich sagen, ich mag mein Heimatland immer noch bin aber auch sehr froh in Deutschland nicht mehr leben zu müssen.

Das Sozialsystem ist für mich im Prinzip schon längst tot. Jeder hat sich den Rahm abgeschöpft wo er nur konnte. Ich erinnere mich noch an die 70iger, als manche Verwandte regelmäßig in ihren Extraurlaub alle zwei Jahre gingen...yeah richtig die Kur, obwohl sie total fit waren..es war doch ihr Recht, konnte man damals hören.."das steht mir doch zu, andere tun es ja auch"...

Als ein Norbert Blüm die Einheitsrente forderte wurde er fast gesteinigt und als Traumtänzer deklariert.
Dabei ist das nichts Neues, die Holländer haben diese Einheitsrente seit den 50igern.
Es funktioniert, also was stimmt für die Deutschen nicht??? Bildungssystem: Schafft endlich das Dreiklassensystem ab!!! Diese überholte Schulform ist so was von krank, dass es mir jedesmal graust wenn ich nur daran denke.
Kein Wunder das die Deutschen in der neuen PISA-Studie weit abgeschlagen wurden.
Gesundheitssystem: Wer auf Grund eines Unfalls Physiotherapie braucht, sollte dies uneingeschränkt schon noch bekommen. Andere sollten ihre Massagen selber bezahlen. Als ich noch in Deutschland lebte und arbeitete tat ich es, freiwillig.
Meine Zahnkrone zahlte ich auch komplett selbst (Zahnarzt war etwas verwundert darüber aber was solls)

Hier in Kanada haben wir eine staatliche Krankenversicherung, für die übrigens keiner Abgaben bezahlt!!! (Versicherungskarte muß alle drei Jahre erneuert werden), die den Arztbesuch bezahlt, Untersuchungen wenn es erforderlich ist (muß immer der Arzt anorden), Krankenhausaufenthalt, wenn es notwendig ist usw.
Aber jetzt kommts: Medikamente, egal welcher Art (Herzmedikation, Blutverdünner Zuckertabletten) muß man komplett selbst bezahlen. Also nicht nur die Rezeptgebühren wie in Deutschland, nein, komplett den Preis.
Ich weiß es, weil mein Mann einiges nun permanent einnehmen muß und wir hunderte von Dollars alle 3 Monate hinblättern dürfen.Beim Zahnarzt muß alles komplett selbst bezahlt werden, hier greift die Krankenkasse nicht ein.
soviel dazu.

Jobsuche: Bin z.Zt. ein lebendiges Beispiel.
Hier läuft man zu den Companies und fragt nach einem Job. Man kriegt dann eine vorgefertigtes Formular was man ausfüllt und dann wieder abgibt. That`s it. Hier fragt man niemals nach. Es heißt: "Dont`t call us, we call you".
So, dann lehnste dich ersteinmal zurück und wartest.
Ein Interview habe ich bisher hinter mich gebracht und zwar bei Wal-Mart.
Wie dieses Interview hier ablief würde in Deutschland schon locker zu einer Klage reichen.
Die Fragestellung ist manchmal so persönlich gewesen, dass ein deutscher Arbeitgeber aber mal ganz locker in trouble gekommen wäre.
Kleines Beispiel dazu.
Frage: Sie waren früher öfter spät zur Arbeit erschienen, dies ist aber jetzt vorbei. Wie würden sie dem zustimmen Ja oder Nein?
Meine Antwort: Weder noch..(Blick der Interviewerin wurde etwas dümmlich)..weil ich früher niemals zu irgend etwas spät gekommen bin. Weder in der Schule noch zur Arbeit. Sie hatte es wohl kappiert, war aber immer noch irritiert.
Frage: Sie stellen fest, dass ein Kollege Marijuahna geraucht hat, seine Arbeit aber dennoch zur vollsten Zufriedenheit tut. Berichten sie ihre Beobachtung an den Manager?
Meine antwort: Nein, weil ich kein Spion bin und mich dies nichts angeht.
Naja, ich könnte dies noch weiterführen. Ich wollte nur mal zeigen wie es sich hier verhält.
Für mich war das ganze mehr amüsant und ich mußte mir manchmal auch das Lachen verkneifen.

Nun wie dem auch sei, auch in Kanada ist nicht alles Gold was glänzt aber die Menschen sind lockerer und vieles wird nicht soooooooo tierisch ernst genommen wie in Deutschland.

Abschließen würde ich einfach sagen, es muß endlich das ganze zusammenbrechen, damit wirklich etwas neues aufgebaut werden kann.
Gilt für die ganze Welt!!!!

Bis demnächst
SilverAngel

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43019 - 30.07.2003 00:29

Liebe Leute,

also, was für mich ja auch zum Gejammer der Deutschen gehört, ist das Gejammer ÜBER die Deutschen, das hier aus den Zeilen spricht, sorry.

Das ist doch mindestens genauso medienbeeinflusst wie die Leute, auf die Ihr Euch hier anscheinend bezieht...Was viele einfach nervt, und auch zu Recht, ist, dass es wegen tausender Gesetze hier keine grossen Handlungsfreiheiten gibt, was die Lebensgestaltung - und auch die Jobgestaltung- angeht.Und dass von Politikerseite (und die geben nun mal noch die Richtung vor)nichts kommt, was der Situation angemessen wäre - geschweige denn sie verbessern würde.

Ich kenne viele Menschen, die sehr tatkräftig und optimistisch in ihrem eigenen Leben sind, die sich bemühen, etwas aufzubauen und zu erhalten, und die für die Leistungen des Staates auch hart gearbeitet haben. Ich für meinen Teil bin auch froh, dass ich meine Jungs allein erziehen konnte, und da Unterstützung vom Staat bekommen habe. Für mein Verständnis ist die Wirtschaft eines Staates dazu da, um das Grundgefüge, und das Sozialgefüge ist ein Teil dessen, zu ermöglichen. Eine Demokratie, auf die ich stolz wäre, wäre eine, in der alle ihre Verantwortung übernehmen und jeder sein Teil dazu beiträgt, in welcher Form auch immer. Ein gutes Sozialsystem, das transparent ist, Missbrauch weitgehend ausschliesst (ja, das geht-aber es ist leider bezeichnend, dass es nicht praktiziert wird...)und auch den Förderungsgedanken in sich trägt, wäre wesentlicher Teil davon.

Das Jammern, auf das Ihr Euch bezieht, höre ich nicht im Volk, sondern gerade bei den "höheren Rängen" und den einzelnen Interessenlobbys. Es ist eine konzertierte Kantate, um den Sozialabbau zu rechtfertigen und die Profite einiger weniger zu sichern.

Ich glaube aber, man kann auch stolz auf seine Eigenleistung sein, ohne in einen verbissenen Sozialdarwinismus verfallen zu müssen...oder?

Lieben Gruss
Kundrie

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43020 - 30.07.2003 01:35

Eigentlich drängt sich ja so manche Erkenntnis aus den bisherigen Antworten auf. Aber ob hier im Forum oder in anderen Medien drücken sich alle darum, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Denn wenn es erstmal ausgeprochen ist, dann kann man ja nicht mehr so einfach zurück.

ANGST ESSEN (VOLKS-)SEELE AUF

Wer traut sich, Pandoras Büchse aufzumachen, um auch nachzuschauen, ob es wirklich so schlimm ist, was uns da erwarten könnte?

Right now I am not capable, aber das kommt noch.

01.08.2003, 10.50 auf Tarot.de gefunden:
Jeder halbwegs clevere Politiker der Rechten weiss: Die beste Art, die Menschen zur Aufgabe ihre Rechte zu überreden, ist die Erzeugung von Angst.
Michael Moore
amerikansicher Autor und Regisseur

[ 01. August 2003, 11:50: Beitrag editiert von: Doppelkrebs ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43021 - 30.07.2003 08:54

Hallo,

interessante Gedanken.....

Wenn ich die Zetiung lese, habe ich manchmal den Eindruck, dass das in die Welt setzen von Kindern künfitg rentabler ist als zu arbeiten.
Sicher sollte die Unterstützung von Familien eine Priorität sein, aber wer garantiert denn, dass die Beitragszahler welcher Versicherung auch immer der Zukunft sind und nicht Sozialhilfeempfänger.....
Als bespw. das Kindereruiehungsgeld eingeführt wurde, hat man das als eine Art "Lohnersatz" verkauft. Fakt ist, dass mittlerweile fast nur noch Sozialhilfeempfänger(eben die, die nicht gearbeitet haben) einen Anspruch hierauf haben, weil bei der Anrechnung des Einkommens Ehegatten/Lebensgefährten meist eine Streichen des KEG folgt. Beispiele hierfür lassen sich zuhauf finden. Die Sozialhilfe wird übrigens immer pünktlich zum 01.07. angehoben...entsprechend der Entwicklung der Löhne....dass Lohnempfänger aber auch höhere Versicherungsbeträge, Mieten, etc. zahlen, und somit manchmal gar nicht mehr im Portemonnaie haben, wird nicht berücksichtigt.
Mich nervt am meisten die Einstellung, dass sich viele an denen orientieren, frei nach dem Motto:"wenn die kriegen, will ich auch". Ich nenne das das "Reibekuchensyndrom", frei nach einer Kollegin mit zwei Schwestern, die sich, wenn Mama Reibekuchen macht, stundenlang darüber aufregt, dass Schwester X einen mehr gekriegt hat als sie selbst. Jede(r) sollte für sich selbst verantwortlich sein, auch wenn manch ein Job leider nicht mehr einbringt als die Geschenke des Staates. Aber woher soll das ganze Geld noch kommen?

Viele Grüße
Melissa

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43022 - 30.07.2003 09:07

Zitat Kundrie:

Das Jammern, auf das Ihr Euch bezieht, höre ich nicht im Volk, sondern gerade bei den "höheren Rängen" und den einzelnen Interessenlobbys. Es ist eine konzertierte Kantate, um den Sozialabbau zu rechtfertigen und die Profite einiger weniger zu sichern.

Liebe Kundrie,
ist das schon jemals anders gewesen? Und warum ist das moeglich? Wo sind denn die Interessenverbaende, die das eindaemmen koennten?

[ 30. Juli 2003, 09:16: Beitrag editiert von: Doppelkrebs ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43023 - 30.07.2003 09:17

Grüazi miternand!

Nun, dann heben wir doch einmal gaaanz sacht etwas den Deckel von der Büchse Pandoras.

Langsam stellt sich bei den seit Monaten andauernden Diskussionen um unser Sozialleistungssystem die Frage: Ist eigentlich ein Ministerium berechtigt zu einem derartigen Eingriff in unser Sozialleistungsnetz?
Mit der Beitragszahlung erwerben die Versicherten einen Anspruch auf ein bestimmtes Leistungsniveau. Wenn also diese Leistungen nunmehr gesenkt werden sollen, muß man den Versicherten dann auch eine Wahlmöglichkeit lassen, selbst zu entscheiden, ob sie für ihren Beitragssatz diese auch noch in Anspruch nehmen oder sich anderweitig absichern wollen?

Immer deutlicher zeigt sich somit, woran unser "Sozialsystem" krankt! Bevor diejenigen weitergeschröpft werden, die dieses Sozialsystem überhaupt erst möglich mach(t)en, sind die aus der Leistung zu streichen, die nichts dazu beigetragen haben! Dies gilt vor allem für die Sozialabkommen mit Drittländern sowie Fremdrenten, die auch aus diesem Leistungssystem finanziert werden.

Es geht hier also um das „deutsche“ Sozialsystem, welches sehr lange Zeit von anderen Ländern als erstrebenswert befunden wurde und nicht um das in Spanien, Kanada oder wo auch immer.

Eine auch noch zu erwähnende Krankheit diese Systems ist wohl die Kommissionitis.
Im bundesdeutschen Parlament werden zunehmend keine Lösungen mehr erarbeitet und entschieden, sondern man läßt Kommissionen entscheiden. Auf diese »Experten« kann man sich dann berufen und schon ist man die Verantwortung los.
Hier eine Liste der in der laufenden Legislaturperiode eingesetzten Kommissionen und deren Kosten bis einschließlich 2002:

Unabhängige Kommission "Zuwanderung" = 1.203.531 EUR
Kommission zur Reform des Versicherungsvertragsrechts = 10.278 EUR
Expertenkommission "BRAGO-Strukturreform" = 1.000 EUR
Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen und Sachverständigenkommission zur Neuordnung der steuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen = 25.000 EUR
Hartz-Kommission = 630.000 EUR
Kommission "Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr" = 1.380.000 EUR
Radarkommission = 20.000 EUR
Expertinnen- und Expertengruppe "Frauenförderung in der Privatwirtschaft" = 2.900 EUR
Sachverständigenkommission zur Erstellung des 4. Altenberichts = 470.000 EUR
Arbeitsgruppe "Zukunft des Zivildienstes" = 6.150 EUR
Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" = 34.772 EUR
Ad-hoc-Kommission "Neuordnung der Verfahren und Strukturen der Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz" = 735.674 EUR
Kommission "Verkehrsinfrastrukturfinanzierung" = 900.000 EUR
Internationale Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" = 246.000 EUR
Kommission "Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den Neuen Ländern" = 202.072 EUR
Expertenkommission "Wohnungsgenossenschaften" = 5.000 EUR
Expertenkommission "Novellierung des Baugesetzbuchs" = 152.120 EUR
Expertenkommission "Havarie Pallas" = 350.000 EUR
Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik = 419.810 EUR
Kommission zur "Finanzierung Lebenslangen Lernens" = 979.197 EUR
Findungskommission zur Benennung eines Kurators, der die Bundesregierung bei den Ankäufen zeitgenössischer Kunst berät = 30.000 EUR.

Hinweis: Die Rürup-Kommission (bisherige Kosten 1.000.000 EUR) wird erst in 2003 abgerechnet.

Länger arbeiten und weniger Rente beziehen: Mit diesem genialen Rezept wollen Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) und die Rürup-Kommission die geplünderten Sozialkassen wieder füllen.
Doch das laut gepriesene Sanierungskonzept ist keine Reform, sondern ein Armutszeugnis hochbezahlter Experten mit gesicherter Beamten-Pension. Eiskalt und phantasielos möchten sie bei jenen sparen, deren Beiträge unsere Politiker jahrzehntelang für alle möglichen versicherungsfremden Leistungen im In- und Ausland umverteilt haben.

Erschreckend wirklichkeitsfremd ignorieren die "Reformer" die Lage älterer Arbeitnehmer in den Betrieben und die Erfordernisse auf dem Arbeitsmarkt. Wie groß sind denn die Chancen "freigestellter" Fünfzigjähriger in der Privatwirtschaft? In vielen Branchen gilt man bereits mit 45 als zu alt bzw. zu teuer!
Das Seniorenmobbing ist gang und gäbe.

Zitat:
UranusJay schrieb: ...Versuche doch mal, der Generation meiner Eltern hier in Deutschland und damit der politisch herrschenden Kaste klar zu machen, daß sie über die letzten 10, 20 Jahre weit über ihre Verhältnisse und damit auf Pump gelebt haben. Das ist ein aussichtsloses Unterfangen, ich schaffe das nichtmal bei meinen eigenen Eltern. Die Leutchen denken, sie kriegen alles gratis, vom Staat, zu geringen Beitragszahlungen...
Ein wirklich äußerst spirituelles Statement. So wird über eine Generation geschrieben, welche nach dem Krieg aus Schutt und Asche mit viel Engagement und Kreativität alles wieder aufgebaut hat. Diese Menschen hatten damals keine Zeit für esoterische Literatur.

Aber wer dem Druck bisher standhielt, wird künftig schneller auf der Straße landen. Denn Schröders "Agenda 2010" lockert den Kündigungsschutz für ältere Kollegen. Und diese sollen bald bis 67 arbeiten? Fast komisch, wenn es nicht so traurig wäre. Nach spätestens zwei Jahren sind aus den schwer vermittelbaren Fünfzigern und Sechzigern neue Sozialhilfeempfänger geworden. Man braucht schon eine Menge "Mut zu Reformen" für einen derart unverfrorenen Rentenbetrug!

Viele Grüße

Gylfi

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43024 - 30.07.2003 10:21

Zitat Gylfi:
Langsam stellt sich bei den seit Monaten andauernden Diskussionen um unser Sozialleistungssystem die Frage: Ist eigentlich ein Ministerium berechtigt zu einem derartigen Eingriff in unser Sozialleistungsnetz?

Wer es gegeben hat, darf es auch wieder nehmen!?! Oder weniger pathetisch: Gegenfrage, lieber Gylfi, warum sollte ein Ministerium nicht dazu berechtigt sein?

Ich denke, es ist sogar dazu verpflichtet, um das Netz als ganzes zu erhalten.

Es wird im Resultat weniger dicht sein, aber dafuer mit mehr Erdnaehe verbunden sein. Mehr Eigenverantwortung einzuforden, um dann die noetigen Veraenderungen durchzufuehren... sorry, aber heisst das nicht, das Pferd von hinten aufzuzaeumen? Den zweiten Schritt vor dem ersten machen wollen, was aber nicht geht, weil der erste schon ein ziemlich grosser sein muss. Aber solange kein Buerorat, Politiker oder sonstige Bestimmerkinder nicht akzeptieren den Buhmann zu machen, den schwarzen Peter in der Hand zu halten, wird sich auch sonst keiner hinstellen und deren Job machen.

[ 30. Juli 2003, 10:28: Beitrag editiert von: Doppelkrebs ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43025 - 30.07.2003 10:41

@ Doppelkrebs

Zitat:
Wer es gegeben hat, darf es auch wieder nehmen!?! Oder weniger pathetisch: Gegenfrage, lieber Gylfi, warum sollte ein Ministerium nicht dazu berechtigt sein? Ich denke, es ist sogar dazu verpflichtet, um das Netz als ganzes und auch in seiner Charakteristik zu erhalten.
In dieses System wurden unter bestimmten Vorraussetzungen vom Steuerzahler über mehrere Jahrzehnte Gelder eingezahlt. Also, wer hat’s gegeben? Wenn aber diese o. g. Vorraussetzungen ohne Rückfrage bei den zahlenden Mitgliedern und ohne Mitspracherecht der Einzahler vom Verwalter dieses Systems geändert ja sogar systemfremd verwendet werden, finde ich das gelinde gesagt nicht korrekt.

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43026 - 30.07.2003 10:53

Zitat Gylfi:
In dieses System wurden unter bestimmten Vorraussetzungen vom Steuerzahler über mehrere Jahrzehnte Gelder eingezahlt. Also, wer hat’s gegeben? Wenn aber diese o. g. Vorraussetzungen ohne Rückfrage bei den zahlenden Mitgliedern und ohne Mitspracherecht der Einzahler vom Verwalter dieses Systems geändert ja sogar systemfremd verwendet werden, finde ich das gelinde gesagt nicht korrekt.

@ Gylfi:
Vorrausetzungen koennen sich aendern. Und zwar jederzeit. Selbst eine so grosse Instanz wie ein politsches System von Deutschland kann das nicht garantieren. Wer das ignoriert und meint ein Anrecht darauf zu haben, was in den 1950er entschieden wurde, darf sich zwar ueber den Missbrauch seitens der Regierung und seiner Buerokratie aergern, aber er/sie, der Buerger und die Buergerin, haette da schon frueher dieses Anrecht aktiver einfordern koennen, ja muessen, wenn er meint, dass es SEIN (gutes) Anrecht ist. (und IHRS natuerlich auch)

[ 30. Juli 2003, 10:59: Beitrag editiert von: Doppelkrebs ]

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43027 - 30.07.2003 11:43

@ Doppelkrebs

Zitat:
Wer das ignoriert und meint ein Anrecht darauf zu haben, was in den 1950er entschieden wurde, darf sich zwar ueber den Missbrauch seitens der Regierung und seiner Buerokratie aergern, aber er, der Buerger, haette da schon frueher dieses Anrecht aktiver einfordern koennen, ja muessen, wenn er meint, dass es SEIN (gutes) Anrecht ist.
Wenn Du hiermit die Labilität der Bürger ansprichst, gebe ich Dir bis zu einem gewissen Punkt recht. Nur nützt es denn, wenn man hier etwas aktiv einfordert? Selbst im Internetzeitalter war es doch nicht möglich z. B. eine Volksabstimmung, in unserem demokratischen Land, über die Einführung des Euro zu erreichen, obwohl die Mehrheit für eine solche Abstimmung war. Und so eine Währungsumstellung ist ja wohl nicht irgendeine Feld- Wald- und Wiesenentscheidung. Wunsch und Realität liegen halt doch oft sehr weit auseinander. Wir werden dieses Thema wohl hier auch nicht lösen können, zumal Beiträge hierzu nacheditiert werden.  -

Ich verabschiede mich hiermit aus diesem Thread aus zwei Gründen:

1. Der Weise argumentiert nicht – er handelt. (Tao Te King)
(Ich gebe zu, ich habe mitargumentiert – Asche auf mein Haupt)

2. Der Astrologie-Treff
Hier gibt es rund um die Astrologie: Informationen, Diskussionen und Inspirationen - unabhängig von einzelnen Schulen.
Es gibt wohl genug Foren im Net in denen solche Themen wie dies hier diskutiert werden können.

Viele Grüße

Gylfi

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Re: deutschland in der spermienkrise neu
      #43028 - 30.07.2003 11:46

Hallo Gylfi !

Verallgemeinerungen ? Wie bitte ? Ich habe doch explizit von mir gesprochen !

Aber du sprichst auch so ein Paradoxon an: das Rentenalter wird immer mehr hochgesetzt, aber spätestens ab 50 Jahre will einen eh keiner mehr haben ... wie soll das funktionieren ? [Durcheinander]

Was das Kistenstapeln angeht: ich sage ja nicht, man müsse Arbeitslosen die Drecksarbeit aufhalsen, sozusagen ein Arbeitslager für Nicht-beschäftigte. Das wäre tatsächlich Sozialdarwinismus.
Mir schwebt eher sowas vor:
He, du warst mal Gärtner, also, dann kannst du bei der Stadtgärtnerei ein wenig aushelfen. Du bist arbeitsloser Rechtsanwalt ? Prima, diese wohltätige Gesellschaft hier könnte ein wenig Beratung vertragen ... Du bist Kosmetikerin ? In dem Altenheim da würden sich die Omis freuen, wenn jemand sie beraten und frisieren würde.

DAS fände ich sinnvoll. Das würde sowohl der Allgemeinheit, als auch dem Arbeitslosen selbst helfen.

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