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ArnoldModerator
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Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung.
      #198294 - 04.03.2008 13:15

Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung.


Einiges ist hier im Forum bereits über Roberto Assagioli geschrieben worden. In diesem Beitrag möchte ich einige Kernsätze der Psychosynthese beschreiben, den Stoff so gut es geht verdichten. Trotzdem empfehle ich seine Bücher nachdrücklich, man sollte zunächst klar definieren, was Psychosynthese eigentlich ist! Das Wort „Psychologie“ hört sich irgendwie so „psychologisch“ an, aber übersetzt bedeutet es so viel wie „Seelenkunde“. Im Wort „Psychoanalyse“ finden wir den Begriff der „Zerlegung“, währen „Synthese“ Ganzheit bedeutet. Es gibt im Beruf der Psychologen ebenso Strömungen und Methoden, wobei die beiden oben erwähnten Begriffe sich doch stark unterscheiden! Roberto Assagioli gehörte denjenigen Psychologen an, die die Existenz Gottes und die Reinkarnation als etwas Selbstverständliches voraussetzten. Um keine religiösen Verwirrungen zu stiften, schuf er den Begriff „Höheres Selbst“, unter welchen sich ein jeder ganz spezifisch etwas vorstellen kann. Assagioli war ein Schüler von Alice Bailey. Diese wiederum war damals schon in den esoterischen Kreisen bekannt, und sie hat zahlreiche Bücher geschrieben, welche eine gewisse Grundlage der API Astrologie darstellen. Nach dem Krieg praktizierten Bruno und Louise Huber einige Jahre bei Assagioli, erlernten die praktische Anwendung der Psychosynthese. Assagioli beauftragte die Hubers die Psychosynthese in die Astrologie zu integrieren, was sie später mit viel Erfolg angingen.

„Wer seine Seele kennt, der kennt auch die Seele seiner Mitmenschen!“ Dieser Kernsatz ist besonders für die Astrologie von großer Bedeutung. Daher ist ein gewisses Maß an Wissen wichtig, Psychosynthese und Astrologie ergeben einen ungemein feinen Deutungsschlüssel. Assagioli war mit Leib und Seele bei der Sache. Dabei fällt mir sein Buch „Psychosynthese und transpersonale Entwicklung“ ein. Zu Anfang ruft er die führenden Wissenschaftler seiner Zeit auf, sich mehr mit den geistigen Dingen und deren Hintergrund zu befassen. Seine Rede ist darin sehr emotional und voller Begeisterung gehalten. Er wusste von was er sprach, man bemerkt rasch die Macht und Vehemenz seiner Worte, und so entstand eine wichtige und anerkannte Methode der Psychologie. Nicht umsonst wird Assagioli „der italienische C. G. Jung“ genannt.



Eingangs bemerkt Assagioli, dass es um das Wort „Spiritualität“ doch sehr unterschiedliche Meinung und Auffassung gibt. Er geht daher mehr wissenschaftlich vor, bezieht Erfahrung und Tatsachen auf, um hinterher zu interpretieren, mit dem Erlebten in Zusammenhang zu bringen. Es geht zunächst um die spirituelle Erfahrung und um das spirituelle ‚Bewusstsein. Seit Anbeginn der Menschheit existieren Berichte und Erfahrungen, sie berichten alle von höheren Bewusstseinszuständen, Visionen, die sich in ihrer Qualität deutlich von dem unterscheiden, was man als normale Wahrnehmung bezeichnet. Solche Berichte findet man in allen Epochen der Geschichte, ebenso Heilige wie Buddha, Krishna oder Jesus Christus. Sie alle sprachen von Wahrheit und Licht, Befreiung, von der Erlösung in das Paradies, in den Garten Eden oder in das Nirvana. Alle sind sich einig, dass diese Bewusstseinszustände realer sind, als die irdische Realität selbst.

Es ist gut zu wissen, dass es Formen der Psychologie gibt, welche die Existenz Gottes ablehnen, und zwar ganz einfach deswegen, weil die Betreffenden ihn selbst nicht erfahren haben. Die Psychosynthese geht von der Existenz des „Höheren Selbst“ jedenfalls aus. Es handelt sich um Ebenen, die sich mit Worten nur umschreiben lassen, man kann eine Erfahrung nur machen, wobei Glaube doch ein wenig Voraussetzung ist.

„Mir scheint, dass die äußeren Grenzen unseres Wesens in eine Dimension der Existenz hineinreichen, die von der fühlbaren und verstehbaren Welt, wie wir sie gewöhnlich erfahren, grundverschieden ist; sei es der mystische oder übernatürliche Bereich, wie man ihn auch nennen möge. Bis zu welchen Grad auch immer unsere idealen Impulse in diesem Bereich ihren Ursprung haben mögen ( und viele von Ihnen haben ihn, denn wir spüren, dass sie ein einer Weise von uns Besitz ergreifen, die nicht in Worte zu fassen sind ), wir gehören ihm jedenfalls in einem intimeren Sinne an, als wir der sichtbaren Welt angehören, denn wo unsere Ideale zugehörig sind, sind wir im eigentlichen Sinne zu Hause. Und doch ist der unsichtbare Bereich, um den es hier geht, nicht nur ein idealer, da er in dieser Welt Auswirkungen zeigt. Wenn wir uns in jenem Bereich bewegen, vollziehen wir praktisch eine Arbeit an unserer gesamten Persönlichkeit. Wir gehen als neue Menschen aus ihm hervor und werden uns, dieser regenerativen Veränderung entsprechend, in der natürlichen Welt anders verhalten. Was jedoch innerhalb einer Realität Wirkungen hervorbringt, muss selbst eine Realität genannt werden, und ich bin deshalb der Meinung, dass es keine philosophische Begründung gibt, die es rechtfertigen würde, die unsichtbare oder „mystische Welt“ als „irreal“ zu bezeichnen. Man kann diesen übergeordneten Bereich der Erfahrung und Realität nicht genug Bedeutung beimessen, und die bloße Hypothese seiner Existenz sollte den Wissenschaftlern Anreiz sein, für seine Erforschung ein Höchstmaß an Energie, Zeit und Eifer aufzubringen, wie es seinen humanen Wert angemessen ist.“ – Zitat Ende. Es stammt von William James, dessen Buch „The Varieties of Religious Experience“ ein Musterbeispiel für eine unvoreingenommene und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ist. Er hatte ebenso auf die Realität und die Bedeutung der transzendenten Welt nachdrücklich hingewiesen.


Das Überbewusste.


Es ist wichtig zu betonen, dass das Überbewusste eine Realität darstellt. Vor allem in den Wissenschaften und in der Psychologie ist es für viele ein unerforschtes Neuland. Es ist eine direkte Erfahrung, so wie die einer Farbe, eines Klang oder eines Gefühls. Niemand ist in der Lage, Empfindungen wie Rot, Grün, Blau, Freude oder Schmerz „beweisen“ zu müssen – solche Erfahrungen sind eine psychische Realität. Wie kann man nun von Erfahrung oder Bewusstwerdung sprechen, wenn dieses sich außerhalb oder oberhalb des normalen Bewusstseins befindet? Die Antwort ist einfach und gilt auch für jeden anderen Aspekt und jede andere Ebene des Unbewussten. Psychische Elemente und Vorgänge, sowie Inhalte, können wir dann bewusst erleben, wenn sie in gewissen Situationen und Momenten oder unter gewissen Bedingungen in unser Bewusstsein treten. Zwischen Bewussten und Unterbewussten vollzieht sich ein ständiger Austausch, eine Art „Osmose“. In einem bestimmten Moment wird das was überbewusst war, zum Inhalt des Bewusstseins, bleibt für eine gewisse Zeit bestehen, um anschließend wieder zum Unterbewussten zurückzukehren. Man muss im Auge behalten, das die Adjektive „überbewusst“, „unbewusst“ und bewusst“ nur zeitlich begrenzte Zustände einer psychischen Gegebenheit bezeichnen.

Der Eintritt des Überbewussten ins Bewusstsein kann auf zwei Arten geschehen. Die erstere und häufigere kann man als „die herabsteigende“ bezeichnen, sie ist das Eindringen von Elementen des Überbewussten in den Bereich des Bewusstseins, wie es bei Intuitionen, plötzlicher Erleuchtung oder Inspirationen der Fall ist. Dies geschieht meistens spontan und unerwartet, kann aber auch ein Reflex auf einen bewussten oder unbewussten Appell sein. Die zweite Art, die man „aufsteigend“ nennen kann, besteht in der Anhebung unseres Bewusstseinszentrums, des seiner selbst bewussten Ichs, zu höheren Ebenen bis hin zur Sphäre des Überbewussten. Die Erfahrung des Überbewussten wird in unzähligen Berichten aller Epochen bestätigt. Nicht alle dieser Erfahrungen sind von gleicher Art. Die meisten lassen sich dem religiösen Bereich zuordnen, vor allem die mystischen Erfahrungen. Aber es ist wichtig zu wissen, dass diese nicht die einzigen sind. Es gibt auch Erfahrungen des Überbewussten, welche nicht religiöser Art sind; sie sollten einer wissenschaftlichen Forschung zugänglich sein. Es gibt nur wenige Menschen, welche sich dem Studium des Überbewussten widmen. Das mag darin liegen, dass der westliche Mensch permanent äußerer Reizüberflutung ausgesetzt ist. Auch der Materialismus und dessen praktische Denkweise mögen dafür ein Grund sein. Der westliche Mensch ist stark extravertiert, sein Handeln zum großen Teil nach außen gerichtet. Die Innenwelt mit all ihren Erscheinungsformen macht ihm Angst, oder er fühlt sich zumindest nicht wohl darin. So mancher, der gewisse überbewusste Erfahrungen macht, fürchtet dabei den Verstand zu verlieren, besonders wenn solche Erfahrungen plötzlich und unvermittelt hereinbrechen.

In diesem Bereich hatte Williams James geforscht und einer eingehenden Prüfung unterzogen. James selbst hatte keine solcher Erfahrungen gemacht. Ein anderer Arzt, Winslow Hall, sammelte Berichte über Erleuchtungserlebnisse, von Menschen „von der Straße“, die jedoch außerordentliche Erlebnisse hatten. Unter den modernen Psychologen ist es C. G. Jung, der von höheren, überpersönlichen Werten spricht. Diese existieren in dem, was er „kollektives Unterbewusstsein“ nennt. Der Soziologe Sorokin hat ein Kapitel seines Buches „Way and Powers of Love“ dem Überbewussten gewidmet. Der Wiener Neurologe Viktor Frankl erkennt die Existenz überbewusster Erfahrungen unumschränkt an. Der Psychiater Hubert J. Urban spricht von der „Höhenpsychologie“. Schließlich hat der amerikanische Psychologe Abraham Maslow eine Reihe wichtiger Daten mit Hilfe von Fragebögen und persönlichen Gesprächen gesammelt.

Dies führt uns zur Frage nach den Methoden, die bei solchen Untersuchungen angewendet werden sollten. Ich ( Assagioli ) habe dreizehn solcher charakteristischen Merkmale aufgeführt, die man diesen höheren Ebenen zuschreiben kann. Die erste ist ein Gefühl von Vertiefung. Ein weiteres ist das Gefühl der Verinnerlichung, des Übergangs vom Äußeren zum Inneren – zu der Mitte unseres Wesens. Das dritte Merkmal ist die Erhebung des Aufstiegs, des Hinaufsteigens zu einer höheren Ebene. Die vierte Eigenschaft ist die Expansion, der oft schwindelerregenden Erweiterung des Bewusstseins. Die fünfte Eigenschaft ist die Entwicklung der Aktivierung. Das Gefühl, aus einem „Verwickelt sein“ herauszutreten, einen Schleier zu zerreißen, etwas zu überwinden, das einengt und behindert. Damit ist die fünfte Eigenschaft ein „Erblühen“, ein Emportauchen. Die sechste ist die der Stärkung, wir fühlen eine potentere Energie in uns wirksam werden. Die siebte Eigenschaft ist das Gefühl des Erwachens. In vielen Berichten findet man Aussprüche wie: „Ich bin in einer höheren Wirklichkeit erwacht“ – „Ich bin aus dem Schlafzustand des Lebens in eine höhere Wirklichkeit übergegangen.“

Man erinnere sich, dass der Buddha ursprünglich Gautama hieß, und dass der Name Buddha „der Erwachte“ oder der „Vollkommen Erweckte“ bedeutet. Sehr häufig tritt auch das Gefühl der ERLEUCHTUNG im Sinne einer Lichtempfindung nicht irdischen Ursprungs ein, durch welche die ganze Welt in einem neuen Licht erstrahlt. Dieses Licht lässt auch die Innenwelt erstrahlen und erhellt und zerstreut dabei alle Probleme und Zweifel. Das Gefühl ist begleitet von Freude, die bis zum Zustand der GLÜCKSEELIGKEIT ansteigen kann. Oder es ist das Gefühl der ERNEUERUNG , der REGENERIERUNG, der „Geburt“ eines neuen Seins in uns. Dann gibt es noch das Gefühl der WIEDERERSTEHUNG, des Wiederemporsteigens zu einem verlorenen oder vergessenen Zustand; und schließlich das Gefühl der BEFREIUNG und der INNEREN FREIHEIT.

Diese Eigenschaften entsprechen im Großen und Ganzen jenen, die in den von Maslow gesammelten Berichten genannt werden. Maslow hat vierzehn Eigenschafen aufgezählt, die er als „Bewusstseinswerte des Seins“ bezeichnet:

Das Gefühl der Fülle
Der Integration
Der Vollkommenheit
Der Vollständigkeit
Der Vitalität
Der Intensität des Lebens
Des inneren Reichtums, das einhergeht mit Schlichtheit
Der Schönheit
Das Gefühl vom Guten
Das sich nicht anstrengen müssen
Die Spontaneität
Die Freude
Die spielerische Leichtigkeit, der Humor
Das Gefühl von der Wahrheit und Realität dieser Erfahrung.

Das Erlebte enthüllt eine Wahrheit, die höher ist als jene, die das gewöhnliche Bewusstsein erfahren kann, zuletzt das Gefühl der Unabhängigkeit, der inneren Freiheit – das heißt, ein Freisein von dem Bedürfnis, sich auf etwas zu stützen, eine Autarkie im höheren, spirituellen Sinn. Maslow sagt zutreffend, dass alle diese Manifestationen einander durchdringen und miteinander verbunden sind: „Sie sind keine einzelnen Teile, sondern eher unterschiedliche Aspekte des Seins.“

Dies weckt natürlich Verlangen nach den faszinierenden Erfahrungen, und man wird sich fragen, wie man diese Ebenen erreichen kann, wie sich so eine Erfahrung herbeiführen lässt, sie begünstigen kann. Aber diesem Bild muss man einige düstere Tupfer hinzusetzen, da solche Erfahrungen auch Schwierigkeiten und Gefahren in sich bergen können! Das kann sein, sobald so eine Erfahrung regelrecht aus dem Nichts hervorbricht. Man kennt sie nicht und beginnt sich unter Umständen für verrückt zu halten, für nicht normal. Die Annäherung muss daher stetig und gezielt von statten gehen. Andererseits steht fest, dass solche Erfahrung zuletzt immer etwas positives hervorbringen, doch das Neuland muss hier erst vertrauter werden, so dass man sich auf den entsprechenden Ebenen richtig verhalten lernt. Man stelle sich nur vor, jemand erfährt so etwas wie eine Lichtvision, und sofort beginnt der Verstand damit, diese Erfahrung unter Kontrolle zu bekommen. Das wäre fatal, da die überbewussten Energien dem menschlichen Verstand unendlich überlegen sind! Man kann sich bei so einer Erfahrung nur so gut es geht öffnen, sich im Strom dieser treiben lassen. Daher kennt Assagioli für solche Situationen entsprechende Übungen, damit man Kontraste schafft und das eigene Bewusstsein aus der Polarität in die Mitte kommt. Zum Beispiel der Spruch „Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken“ kann hier entscheidend solche Erfahrungen beeinflussen. Es ist auch so, sobald man meditiert, in sich hineinhört und lauscht, sieht man seine Gedanken wie kleine Bläschen aufsteigen – von einer tiefer liegenden Schicht des eigenen Bewusstseins.

Man schafft mit obigen zitierten Satz auf jeden Fall wichtige Kontraste der Ebenen und Unterscheidungen für das eigene Bewusstsein. Solche Erfahrungen können im Grunde genommen zu jeder Zeit bei jedem Menschen auftauchen, wobei es natürlich hier besonders auf die Umstände ankommt. Yogis führen mit gezielten Methoden und Übungen solche Zustände absichtlich herbei. Aber genauso kann man so eine Erfahrung unter Schock, beim Wandern im Wald oder durch andere Umstände erleben. Sie kann sehr vielfältig sein und man darf nicht vergessen, dass sich solche Zustände nur umschreiben lassen. Es gibt eine Erfahrung, da „riecht, hört und schmeckt es sich selbst, es ist groß und klein zugleich, unendlich und immer gegenwärtig; es leuchtet heller wie alle Sonnen des Universums und trotzdem blendet es nicht.“ Es duftet anmutiger, als alle Blumen dieser Erde. Es ist eine ekstatische Kraft, in sich selbst seiend, ruhend und unvergänglich, aber es ist die Ursache aller Ursachen. Es schafft Leben und Tod, selbst ist es ewig und unvergänglich. Es schafft die Unterscheidungen und Zyklen und alle Polaritäten, selbst ist es unverrückbar in seiner Mitte. Diese Mitte kennen wir symbolisch als den leeren, kleinen Kreis in der Mitte des Horoskops. Daher werden dort auch keine Oppositionen durchgezeichnet, ganz im Gegenteil, da aus dieser Mitte die Energien strömen, welche das Aspektbild nähren und zur lebendigen Struktur gelangen lassen!

Eine der häufigsten Ursachen für Leid und Fehlverhalten ist die Angst, sowohl die individuelle, als auch die kollektive. Solche Ängste haben schon immer die Menschen in Kriege getrieben. Man projiziert seine Ängste auf den „Feind“, baut Festungen, damit man vor ihm sicher ist. Andere wiederum greifen den Feind an bevor er gefährlich werden kann. Jegliches Gefühl ist unvereinbar mit der Erkenntnis der Fülle und der Dauerhaftigkeit des Lebens! Ein weiterer Urherd menschlichen Übels und menschlicher Fehler ist die Kampflust, die sich auf das Abgrenzungsbedürfnis, die Aggressivität und die Gefühle der Feindseeligkeit und des Hasses gründet. In der friedlichen Atmosphäre des Überbewussten können solche Impulse und Gefühle niemals bestehen. Ein Mensch, dessen Bewusstsein erweitert ist, der am Leben teilnimmt und der ein Gefühl des Einsseins mit allen Wesen verspürt, kann nicht mehr kämpfen. Es wäre für ihn etwas Absurdes, es wäre wie ein Ankämpfen gegen sich selbst! Durch die Entwicklung, die Erweiterung und den Aufstieg des Bewusstseins zu einer höheren Realität werden so die schwierigsten Probleme und Ängste aufgelöst und beseitigt.

Bevor wir unsere, wenn auch nur in groben Zügen angelegte Untersuchung des Überbewussten beenden, müssen wir den Unterschied zwischen dem Überbewussten und dem spirituellen Selbst nochmals deutlich hervorheben – ein Unterschied, der in unserem Schema der menschlichen Psyche zum Ausdruck kommt. Oft wird diese Unterscheidung nicht getroffen, da die Inhalte des Überbewussten, vor allem in seinen höheren Bereichen, dem Selbst sehr nahe stehen und im gewissen Maß an dessen Eigenschaften teilhaben. Aber es besteht ein fundamentaler Unterschied: Im Überbewussten gibt es Elemente oder „Inhalte“ verschiedener Art, die aktiv, dynamisch und wechselhaft sind und mit dem Strom des psychischen Lebens fließen. Das Selbst hingegen ist unveränderlich, unbeweglich, stabil, deshalb ist es unbedingt vom Überbewussten zu unterscheiden.

Man sollte den erwähnten Unterschied im Auge behalten, weil diese Dauerhaftigkeit und Stabilität, obgleich nur in abgeschwächter und verschleierter Form, vom spirituellen Selbst auf sein Spiegelbild, das persönliche, bewusste Ich, übertragen wird. Das ist es, was uns über alle Veränderungen, Gemütsschwankungen und wechselhaften Inhalte des Bewusstseins hinweg ein Gefühl der Dauerhaftigkeit und der persönlichen Identität vermittelt. Wie sehr wir uns auch in den verschiedenen Rollen und Teilpersönlichkeiten identifizieren oder mit verschiedenen Gefühlen, von denen bald das eine, bald das andere unser Bewusstsein einnimmt, weiß doch jeder im Grunde, dass er immer er selbst ist. Gelegentlich mag jemand sagen: „Ich erkenne mich nicht wieder“, wenn in seinem Leben eine bedeutende Veränderung eingetreten ist. In Wirklichkeit will er sagen: „Das, womit ich mich zuvor identifiziert habe, ist verschwunden, und jetzt identifiziere ich mich mit etwas anderem“. Aber selbst in dem Ausspruch „Ich erkenne mich nicht wieder“ ist paradoxerweise ein Hinweis auf ein undeutliches, verborgenes Gefühl einer dahinter liegenden Kontinuität enthalten. Denn wenn es sie nicht gäbe, könnten wir nicht die Empfindung des Sich – nicht – Wiedererkennens haben, da diese sich auf einen Vergleich gründet, auf eine Gegenüberstellung von früherem und gegenwärtigen Bewusstseinszustand. Das wesentliche Merkmal des Selbst-Bewusstseins ist daher die Kontinuität, die Dauerhaftigkeit. Dies des bewussten Ichs ist jedoch nur eine blasse Reflexion der ewigen, unsterblichen Essenz des spirituellen Ich, des Selbst.



Fortsetzung folgt!

Arnold

Ps: Ich habe die Grafiken entfernt, sie sind zu groß und werde sie die nächste Zeit verkleinern...


Editiert von Arnold (05.03.2008 10:24)

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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #198458 - 06.03.2008 15:33

Hallo,liebe Forenmitglieder,

gibt es hier jemanden der das Radix von Williams James aufstöbern kann? Unter Anderem würde mich das auch sehr interessieren.

Liebe Grüße Helena

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ArnoldModerator
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: ]
      #198586 - 08.03.2008 13:06



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Julia
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #198588 - 08.03.2008 13:39

Hi, ihr Fleißigen

William James kam bei uns im Anglistik-Studium vor als angeblicher Begründer der modernen Psychologie und als Bruder von Schriftsteller Henry James.

http://de.wikipedia.org/wiki/William_James

--------------------
Liebe Grüße
Julia

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Himmelsleuchten
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #208466 - 25.06.2008 08:43

Lieber Arnold,

ein toller Beitrag. Du schriebst: Fortsetzung folgt - ist Fortsetzung nun möglich.

Vielen lieben Dank und Knuddel mal für all das, was Du hier für uns gibst.

Licht und Liebe und eine gute Zeit
Christa Brigitte

Ein Lächeln
Ich schenke Dir ein Lächeln,
so gut ich es kann,
ich warte nicht erst lange,
fang gleich damit an:
Ein Lächeln,
das Dir Deine Sorgen vertreibt,
das ankommt und Dir in Erinnerung bleibt,
ein Lächeln der Hoffnung,
wenn mutlos Du bist,
das Dich , bist Du traurig,
wie ein Sonnenschein küsst,
nimm es hoffnungsfroh auf,
gib es freudig zurück,
es kostet Dich nichts.
Es bringt Dir nur Glück!



--------------------
Ein Tropfen Liebe ist oft mehr wert, als ein Ozean von Wille und Verstand

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Himmelsleuchten
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #208467 - 25.06.2008 08:52

Lieber Arnold,

vor Jahren fand ich diesen interessanten, tiefsinnigen Beitrag von Dr. Assagioli:

Dr. Roberto Assagioli

Geld und das spirituelle Leben

Wenn wir uns mit jener vollständigen und furchtlosen Offenheit beobachten und prüfen, die alle wahren und ernsthaft nach dem spirituellen Leben Strebenden charakterisieren sollten, so werden wir bald entdecken, dass der Gedanke an Geld in uns tiefe und intensive Reaktionen erweckt. Es ist ein Tumult von widerstreitenden Gefühlen und leidenschaftlichen Ansichten, die beweisen, dass Geld einen starken Komplex darstellt (um die übliche psychoanalytische Ausdrucksweise anzuwenden).
Nach meiner Ansicht ist es gut, den Geldkomplex zu analysieren; all dem, was aus den Tiefen des Unterbewussten herauf quillt zu erlauben, an die Oberfläche zu treten und dann das klare Licht unseres geistigen Verstehens darauf zuwerfen. Auf diesem Weg können wir die Tatsachen richtig darstellen und die fälschlichen Ansichten und unbegründeten oder übertriebenen Reaktionen korrigieren. Dies wird helfen, die intensive Verblendung, die das Geld umgibt einigermaßen zu zerstreuen, und in der Folge Fehler der Beurteilung und des Handelns zu vermeiden, die ernsthafte Folgen haben und wirkliche Hindernisse für unseren spirituellen Fortschritt sein können.
Der allgemeine und hauptsächlichste Aspekt des Geldkomplexes ist Haftung.
Dies ist eine offensichtliche Tatsache, aber wir sollten nicht einfach mit dieser Erkenntnis zufrieden sein. Um uns erfolgreich von Haftung zu befreien, müssen wir versuchen, deren Ursachen oder Wurzeln zu finden. Es ist nicht schwierig zu erkennen, dass sie hinunterreichen bis zu unseren fundamentalsten Instinkten und Emotionen, welche für die Intensität der menschlichen Haftung am Geld verantwortlich sind. Diese Instinkte, Tendenzen und Emotionen sind: Selbsterhaltung (mit ihrem Auswuchs, der Suche nach Sicherheit), Habsucht und Furcht.
Aber seitdem Geld mehr und mehr ein Mittel zur Erreichung von sozialem Prestige und zur Erwerbung von wirklicher Macht wird, entsteht eine neue Wurzel des Geldkomplexes in dem Instinkt zur Selbstbehauptung, der Wille zur Macht, der sich als Stolz und Ehrgeiz manifestiert.
Zu diesen ursprünglichen und direkten Ursachen des Geldkomplexes können viele andere Ursachen hinzugefügt werden, die das Problem stark komplizieren.
Alle jene, die genügend entwickelt sind, um lebendige, ethische Prinzipien und ein beginnendes Gefühl für spirituelle Werte zu besitzen, können nicht verfehlen, sich die schlimmen Folgen - individuelle und kollektive Verbrechen aller Art, physische und moralische Entwürdigungen, und so weiter - die durch die Gier nach und die Haftung an Geld hervorgebracht werden, zu vergegenwärtigen.

Eine unmittelbare, spontane, oft unbegründete und mehr oder weniger unbewusste Reaktion auf diese Erkenntnis ist die Einstellung der Verdammung des Geldes, begleitet von einem dementsprechenden persönlichen Schuldgefühl. Mehr noch, es ergibt sich oft eine Polarisation der Neigungen zwischen unserer bewussten Persönlichkeit und ihren unbewussten Teilen, welche die folgenden widerstreitenden Ansichten hervorbringt:

1. Eine bewusste Würdigung und der Wunsch nach Geld und ein unbewusster Schuldkomplex darüber.
2. Eine bewusste Verdammung des Geldes und eine unbewusste und unterdrückte Begierde danach.
3. Eine mehr oder weniger bewusste gleiche Stärke und ein daraus folgendes Hin- und Herpendeln zwischen diesen beiden Neigungen.
All diese kontrastierenden Einstellungen erzeugen einen inneren Kampf, der sich in einem Gefühl der Verwirrung und Unsicherheit ausdrückt. Aber sehr oft bringt eine übertriebenen Polarisation extreme Überkompensationen hervor, von denen viele sehr unerwünschte Folgen haben. Zum Beispiel ist der unbewusste Schuldkomplex die Ursache mancher Fehler beim Erwerben und Behalten des Geldes.
Ich kann hier nicht auf alle Verzweigungen und Schwierigkeiten des psychologischen Problems des Geldes eingehen, möchte aber eine bestimmte Verblendung erwähnen, die der Geldkomplex in einer gewissen Anzahl von aufrichtigen geistigen Aspiranten erzeugt und in ihnen seltsame Reaktionen hervorbringt. Diese Aspiranten betrachten geistiges Leben und Geld als zwei ganz verschiedene Dinge, die nichts gemeinsam haben, und jeden Versuch die beiden zu verbinden, nehmen sie tief übel - zum Beispiel jeden Appell für finanzielle Hilfe, um irgend ein spirituelles Werk weiter zu führen oder eine bestimmte Art von geistigem Dienst möglich zu machen. Ihre Voreingenommenheit ist manchmal bewusst und ausgesprochen, aber zuweilen kommt sie indirekt in Form von Verdacht gegen die Motive der Initianten oder in Form von Kritik an ihren Plänen und Handlungsweisen und so weiter, zum Vorschein.
Es ist nicht schwierig zu sehen, wie der Geldkomplex in solchen Fällen wirkt. Die Haftung am Geld neigt dazu, alle Arten von Pseudo-Begründungen hervorzubringen, um vor sich selbst und vor anderen die Verweigerung, ein bestimmtes Werk oder einen Dienst zu unterstützen oder daran mit zu arbeiten, zu begründen. Dies ist der Mechanismus der Rationalisierung, den viele theoretisch kennen, welchen wir aber oft zu beachten verfehlen, und der einer der hauptsächlichsten Manifestationen der Verblendung ist. Andererseits bringt die bewusste oder unbewusste Verdammung des Geldes die Einstellung hervor, dass spirituelles Leben und Arbeiten nichts mit Geld zu tun haben und dass sie nur auf «höheren» Ebenen und durch rein ideale Mittel vorwärts getragen werden sollten; der verdammende Einfluss finanzieller Betrachtungen sollte vermieden werden.
Diese Einstellung ist oft sehr verstärkt und innerlich begründet durch den bösen Missbrauch, den nicht wenige so genannte geistige Bewegungen mit psychologischen Einflüssen treiben, indem sie Versprechungen, Verlockungen und sogar schlechte Arten von Druck anwenden, um Geld herauszuholen.
Wir müssen ebenso die überstarke Betonung erwähnen, die gewisse saubere und gute Absichten verfolgende geistige Bewegungen auf materiellen Fortschritt legen.
Daraus wird sichtbar, dass ein großes Bedürfnis besteht, dieses komplizierte Problem des Geldes zu klären. Beginnen wir damit, dass wir uns selbst fragen: Was ist Geld? Um das Wesen des Geldes zu verstehen, müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, wie das Geld entstand. Der erste Austausch materieller Güter zwischen Menschen wurde mittels Austausch vollzogen. Dann fand man heraus, dass ein bestimmtes Material von allgemeiner Gebräuchlichkeit sehr angenehm war, das als generelles Standard- und Bestimmungsmittel für die verschiedenen Güter gebraucht wurde, und den gesamten Vorgang sehr erleichterte. Dieses Standardmittel war von verschiedener Art:
Salzstreifen, aber öfter noch Metalle, bis Gold schlussendlich für diesen Zweck Schritt wurde. präsentierte, und weiter noch durch Schecks und so weiter.
Diese Tatsachen zeigen klar, dass Geld Erfindung in Wirklichkeit eine anerkannte Erfindung ist, die Menschen hervorgebracht haben, um den Austausch von materiellen Gütern und Waren zu erleichtern - um jenen eine enorme Skala, komplizierteste Bahnen und steigende Geschwindigkeit umfassenden Austausch, wie ihn das heutige Leben verlangt, zu ermöglichen. Wenn wir es mehr philosophisch ausdrücken wollen:
Geld ist ein Symbol für materielle Güter.

Daraus ist ersichtlich, dass das Geld als solches weder die Verhaftung noch die Verdammung, zu deren Objekt es gemacht ist, verdient. Die Menschen projizieren fälschlicherweise das auf das Symbol, was in ihnen selbst liegt. Nur im Menschen selbst können Wahrheit und Irrtum, Gut und Böse gefunden werden.
Wenn wir das Problem des Geldes aus diesen tieferen, psychologischen und subjektiven Winkel heraus betrachten, werden wir erkennen, dass unsere Fehler und unsere Sünden
(um hier dieses Wort zu gebrauchen, das altmodisch klingt, aber schwierig zu ersetzen ist,) von zweierlei Arten sind. Erstens betreffen sie direkt das Geld selbst, und zweitens materielle Gier im allgemeinen. Der erste Fehler und das Falsch-Verstehen hängt mit der absonderlichen Neigung (die durch mentale Kurzsichtigkeit und durch materialistische Hypnose begründet ist,) zusammen, die Mittel mit dem Zweck zu vermischen, fälschlicherweise das Instrument mit dem was es hervor bringen sollte zu identifizieren, und allgemein gesprochen, das Symbol für Wirklichkeit, und die Form für Leben zu halten.

Es ist dies eine Illusion, von der wir viele Beispiele beobachten können, und einige davon sind sehr amüsant, - wenn wir sie bei anderen feststellen. Sie wird sichtbar in allen Formen des Sammelns von Gegenständen, die keinen praktischen oder künstlerischen Wert haben, für die aber außergewöhnliche Preise bezahlt werden, nur weil sie sehr selten sind.
So zum Beispiel bevorzugen Bücherliebhaber - oder sollten wir sagen Büchernarren? - alte Ausgaben, die sie fast nicht lesen können, gegenüber modernen. Wie ein französisches Epigramm es ausdrückt, neigt der Bücherliebhaber dazu, auszurufen: «Welch ein Glück, ich bin wirklich froh, ich habe eine gute Ausgabe gefunden. Schau auf den Seiten 12 und 16 hat es Fehler, die in anderen Ausgaben fehlen.»
Aber im Falle von Geld ist es nicht eine harmlose oder mehr oder weniger possierliche Manie. In diesem Falle bringt die Verblendung eine solch enorme Leidenschaft hervor, dass durch sie, symbolisch gesprochen, der Mensch «seine Seele verlieren» kann. Daher ist die erste geistige Einstellung, die wir gegenüber Geld einnehmen sollten die, dessen überbetonte Bewertung auszumerzen, uns vor der Bezauberung , die von ihm ausgeht zu befreien, und es mit klarer Sicht, mit kühler Objektivität zu betrachten, es als das zu sehen, was es in Wirklichkeit ist: Einfach ein nützliches Symbol, eine praktische Erfindung. Dies klärt den Weg zur Betrachtung und zur versuchsweisen Lösung des grundlegenden Problems: desjenigen der richtigen Einstellung zu allen materiellen Gütern und irdischen Besitztümern. Diese Güter, welche Form sie auch annehmen mögen - Essen, Kleider, Häuser, Werkzeuge, Kunstarbeiten - setzen sich zusammen, oder sind herausgezogen, aus Materialien, die zu den drei Naturreichen gehören, zum mineralischen, pflanzlichen oder tierischen.
Daher kann an ihnen nichts wirklich Böses sein. Entsprechend der rein äußerlichen, materiellen Betrachtung sind sie einfach «Dinge». Vom geistigen Standpunkt aus sind sie Teile der göttlichen Manifestation, und als solche sind sie Gaben Gottes. Daraus folgt, dass deren Sinn für uns, die guten oder schlechten Auswirkungen, die sie haben können, von unserer inneren Einstellung zu ihnen abhängen, und auch von dem Gebrauch den wir durch freie und bewusste Wahl, von ihnen machen oder machen können. Diese fundamentale Erkenntnis wirft ein klärendes Licht auf viele wichtige, praktische und geistige Belange.
In erster Linie scheint es offensichtlich, dass das Fehlen materiellen Besitzes kein Weg zur Bewältigung des Problems der Loslösung und Befreiung ist. Auch ohne die Schwierigkeiten und Einschränkungen in Betracht zu ziehen, die das Fehlen von Geld und Besitztümern in unserer modernen Zivilisation unweigerlich mit sich bringen, ist jeder, der keine Besitztümer hat, und sie deshalb begehrt, unglücklich ohne sie. Er ist neidisch und empfindlich gegenüber denen, die sie haben, und ist nicht weniger verhaftet als die anderen: Psychologisch ist er der Sklave der Besitztümer. Im Gegenteil dazu ist ein reicher Mensch, der innerlich von seinem Geld losgelöst ist, der keine Gier danach, noch Angst davor hat, ein tatsächlich geistig freier Mensch und «arm im Geiste».
Aber auch diese innere Loslösung, die eine hohe und schwierige Errungenschaft ist, bedeutet noch keine vollständige Lösung des Geldproblems. Sie löst das individuelle Problem; das heißt sie gibt dem Menschen den Frieden mit seinem eigenen Bewusstsein und, von diesem Gesichtspunkt aus, den Frieden mit Gott. Aber kein individuelles Leben ist isoliert: Wir alle sind mit jedem anderen verwoben durch die vielen Fäden der Familien- und anderer Gruppenbeziehungen, sowohl auf moralische als auch auf praktische Art und Weise, was nicht ignoriert und beiseite gelassen werden kann. Deshalb muss die innere Loslösung durch den richtigen Gebrauch dessen, was wir besitzen und verdienen, ergänzt werden.

Dieser richtige Gebrauch kann nur durch eine klare geistige Vorstellung umgrenzt werden, die die wahren Beziehungen zeigt, die zwischen uns, anderen und dem «Einen Leben» von dem wir alle ein Teil sind, besteht. Vom Standpunkt der letzten Wirklichkeit aus, kann kein Individuum behaupten, es habe ausschließliches und unbeschränktes Besitzrecht auf irgendetwas. Unsere wirkliche Stellung und Funktion, wie sie uns Christus so gut im Gleichnis von den Talenten angedeutet hat, ist die von Treuhändern über alle unsere so genannten Besitztümer; verantwortlich als Verwalter gegenüber dem einen und einzigen wahren Meister und Besitzer.
Das geistige und praktische Problem ist daher definiert und zusammengefasst als der richtige und weise Gebrauch von Besitz und Geld für das höchste alles Guten.
(Uns selbst eingeschlossen, jedoch ohne irgendwelche speziellen Rechte und bevorzugten Positionen).
Dieser richtige Gebrauch ist der wahre Sinn des Dienstes. Von dieser sicheren Grundlage aus können wir
dazu übergehen, den Gebrauch des Geldes im Dienste zu betrachten. Aber um zu einem wahren und zufrieden stellenden Schluss zu kommen, müssen wir zuerst einige tiefere Aspekte des Geldes in Erwägung ziehen.
Geld als ein Teil, oder als Repräsentant göttlicher Manifestation kann als materialisierte oder verdichtete göttliche Energie betrachtet werden - was die Orientalen mit Prana bezeichnen - in seinem Ursprung und in seiner Essenz ist es deshalb etwas Gutes und Reines.
Aber während seiner Anwendung wird das Geld, wie auch andere materielle Besitztümer, befleckt durch die Leidenschaften, die niederen Wünsche, die Qualen und Ängste und die selbstsüchtige Haftung all jener, denen es zeitweilig gehört.

Dies ist nicht ein bloß symbolischer oder psychologischer Zusammenhang: Es ist eine wirkliche okkulte Tatsache. Wirklich böse psychische Kräfte werden geformt, angehäuft und klammern sich an Geld und Besitztümern fest. Dies ist dramatisch demonstriert durch den dunklen Einfluss, der von einigen berühmten Juwelen ausstrahlt, ist jedoch mehr oder weniger mit jeder Art von materiellem Besitztum der Fall. Es ist einer der Hauptgründe für all die Schwierigkeiten der alten, individuellen und kollektiven Streitigkeiten, für die Unordnung und ungerechte Verteilung, die mit materiellen Gütern und vor allem mit Geld zusammenhängt, und wenn diese Ursachen psychologischen, subjektiven Charakter haben, so kann die wahre Lösung, das wirksame Heilmittel, nur von derselben Art sein. Sie kann nur subjektiv, psychologisch und geistig sein.
Solch ein Lösung ist zweifacher Art: Allgemein und spezifisch. Der allgemeine Aspekt ist jener des wohlüberlegten, richtigen Gebrauches durch richtiges Motiv und Geschicklichkeit im Handeln. Zuerst wollen wir die spezifische und okkulte Art der Gerechtigkeit aufgreifen, jene, die wir buchstäblich als den «Fluch» betrachten können, der am Geld haftet.
(«Dieser Fluch bildet das Zentralthema und den tiefen Sinn der wirklich esoterischen Reihe von Wagners musikalischen Dramen: «Der Ring der Nibelungen».)
Diese geistige Reinigung und Erlösung des Geldes kann erreicht werden durch die bewusste Verwendung unserer spirituellen und psychologischen Energien, indem wir gegen die schlechten Einflüsse angehen, sie neutralisieren und harmlos machen. Wie jeder Akt weiser Magie, (worum es sich tatsächlich handelt), kann dies durch den Gebrauch konzentrierter Gedanken vollzogen werden, angeregt durch rechtes Fühlen (oder emotionale Kraft) und projiziert durch den Willen, indem in Worte formulierte Bekräftigungen verwendet werden. Wenn wir alles Geld, das durch unsere Hände geht, einer solchen «Behandlung» oder «Heilung» unterwerfen würden, und wenn eine wachsende Zahl von Leuten dies mit Bedacht tun würden, könnten viele Probleme, für die keine äußerliche und technische Lösung gefunden werden kann, beseitigt werden. Dies mag überraschend erscheinen - so wenig sind wir in dieser materialistischen Zivilisation daran gewöhnt, der Wirklichkeit und der Macht der subjektiven und unsichtbaren Kräfte Beachtung zu schenken - aber es ist so, und wenn wir in unseren geistigen Überzeugungen konsequent sind, so müssen wir es zugeben.
Jede richtige Formulierung einer solchen richtigen Bekräftigung mag wirksam sein. Eine Gruppe hat während einiger Zeit die folgende angewendet: Möge dieses Geld gesegnet sein. Es ist ein Symbol göttlicher Substanz und Energie. Möge es erlöst werden von jedem unreinen Einfluss, von jeder Stunde, von jeder Haftung und Gier. Ich würdige es und halte es für eine göttliche Gabe. Ich will es nur für gute, richtige, angemessene Zwecke verwenden. Indem ich es benütze, segne ich es erneut und gebe meinen Dank dafür.
Wir wollen nun wieder den rechten Gebrauch des Geldes betrachten. Auch dies kann unterteilt werden, in Sachliches und Spezielles.
Sachlich kann der rechte Gebrauch des Geldes so betrachtet werden, dass er uns unsere Familie und andere mit den notwendigen und rechtmäßigen irdischen Gütern versorgt, und dies mit einer inneren Haltung der Würdigung und Dankbarkeit, der Weisheit, der Mäßigung und Freundlichkeit und der inneren Freiheit von Haftung.
Der spezifische richtige Gebrauch ist der der Widmung für eindeutig geistige Ziele. Hier erhebt sich nun die Frage, die wir kurz am Anfang angedeutet haben. Die Rechtfertigung und das Bedürfnis zunehmender Verwendung und Heiligung des Geldes zur Förderung geistiger Absichten erscheint jedermann offensichtlich, der von den Geldkomplexen, die wir beschrieben haben, befreit ist.
Christus hat gesagt, dass das Reich Gottes auf Erden verwirklicht werden muss; und in der modernen Zeit wird ein steigender Nachdruck darauf gelegt, die Spiritualität im täglichen Leben praktisch anzuwenden und wirksam zu machen. Diese Manifestation der Spiritualität erfordert offensichtlich materielle Mittel. Sogar im Mittelalter, als eine mehr asketische und Welt abgewendete Weltanschauung herrschte, bedurfte die Religion materieller Mittel, um ihre soziale Funktion zu erfüllen. Ihre wunderbaren Kathedralen zum Beispiel hätten nicht ohne große Kosten erbaut und ausgeschmückt werden können.
Die Geschichte des heiligen Franziskus ist in dieser Hinsicht sehr bedeutsam. Wir alle würdigen die Größe und wirkliche Spiritualität des Franziskus, als er allen irdischen Besitztümern entsagte, und sogar seine Kleider in der Kathedrale von Assisi ablegte, um das Leben eines Einsiedlers zu beginnen - ohne Geld und mit dem strikten Verbot an seine Getreuen, Geld auch nur zu berühren. Aber sehr bald nach seinem Tode fanden seine Nachfolger - noch immer sehr eifrig und mit der besten inneren Haltung - dass es sogar damals praktisch unmöglich war, zu leben, ohne Verwendung von Geld und ohne irgendwelche Besitztümer zu haben. Seit dieser Zeit gingen die Franziskaner mit Geld um, und heute reisen ihre Mitglieder mit der Bahn und gebrauchen alle modernen Mittel der Zivilisation. Daraus sehen wir, dass eine Bewegung, die mit der Idee von der Abschaffung des Geldes begann (Die mystische Hochzeit des heiligen Franziskus mit der Armut), dieses nach kurzer Zeit doch gebrauchen musste. Und das ist natürlich richtig, solange die rechte innere Einstellung gewahrt bleibt.
Die Tatsache, dass die Franziskaner mit Geld umgehen, mindert in keiner \\'eise ihr spirituelles Ideal herab, wenn sie es mit Abstand und in Freiheit tun. Dies ist das individuelle Prüfungsproblem jedes Franziskaners - und eines jeden von uns.
Ein Vergleich mit der Musik wird vielleicht die wahre Beziehung zwischen spiritueller Wirklichkeit und materiellen Mitteln noch klarer machen. Die Darmseite der Violine hat anscheinend nichts zu tun mit Bachs erhabenen Kompositionen. Damit jedoch ein Geiger sie Tausenden von Zuhörern vernehmbar machen kann, ist sie ebenso notwendig wie das Holz des Instrumentes, und so weiter.
Dasselbe gilt für spirituelle Arbeit und spirituellen Dienst. Nehmen wir zum Beispiel den einfachsten Aspekt: Denjenigen der Verbreitung der spirituellen Botschaft durch bedrucktes Papier.
Es besteht eine dringende Notwendigkeit, Bücher, Pamphlete und Magazine zu verbreiten, die den Guten Willen zwischen Individuen, Nationen und Kontinenten ausbreiten; Bücher, die Erleuchtung und Orientierung bringen und jenen zahllosen Individuen, die ein bewusstes oder unbewusstes verzweifeltes Bedürfnis danach haben, Mut machen.
Die Summe des Guten, die danach hervorgebracht werden kann, ist nicht auszurechnen und liegt weit außerhalb der Proportionen des Geldbetrages der dafür aufgewendet wird. Ein Buch, ein Pamphlet, ja sogar ein Aufsatz kann ein Leben umformen und durch dieses viele andere Leben. Solche Beispiele könnten viele gegeben werden. Dasselbe könnte über Geld gesagt werden, das verwendet wird, um Vortragsreisen oder spirituelle Versammlungen möglich zu machen, welche durch die Kraft des gesprochenen Wortes und durch die subjektive Belebung, die durch Kontaktnahme und Gruppenarbeit hervorgebracht wird, sehr weitreichende und segensreiche Folgen haben können.
Dies ist ein schönes Beispiel einer guten Art der Verwendung von Geld und es beweist weiter, dass es eine Fülle von Geld für Zwecke gibt, deren Wert und Nützlichkeit zum Guten der Gemeinschaft klar ersichtlich sind. Viele gleichartige Beispiele könnten angeführt werden.
Nun wollen wir uns vor Augen führen, was für wunderbare Dinge auf dem spirituellen Feld getan werden könnten, wenn gleiche Summen dem spezifischen, guten Gebrauch zur Förderung des spirituellen Dienstes gewidmet würden.
Das Geld existiert; was man tun muss, ist mit dynamischer Intensität die Erfüllung der Bedürfnisse, die Verwirklichung der Werte und die Gelegenheit zu seiner Anwendung für spirituelle Zwecke zu pflegen, und diejenigen, die in der Lage sind zu geben, zu einer solchen Erfüllung zu erwecken.
Eine andere Tatsache, die man erkennen und zu deren Erkenntnis man anderen verhelfen muss ist, dass das «spirituelle Geben» dem Geber viele Segnungen bringt.
Vor allem ist da das sichere Wirken des Gesetzes von Ursache und Wirkung, nach welchem jede gute Handlung eine wohltuende Reaktion auf den Handelnden hervorruft. Dieses «gute Karma» kann entsprechend viel «böses Karma» aus näherer oder weiterer Vergangenheit überwinden - und wer könnte sich als von solcher Verantwortung frei betrachten?
Dann gibt es noch eine viel wertvollere innere Wohltat: Das Geben für spirituelle Zwecke mit Überlegung, mit Freude und mit reinem Motiv, führt zu einer wunderbaren inneren Befreiung und eröffnet einen Kanal für das Einströmen von geistigem Licht, spiritueller Liebe und Kraft. Und zu guter letzt zieht spirituelles Geben notwendigerweise die Aufmerksamkeit der Grossen auf sich:
Jene, welche den erhabenen Verzicht auf ihre eigene Befreiung und Seligkeit ausgesprochen haben, um der Menschheit nahe zu bleiben, ihr zu helfen und sie zu retten. Sie halten immer, und ganz besonders in dieser kritischen und entscheidenden Periode, Ausschau nach willigen Mitarbeitern und alle, die in irgendeiner Weise mithelfen, ihre Absicht zu fördern, ihre Pläne zu verwirklichen, werden unfehlbar ihre Beachtung und Würdigung empfangen. Um jegliches Missverständnis und jede mögliche Enttäuschung von Seiten jener auszuschalten, die nicht in dieser besonderen Weise geben und dienen können, möchte ich betonen, dass alle anderen Wege des Dienens genau so wertvoll und nützlich sind, ja oft noch mehr - und dass es einige gibt, die von höherer Ordnung sind.
Da gibt es zuerst die praktische Hilfe verschiedener Arten, die im Zusammenhang mit der Ausbreitung des geistigen Lichtes in der Welt geleistet werden kann; zum Beispiel Maschinenschreiben, Kopieren und Vervielfältigen, Umschläge adressieren und so weiter. Alle diese anscheinend materiellen Tätigkeiten werden in dem Masse spirituell, indem sie mit einem spirituellen Motiv und für einen spirituellen Zweck getan werden.
Dann ist da der Dienst, der durch die kraftvollen Mittel des Sprechens und des Schreibens der Wahrheit geleistet werden kann. Es ist nicht notwendig, die Macht des «Wortes zu betonen».
Das Höchste und Machtvollste von allem ist alles subjektive Arbeiten und Dienen, das geleistet werden kann durch Gebet, durch den bedachtsamen Bau von Gedankenformen, wie er in der «Abhandlung über weiße Magie» von Alice A. Bailey beschrieben ist, und durch die subtile, aber unwiderstehliche geistige Ausstrahlung, die unwillkürlich von jenen ausgeht, die ein gewisses Maß geistiger Verwirklichung erreicht haben. Kein materielles Hindernis kann diese Art des Gebens verhindern. Wie auch schon gesagt wurde: «Es kann einer im Gefängnis sitzen, und dabei ein Diener des Planes sein.» Die Punkte jedoch, die ich klar machen möchte sind:
1. Geistiger Dienst durch Geld ist dem Gesetz gemäß, ist notwendig und von unschätzbarem Wert.
2. Es ist der einfachste und manchmal einzige Weg des Dieners für jene, welche wohl die Mittel, aber nicht die persönliche Gabe des Ausdrucks, oder noch kein entsprechendes Maß an subjektiver Schulung und Fertigkeit haben.
3. Es trägt bei zur notwendigen Reinigung und Erlösung des Geldes und der Besitztümer von den bösen Kräften und dem ihnen anhaftenden Karma aus uralten Quellen.
Wir können abschließend sagen, dass der besondere Weg des Dienens nicht so sehr von Bedeutung ist. Alle Wege sind notwendig. Das Wichtigste ist, dass jeder von uns in Fülle von dem gibt was er hat - oder ist, und dass er, indem er so dient, sich selbst mehr und mehr von den Fesseln der persönlichen Begrenzungen befreien und bewusst und freudig in das «Eine Leben» eintauchen kann.

Alles Liebe
Christa Brigitte

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Ein Tropfen Liebe ist oft mehr wert, als ein Ozean von Wille und Verstand

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ArnoldModerator
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Himmelsleuchten]
      #208471 - 25.06.2008 09:42

Liebe Christa Brigitte,

Ganz lieben und herzlichen Dank für die Mühe, die du dir für diesen Beitrag gemacht hast! Mir fällt bei dem Wort "Geld" ebenso das Wort "Gold" ein. Schon in Vorzeiten gab es Geld in Form von Muscheln, Steine, bis hin zu den Edelsteinen und Edelmetallen. Vorher tauschte man gegenseitige Güter aus, handelte aus dem Bedarf heraus. Geld hat mit Werten zu tun, und Heute verleiht es je nach Anhäufung großen Einfluss und Macht.

Früher hatte man Güter ausgetauscht, so dass jeweils ein Maßstab für einen Wert geschaffen wurde. Man war an einen Handel unmittelbar beteiligt, so dass eine Art von natürlichen Maß entstand. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat jedoch gezeigt, dass Geld nicht alles sein kann und darf. Schaut man genau hin, so muss jeder täglich irgendwie seinen Unterhalt bestreiten....da die laufenden Kosten aufgebracht werden müssen. Man muss Miete zahlen, Strom und Wasser, Müllgebühren, Steuern aller Art, Essen und Trinken....und alles kann nur durch Geld erworben werden. Der Staat soll sich finanzieren, mehr Struktur aufbauen, was wiederum Geld kostet. So besteht ein System, in welchen Geld das Mittel der Dinge geworden ist, und jeder ist bestrebt, Geld durch Leistung aller Art zu beschaffen.

In der freien Marktwirtschaft ist der Gewinn und der Verlust das Tagesgeschäft. So herrscht der "freie Wettbewerb", was Wachstum bedeutet. Assagioli hatte schon lange erkannt, dass die Zeit für neue Wertmaßstäbe angebrochen ist. Wer halbwegs vernünftig ist wird erkennen, dass die Spitze des Wachstums auf dieser Welt längst in den hochroten Bereich angekommen ist! Inzwischen reagiert der Planet, bez. die Klimaveränderungen machen sich zunehmend bemerkbar.

Saturn steht auf der Ptolemäschen Planetentafel den beiden Lichtern Sonne und Mond gegenüber. Er reduziert die Nacht, sowie den Tag auf das notwendige Maß, damit innerhalb dieser Polarität Leben möglich ist. Saturn beschränkt alle Dinge immner wieder auf ihr natürliches Maß zum Wohle der gesamten Lebensbedingungen auf Mutter Erde.

Die Warnrufe der Natur sind unüberhörbar geworden. Beinahe täglich hört, sieht oder liest man etwas von Überschwemmungen, Erdbeben, Stürme und Tornados, Dürren, Verseuchung der Natur, Störfälle in Atomkraftwerken. Man hört vom täglichen Aussterben der Pflanzen- und Tierarten, von Brandrodung in den Urwäldern, von Autobahntrassen, die sich durch einstige Biotope wie ein tödlicher Dolchstoss durchziehen.

Hinzu kommt eine bedrohliche Zunahme der Bevölkerungsdichte auf diesen Planeten, was wiederum noch mehr Wachstum und ebenso Belastung für den längst überforderten Planeten mit sich bringt. Trotzdem gehen Politik und Wirtschaft im Tagesgeschäft wie immer vor.

Kriege findet man beinahe auf jedem Kontinent, und nach wie vor ist Rüstung ein Thema. Da geht es um Macht, Gier und schnutzige Waffengeschäfte international zu. Die Bekundungen dienen der eigenen Anschauung und Sicherheit.

Es geht weniger um diese Erde - sie hat schon ganz andere Phasen überstanden - sondern um ganz neue Wertmaßstäbe, so wie es die letzten Jahre auch Pluto im Schützen angemahnt hatte. Anscheinend gibt es weltweit kaum Politiker, die sich dieser globalen Zeitbombe überhaupt bewusst sind!

Das ausklingende Zeitalter der Fische zeigt auch die Selbsttäuschung der Menschen an, ihre Illusionen in Hinsicht auf Wachstum, Wettbewerb und Glaubensvorstellungen. Uranus als Herrscher des Wassermannzeitalters bringt das "konkrete Wissen" mit sich, den "gegenseitigen Dienst am Nächsten". Spiritualität ist auch ein wichtiges Wort für alle Staatsformen dieser Welt, da sie alles belebt und entsprechend positive Schwingungen erzeugen kann. Wahrscheinlich wird das Chaos kommen, aber es wird eine neue Ordnung für die Wertmaßstäbe entstehen.

Der Konsument spürt derzeit weltweit, dass er Opfer von Spekulation geworden ist, sei es mit Ölpreis, Gas, Lebensmittel usw.

Jetzt muss ich an die Telefonline....Geld verdienen...

Alles liebe!

Arnold

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Franzi
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #208905 - 30.06.2008 15:12

Hallo ihr Lieben

Vor einiger Zeit fragte mich Arnold ob ich nicht einiges, d.h. die 7. Grundtypen aus dem Büchlein von Roberto Assagioli: TYPOLOGIE DER PSYCHOSYNTHESE abtypen könnte.

Nun endlich bin ich damit fertig geworden und werde nun einen neuen Thread eröffnen.

Eine wunderbare Lekture für die Ferienzeit, in Ruhe an einem schattigen Plätzchen.

Allen wunderschöne, sonnige Ferien

Mit lieben Grüssen
Franzi

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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Franzi]
      #212618 - 23.08.2008 18:14

Hallo Ihr Lieben,

Ich hatte nach Etwas über Transformation und geistige Planeten gesucht. Dabei fiel mir ein, ob es eine Möglichkeit gibt, den Radix von Roberto Assagioli hier mal anzuschauen?
Das wäre doch sehr interessant für Studierende...

Liebe Grüße Helena

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ArnoldModerator
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: ]
      #212619 - 23.08.2008 18:21



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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #212620 - 23.08.2008 18:30

Lieber Arnold,

danke für das Reinstellen! Da wird Vieles klarer - und die vielen Aspekte!

Liebe Grüße Helena

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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #212639 - 24.08.2008 12:25

Bemerkung zur Person Dr. Roberto Assagioli

Der amerikanischen Autor Sam Keen besuchte in den siebziger Jahren d.l.J. Roberto Assagioli in Florenz, für ein Interview und beschreibt seinen ersten Eindruck:

Assagioli erhebt sich zu meiner Begrüßung. Er ist alt, feinknochig und zart gebaut. Die Lebendigkeit und Vergnüglichkeit seines Gesichts verleihen seiner Erscheinung jedoch eine gewisse Stärke, der Spitzbart und der lachsfarbene Samtrock einen Hauch Autorität der alten Welt.

Als ich diese lange Interview in den achtziger Jahren zum ersten Mal las, war ich tief beeindruckt. Den Anfang machte Dr. Assagioli mit dem Satz: „Ich muß Sie bitten, mir Ihre Fragen aufzuschreiben, denn Sie wissen ja, ich höre nichts.“!
Das fand ich sehr erstaunlich… ist etwas Näheres bekannt, wie er mit seinem Umfeld kommunizierte?

Liebe Grüße Helena


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ArnoldModerator
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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #212645 - 24.08.2008 13:55

Liebe Helena,

Die Hörprobleme bekam Assagioli erst in seinen letzten Lebensjahren. Dabei fällt mir die losgelöste Figur von Merkur mit dem Quincunx zu Uranus auf! Bruno und Louise praktierten bei ihm in den fünfziger Jahren. Er war ja Schüler bei Alice Bailey und ebenso ihr Freund. So "löcherte" er beinahe täglich Bruno und Louise mit der Astrologie, wobei er sich hier so wenig merken konnte und immer wieder die gleichen Fragen stellte...

Seine absolute Stärke fand man bei ihm in der praktisch angewandten Psychosynthese! Mit dem roten Leistungsviereck umkreiste er förmlich seine Klienten. Er gab so lange keine Ruhe, bis er das entsprechende Problem erkannt und gelöst hatte.

Hinzu kommt seine "Rechtschaffenheitsfigur" im Radix, er hatte ebenso viel Ruhe und Substanz in sich. Mit dieser Figur versucht man aber ebenso seine eigenen Probleme zurückzuhalten, und ein echtes Problem war seine psychisch gestörte Frau!

Bruno erzählte uns davon, so trug Assagiolis Frau auf dem Gelände der Klinik immer einen unglaublich großen Schlüsselbund mit sich herum, mit 100 Schlüssel daran. Alles war von ihr abgesperrt, obwohl es nicht notwendig war. Aber sie hatte da ein gestörtes Verhälntnis zur Umwelt, hielt alles unter Verschluss. Und jedesmal, sobald jemand in irgendeinen Raum musste, benötigte man Frau Assagioli, nur sie hatte die Schlüssel...

Aber ihr Mann stand darüber, es war ja auch so weit harmlos, aber nervig für Bruno und Louise und anderen Mitarbeitern. Damals kamen die oft sehr bekannten Patienten aus allen Teilen der Welt nach Florenz, um sich theraphieren zu lassen. In dieser Zeit entwickelte Bruno die Häuserzonen. Der Grund lag in den Sonnenstellungen, meistens im zehnten Haus.

Da waren Söhne von bekannten Unternehmern, meist hatten sie die Sonne im zehnten Haus am Talpunkt oder im eingeschlossenen Zeichen. Assagioli sprach immer wieder vom Anliegen Alice Bailey, in ihren esoterischen Schriften forderte sie drei Horoskope, eins für die Vergangenheit, eines für das Hier und Jetzt und eines für die Zukunft. So entstand zunächst das Häuser- und später das Mondknotenhoroskop.

Bei Assagioli ist der Neptun im Stier eingeschlossen, zudem erhält er nur ein gestricheltes Quincunx vom Mars. Da hat er sicher den Zugang gefunden, nach und nach, und zwar durch Forschen, Tun und vor allem durch seinen tiefen Glauben.

Interessant ist auch seine Opposition von Saturn mit Venus, wobei Saturn im zweiten Haus steht. Dieser Aspekt steht innerhalb der Rechtschaffenheitsfigur, und meiner Meinung nach hat dieser Aspekt viel mit dem Verhalten seiner Frau zu tun. Saturn in zwei auf der Besitzachse. Seine Frau war anscheinend vermögend, was eine Venus im achten Haus durchaus für einen Mann bedeuten kann. Da hat er Verlustängste über seine Frau gespiegelt bekommen. Wahrscheinlich ist in der Öffentlichkeit darüber nie geschrieben worden, schließlich versucht man ja bei dieser Rechtschaffenheitsfigur seine eigenen Konflikte lieber für sich selbst zu behalten...

Alles liebe!

Arnold

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Re: Roberto Assagioli – Psychosynthese und transpersonale Entwicklung. neu [Re: Arnold]
      #212649 - 24.08.2008 15:03

Lieber Arnold!

Interessant - gut, etwas von "Zeitzeugen" über ihn zu hören!
Parallel zu Dir hier, hatte ich mich daran gemacht, die 10. Deutungsregeln auf diesen berühmten Mann anzuwenden, ich hoffe das ist o.k.??

Liebe Grüße Helena

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