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Tarot und Astrologie von Hajo Banzhaf Foren

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volkerschendel
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Astrologie als Kulturwissenschaft - Voraussetzungen und Bedingtheiten
      #231269 - 26.05.2009 00:04

Das wiedererwachte Interesse an der Astrologie ist auch ein Ergebnis der generellen gesellschaftlichen Psychologisierung, d.h. des verstärkten individuellen wie kollektiven Prozesses der Selbstbeobachtung, -kritik und -infragestellung, der zunehmenden Selbstbewußtwerdung.
Das Phänomen zeigt Parallelen zur naturnahen Lebensweise, welche heute nicht mehr instinktiv, sondern bewußt, begründet erfolgt: angesichts der zu befürchtenden ökologischen Katastrophe begreift man sich wieder als integralen Teil des Ganzen.
Aus wissenschaftstheoretischer Sicht besitzt Astrologie einerseits eine empirische Grundlage, nämlich die konkreten Beobachtungen, Erfahrungen mit den Auswirkungen von Konstellationen; andererseits verfügt sie auch über eine theoretische Verankerung - vor allem über die Überlieferungen, was eine Konstellation abstrakt, als Idee, Bild bedeutet.
Astrologische Erkenntnis umfaßt gewissermaßen beide Ebenen, Theorie wie Empirie.
Die urtypischen Bilder, Symbole lenken als geistige Kategorien die Wahrnehmung, sie dienen uns als Begriffsstrukturen zur Einordnung und Bewertung konkreter Gegebenheiten - etwa in dem Sinne, wie Plato vom "Wissen als Wiedererinnern" sprach oder Rudolf Steiner von seiner Geisteswissenschaft als dem "Wiederfinden geistiger Inhalte in der physischen Welt".
Astrologisches Erkennen ist sowohl deduktiv ,theoriengeleitet, als auch induktiv, aus Beobachtungen schließend.
Der Erkenntnisprozeß bewegt sich von beiden Polen zugleich vorwärts bzw. nähert sich im Nacheinander, Wechsel dieser Ebenen allmählich der Wahrheit an.
In der Astrologie spielen die offiziell verpönten Erkenntniswege der Medialität, Evidenz oder Intuition eine zentrale Rolle. Wer diese Erkenntniswege von vornherein in der Bereich des Vor- oder Unwissenschaftlichen verweist, verschließt sich wesentlichen Quellen.
Denn diese Methoden müssen keine mystischen Erscheinungen, keine unerklärlichen, "übernatürlichen" Vorgänge bleiben. Sie sind der bewußten Analyse, näheren Untersuchung und Erforschung durchaus zugänglich; sie sind weiter differenzier- und spezifizierbar, geisteswissenschaftlich ausbaufähig. Die sog. dunklen, okkulten, Pfade des Wissens sollen und müssen vom Licht des Bewußtseins durchdrungen, allgemeiner zugänglich, verständlicher werden.
Die naturwissenschaftliche Haltung des Prüfens, Hinterfragens, der Kritik und Selbstkritik ist zeitgemäß, für uns heute richtig und notwendig.
Die Methoden des Beschreibens, Vergleichens, Zergliederns und Abstrahierens könnten die "geheimnisvollen Gegenstände und Gestalten" der geistigen Welt genauer und klarer fassen.
Täuschung und Selbsttäuschung lassen sich auf diesem Gebiet nicht vermeiden, doch dies ist bei den angeblich "objektiven" Wissenschaften nicht anders.
Auch Intuition, Medialität und Evidenz sind gangbare Erkenntniswege, ja, eigentlich sogar näher dran an den im Unbewußten verankerten Urbildern, dabei nicht ohne regelhafte Voraussetzungen, Bedingungen ,derlei Methoden bedürften jedoch der kritisch-rationalen Kontrolle.
Jede Geisteswissenschaft setzt die Existenz von abstrakten, ideellen Gegenständen voraus.
Mit der Idee der Wissenschaft verbindet sich die Idee der Rationalität, und zwar der unteilbaren Rationalität, die keine Privilegien für einzelne, fachspezifische Wissenschaften kennt und so die ungeteilte Wissenschaftskultur hervorbringt.
Die Astrologiewissenschaft zählt zu den anthropologisch-empirischen Wissenschaften, die als Beweismethode die unvollständige Induktion anwenden.
Man ist dabei darauf angewiesen, mit endlich vielen singulären Tatsachen zu kalkulieren, die sich aufgrund dessen nicht in eine Verallgemeinerung überführen lassen, sondern nur auf eine empirische Hypothese. Diese muß ihrerseits wieder mit wissenschaftstheoretischen Mitteln beurteilt werden.
Die Astrologiewissenschaft wird also vor eine der ältesten Fragen in der Erkenntnistheorie gestellt: Wie können wir mit ausreichender Sicherheit angeben, wann allgemeine astrologiewissenschaftliche Sätze, die den Gültigkeitsanspruch erheben, als begründet anzusehen sind?
Dabei geht es nicht darum, aus der Astrologiewissenschaft eine wissenschaftstheoretische Disziplin zu machen. Was Astrologiewissenschaft anzustreben hat, ist, wie sich das Gesagte begründen läßt ggf. mittels des Argumentationsmusters der Evidenz.
In der Erkenntnistheorie bezeichnet Evidenz eine Einsicht, die nicht methodologisch vermittelt wurde.
Man unterscheidet in der Regel zwischen der objektiven und der subjektiven Form von Evidenz. Die subjektive Evidenz ist typisch für mystische Erkenntnis- und Rationalitätstypen und heißt ungefähr so viel wie das unmittelbare Sehen des Wahren und Wirklichen.
Beweisen läßt sich mit Evidenz nichts, mit Ausnahme dessen, daß die Tatsachen da sind.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es eine wissenschaftstheoretische Grundlagendiskussion um die Frage der Selbständigkeit der Geisteswissenschaften. Diese Debatte könnte für die Astrologieforschung von Bedeutung sein.
Seit Dilthey wissen wir, daß die Natur erklärt wird, daß Seelenleben aber verstanden wird. Für den Astrologiewissenschaftler stellt diese Aufteilung ein Problem dar. Astrologie erklärt nämlich einerseits, was sie empirisch erforscht unter Verwendung von Beobachtungssätzen, also deskriptiven oder faktischen Aussagen, zugleich aber „versteht“ die Astrologiewissenschaft das zu erklärende unter Verwendung der Sätze, die angeben, was ist, wie es ist, und warum es so ist.
Die Kritiker der Astrologie verlangen nun, daß man darüber aufgeklärt wird, was verstehen und was erklären in Sachen Astrologie sei. Fraglich ist nun also, was im letzten die Astrologiewissenschaft lenkt, was also wissenschaftstheoretisch „astrologische“ Regeln sind.
Jede Wissenschaft entwickelt die Erkenntnis ihres Forschungsobjektes und ihre eigenen theoretischen und methodologischen nach bestimmten Regeln.
Für die Astrologiewissenschaft ergeben sich daraus Probleme:
1. Was heißt der Begriff „Regel“ in der Astrologiewissenschaft; was heißt „einer astrologischen Regel folgen“.
2. Das Problem der gegenständlichen Bestimmung: Welche Gestalt haben die astrologischen Regeln.
3. Das Problem der funktionalen Bestimmung: Welche Funktionen erfüllen die astrologischen Regeln in der Astrologie.
Diese Fragestellungen werden nun zusätzlich kompliziert, weil jede Wissenschaft Regeln ihres eigenen erkenntnistheoretischen Verkehrs entwickelt. Dabei sind die Regeln der Forschungstätigkeit nicht identisch mit den Regeln der erforschten astrologischen Tätigkeiten.
Zur Zeit mangelt es der Astrologiewissenschaft an methodischer Skepsis, wenn sie ihre Grundlagen reflektiert. Sie hält vieles für selbstverständlich, was keineswegs selbstverständlich ist. Die Grundlagenproblematik der Astrologiewissenschaft betrifft Argumentationsführung, Beweis, Aussagenbegründung, Begriffsbildung, Deutung von Empirie, methodologische Basis, Definition des Erkenntnisgegenstandes, Axiomatisierung, Eliminierbarkeit von Antinomien, Rationalitätstypus und die durch ihn bestimmte Ableitungsformen, und die Regeln des astrologiewissenschaftlichen Betriebes.
Letztlich geht es um die argumentative Rekonstruktion einer zum astrologischen Wissen erklärten Tatsache, will die Astrologiewissenschaft nicht als bloße Erzählung mit einem immer und für alles offenen Ende wahrgenommen werden.
Dann ist es auch nicht so wichtig im Ergebnis, ob wir die Astrologiewissenschaft als Geisteswissenschaft, Kulturwissenschaft, Humanwissenschaft oder Sozialwissenschaft bezeichnen.
Astrologische Forschung hätte gemäß der Eigenart des Wissenssystems selbst zu erfolgen, d.h. mittels ureigener Methoden und Prüfinstanzen. Fremde Maßstäbe sind fehl am Platz
Und so kann dann aus Aschenputtel, dem Schmuddelkind der Gesellschaft, zumindest wieder die Prinzessin werden.
Bei der Recherche zum heutigen "erkenntnistheoretischen Status der Astrologie" bin ich neben der
Dissertation von Peter Niehenke: "Kritische Astrologie" auf diese Bücher gestoßen:
1.) The Moment of Astrology: Origins in Divination by Geoffrey Cornelius
2.) Astrology, Science and Culture: Pulling Down the Moon by Patrick Curry / Roy Willis
3.) Cosmos and Psyche: Intimations of a New World View by Richard Tarnas
4.) Astrology in the Year Zero (Astrology Now) by Garry Phillipson undFrank C. Clifford
5.) Seeing with Different Eyes: Essays in Astrology and Divination by Patrick Curry and Angela Voss
6.) The Imaginal Cosmos: Astrology, Divination and the Sacred by Angela Voss und Jean Hinson Lall
7.) Cosmic Loom: The New Science of Astrology by Dennis Elwell
8.) Ronald Giere: "Understanding Scientific Reasoning",Fourth Ed.
Im Internet gab es das beste Material hier: CURA, le Centre Universitaire de Recherche en Astrologie http://cura.free.fr

Mehr zu diesen Fragen von mir hier:
www.vhschendel.de
http://stores.lulu.com/volker1025
http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=183325

LGr.
MR a.D. Volker H. Schendel
Langrederhof 5
30455 Hannover









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Astrologie und Tarot des Hohenstein
30455 Hannover - Davenstedt ;Tel.:0511 215 99 45



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