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ArnoldModerator
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Bruno Huber: Das fünfte Haus.
      #178681 - 01.08.2007 11:29

Das fünfte Haus.



Als ich 1992 die Ausbildung bei der Huberschule begann, besuchte ich auch einige der legendären Samstagskurse von Bruno Huber. Darin wurden von ihm die Tierkreiszeichen bis ins letzte Detail beschrieben, ebenso die Zeichen im Haus. Seine Vorträge sind mir unvergessen geblieben, da sie ein Erlebnis für sich waren. Aus diesem Anlass möchte ich einen mitgeschnittenen Beitrag von Bruno über das fünfte Haus, sowie das darin ( als Beispiel ) stehende Krebs – Zeichen präsentieren.

Bruno:

Das fünfte Haus zählt zu denjenigen Häusern, die man entweder falsch oder einseitig interpretiert. Es wird all zu oft nur das Erotische erwähnt, oder man spricht einseitig nur von Kindern. Das sind sicher zu einseitige Betrachtungsweisen. Überhaupt werden die fixen Häuser oft falsch verstanden. Naturgemäß deshalb, weil sie mit gegebenen Formen und Strukturen zu tun haben, infolgedessen sehr leicht zulassen, dass man konkrete Begriffe als Schablonenbegriffe verwendet.

Das ist nahe liegend, aber nicht differenziert genug. Man müsste beachten, dass die fixen Häuser sogenannte Konkretisierungen der expansiven Häuser sind. Das heißt, das veränderliche und kardinale Haus, die vor und nach einer kardinalen Spitze liegen, konkretisieren ihre Bemühungen schließlich im fixen Haus aus. Das wird auch angestrebt. Wir wollen nicht nur die Idee von einer Maschine haben, wir wollen diese auch materiell. Oder wir wollen nicht nur die Idee von einer intakten Gesellschaftsform, sondern wir wollen sie ausführen, wir wollen sie leben können.

Wir schaffen in den fixen Häusern also Formen, weil wir in den Genuss des Geformten kommen wollen. Unser ganzes Streben geht letztlich immer wieder dahin, dass wir Zustände, Strukturen und Formen zur Verfügung haben, die dann von selbst funktionieren. Das ist eine der fixen Ideen der Menschheit, denken Sie ans Perpetuum Mobile, dass eine perfekte Form oder Struktur geschaffen werden soll, die uns alle Mühe des Lebens abnimmt, sei das in einem physischen Zusammenhang irgendwelcher Art oder in einem geistigen Zusammenhang. Sogar im psychischen Zusammenhang, nämlich im Kontaktbereich, versuchen wir Kontaktformen zu entwickeln, die uns erlauben, der Liebe ständig gegenwärtig zu sein, also zu garantieren, dass sie immer da ist. Auch da pflanzt sich die Form hin, und da sind wir schon speziell beim fünften Haus.

Das fünfte Haus geht genau darauf aus, die Liebe so zu normieren, durch das einregulierte Kontaktverhalten, dass sie nachher auch immer funktioniert. Da braucht man nur noch daran zu denken, uns schon „läuft der Laden“. Das ist eine Idee, nicht nur vom fünften sondern auch vom elften Haus. In den beiden Häusern der Beziehungsachse geht es um verschiedene Dimensionen der Liebe. Im fünften ist die persönliche Dimension, nämlich der persönlichen genießbaren Kontakte, im elften geht es dann um die große Norm, wie man eine ganze Gesellschaft einrichten kann, dass sie im Sinne der Liebe funktioniert und garantiert, dass die Liebe unter allen Menschen sei.

Im fünften Haus geht es aber darum unmittelbar in den Genuss der Liebe direkt und im Einzelfall zu kommen, also zum einzelnen Menschen. Sei das einer, seien das fünf, seien es hundert – das ist das individuelle Maß. Es geht um den Einzelnen, um das eigentliche Du, dem man direkt begegnen kann. Man entwickelt hier zwei Tendenzen, im Unterschied etwa zum vierten Haus. Im vierten Haus geht es um die Zugehörigkeit zu einem Ganzen, im fünften fängt der Trieb im Menschen an, den man schließlich als Individualtrieb in den oberen Häusern auskristallisiert. Hier fängt er an und zwar in einem gebundenen Sinn. Man erlebt sich zuerst einmal im Kontakt mit dem DU. Man begegnet ihm, und man will sich gegenüber diesem Du profilieren. Man will auch als klar geformtes ICH auftreten. Und da man ein Anfänger ist, könnte man sagen, dass dieses Bedürfnis, sich seiner Wirkung bewusst zu werden stark und richtig ist, im Kontakt machen und im Kontakte bewahren. Daraus entsteht, was man in der Verhaltenspsychologie als Imponiergehabe bezeichnet. Das ist am deutlichsten und wohl kontrastreichsten im geschlechtlichen Verhalten zu beobachten. In diesem Haus werden die geschlechtlichen Rollen männlich – weiblich am stärksten betont, denn sie sind das eigentliche Profilierungsmerkmal.

Hier kann man als Mann oder als Frau auftreten, man erlernt das nötige Rollengehabe, und damit macht man dem anderen Geschlecht Eindruck. Je besser es man lernt, je gekonnter und vielleicht auch je umfangreicher das Repertoire ist, umso mehr Erfolg wird man haben. Umso mehr Kontakte wird man haben können und umso mehr Einfluss wird man haben. Das ist formal gesprochen, was man anstrebt im fünften Haus. Man will ankommen, aber nicht einfach des Ankommens wegen – insofern ist es vom ersten Haus zu unterscheiden – das in gewissen Betrachtungsweisen ähnliches aufweist, denn da geht es ebenfalls um ein gewisses Imponiergehabe. Aber im ersten Haus genügt es, dass man ein Schild hochhält, auf welchen man möglichst schön gemalt ist. Im fünften Haus geht es nicht mehr darum, denn das Du kommt auf einen zu auf Grund des Schildes und sagt: „Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob das Bild wirklich echt ist“. Es lässt also nicht locker und prüft nach, was hinter dem Schild steckt.

Alle möglichen Varianten sind hier zu finden, nicht nur von mir beim anderen, sondern auch vom andern bei mir. Man kann das fünfte Haus als Schlachtfeld bezeichnen, denn hier findet auch der Kampf der Geschlechter statt.

Hier ist auch der Wettbewerbsgedanke zu Hause. Ursprünglich stammt er wahrscheinlich schon von der AC – DC Achse, von der Begegnungsachse her, im Ansatz jedenfalls, aber im fünften Haus nimmt er Normen an. Hier sind es Regeln, Ritterspiele, das Abenteurertum, auch die Spieler sind hier zu Hause. Man muss etwas wagen, um etwas zu gewinnen. Wenn man das Spiel zufälliger Weise ein paar Mal übersteht, hat man zwar eine Masche gefunden, aber ganz sicher fühlt man sich noch nicht und das ist das Problematische an diesem Haus.

Um die Dimension etwas verständlicher zu machen, verweise ich auf das Schichtungs-Diagramm. Unten haben wir die Kollektivschicht, das ist das Gebrodel der Masse, da bewegt sie sich wirklich, es ist etwas Lebendiges, nicht etwas Totes. Auch wenn da Gewohnheiten und Modeströmungen vorkommen, so sind das nicht starre Formeln, sondern hier läuft ständig etwas. Die Mode wandelt sich, sie ist nie starr. Sie mag gelegentlich zu alten Formen zurückkehren, aber sie bewegt sich ständig. Es ist ein vitaler Prozess hier. Es geht also um expansive Häuser.

Darüber liegt die Schicht zwei/fünf und hier haben wir es mit Normen zu tun. Es sind quasi die Konkretisierung der unteren Schicht. Das, was sich über längere Zeit als Modus bewährt, das kristallisiert als Verhaltensform und als Imponiergehabe aus. Im zweiten Haus als Besitz – Protzentum, und im fünften Haus als James Bond – Syndrom. Jeder hat einen kleinen James Bond oder eine Marylin Monroe in sich, auch wenn er es nicht wahrhaben will.

Von den Häusern drei/vier wachsen wir nach oben, und wir wachsen auf beiden Seiten hoch, nämlich als ICH auf der linken Seite und zum DU hin wendend, im Kontakt mit dem DU auf der rechten Seite, und in diesen beiden Formen profilieren wir uns schließlich zu einem Individuum ganz oben. Wir beginnen also von unten, irgendwann in der Pubertät selber zu wachsen, weil wir uns selber bewusst werden, und dann gehen wir langsam hoch. Zuerst sind wir ein Teil im Kollektiv. Wir bemerken das und wollen unsere Zugehörigkeit genau orten – das ist die klassische Pubertätsphase und wir versuchen bereits herauszufinden, wo wir eigentlich hinwollen. Wir erahnen die höhere Sphäre und wir versuchen, uns sowohl geistig wie auch im Sinne einer konkreten Vorstellung auszumalen, was die Persönlichkeit einst sein könnte. Das ist für das Wachstum notwendig. Wenn wir uns in dieser Phase nicht genügend Ideal – Vorstellungen von einer Zukunft machen, im geistigen wie im persönlichen Sinne, so ist nicht genügend Wachstumskraft in uns, die uns nach oben streben lässt. Sie kann zum Erliegen kommen, wenn das Kollektiv zu stark hemmt. Dann wird es zur Ausprägung der Ideale nicht kommen, dann werde ich gar nicht versuchen, nach oben zu wachsen. Ich werde da unten schön brav im Nestchen sitzen bleiben und mich bestimmen lassen, vom Verhalten dieser brodelnden Masse.

Ziele ich aber nach Höherem, dann muss ich auswandern in beide Richtungen. Ich muss mir einen eigenen Besitz und Lebensraum aneignen im zweiten Haus, und ich muss mir eine Form des Verhaltens schaffen, welche die Umwelt nicht unbeeindruckt lässt, so dass ich mir eventuell Wege bahnen kann in dieser Umwelt. Bin ich nämlich nicht fähig, zu beeindrucken, so stehen mir die Leute im Weg und behindern mich. So gesehen ist es wichtig, dass wir ein Imponiergehabe entwickeln. Wir müssen uns durchsetzen können, und sich Durchsetzen lernt man im fünften Haus.

Es ist also nicht schlecht, wenn man ein Imponiergehabe hat… da kann man sich allerhand aneignen, was der Umwelt ganz schön auf den Wecker gehen kann. Es kann sozusagen in den starken Überbordungen im Individualstreben zu Zerrformen asozialen Charakters kommen. Das wird natürlich nicht akzeptiert. Die Folge ist entweder Isolation und Zurückgewiesenwerden, dann müssen wir umlernen und neu anfangen.

Der Aufstieg durch diese Schichten geht grundsätzlich von einer dynamischen Grundlage durch eine Formschicht hindurch, wieder zu einem dynamischen Prozess. Wenn wir ein gewisses Grundverhalten im Kontakt mit der Umwelt haben, dann kommen wir in einen echten Erfahrungsaustausch – Prozess mit dem DU. Das sind dann wieder vitale Vorgänge. Man sieht das beim erwachsenen Menschen. Er hat ein gewisses Grundverhalten, er hat sich zum Beispiel im Geschlechtlichen gewisse Schablonen angewöhnt und die prägen ihn. Wenn er mit jemanden in direkten Kontakt kommt, der zu einem geschlechtlichen Austausch führt, so ist er in diesem Austauschprozess ziemlich seinen eigenen Strukturen ausgeliefert. Er verhält sich mehr oder weniger nach diesen Grundformen, die er in der Kindheit bereits weitgehend ausgelegt hat, die aber auch durch Prägung durch außen zustande gekommen sind, durch Entwicklung von Reizbildern. Er kann zwar bewusst den Kontakt steuern, mit Willen in eine bestimmte Richtung lenken, willentlich eine gewisse Tiefe des Kontaktes anstreben, aber er kann seine eigene Rollenstruktur, die er sich im Geschlechtlichen angeeignet hat, nicht einfach überwinden. Das geht nicht.

Wenn er es versucht, dann klappt es nicht. Das wird als Versagen im geschlechtlichen Bereich, der heute eine überaus wichtige Rolle spielt und mit dem Selbstbewusstsein zu tun hat, erlebt. Wenn man Versucht dies mit dem Willen zu manipulieren, dann klappt es eben nicht. Gründe von Impotenz und Frigidität sind weitgehend hier zu suchen. Wenn man mit dem Verstand das angelernte Rollenverhalten willentlich steuern will, ist das ein fruchtloser Versuch. Solche Strukturen wie sie in fixen Häusern ausgebildet werden, sind nicht so ohne weiteres zu überwinden. Sie begleiten uns meistens durch das Leben.

Es wäre also besser, und das gilt spezifisch für dieses Haus, diesen Mechanismen, die ursprünglich einen Zweck haben, ihren spontanen Lauf zu lassen. Sie funktionieren dann besser und führen auch zu befriedigenden Resultaten. Zu viel Kopf im Bett ist nicht gut, das ist ein alter Spruch, er bewahrheitet sich genau in diesem Sinne.

Bevor wir vitalen Bezug zum DU nehmen können auf der Begegnungsachse, müssen wir uns eine gewisse Verhaltensstruktur erst aneignen. Sonst kommen wir mit unserem Trieb gar nicht zurecht. Er funktioniert dann als Vulkan, kann nicht gesteuert werden und würde das DU überschwemmen. Deshalb wirkt Erziehung strukturierend auf unser geschlechtliches Verhalten. Sie will und versucht den Trieb unter Kontrolle zu halten, so dass er nicht überborden und gefährliche Dinge anrichten kann. Dabei kommt es sehr auf die Kultur, die Denkform und die moralische – ethische Geisteshaltung an, wie richtig, gesund und organisch diese Zwangsstrukturen sind. Sie können anorganisch sein, dann wird es natürlich schwierig, es kommt zu starken Hemmungen der geschlechtlichen Funktion. Und wenn dies über ein Maß hinausgeht, führt es zu Krankheiten psychischer oder physischer Art. Es sollte eigentlich so sein, dass wir uns selbst strukturieren. Aber dieser Strukturierungsvorgang fängt schon in der Kindheit an, er ist sogar wesentlich in den ersten zehn bis zwölf Lebensjahren und wird da fast schon abgeschlossen. Da wirken natürlich Eltern und die ganze Umgebung mit hinein, und so werden wir nie ganz Herr unserer Struktur.

All das zeigt sich im fünften Haus. Es ist ziemlich umfänglich und insgesamt wichtig. Es geht natürlich nicht nur ums Bett im fünften Haus, sondern es geht um die Erprobungsmöglichkeiten und die Durchsetzungskraft der Persönlichkeit gegenüber jedem DU, das einem begegnet. Das Geschlechtliche ist nur der betonteste, krasseste Fall in diesem Zusammenhang.

Das eigentliche Problem, das wir im fünften Haus immer wieder antreffen, und da reagieren die verschiedenen Zeichen auch recht verschieden, ist, dass wir das Mittelmaß zwischen Egoismus und Altruismus finden. Ein Übermaß an Ichhaftigkeit führt zu Schwierigkeiten, ein Untermaß ebenso. Das Übermaß ist für das Individuum leichter zu ertragen, weil er doch einiges durch seine Ellenbogenarbeit zustande bringt und sich also ausbezahlt fühlt, wenn gleich eine rigoros auftretende Reaktion nie zu verhindern ist und unterschwellig schwer zu schaffen macht. Das Übermaß bezahlt man mit einem oft übersteigerten Maß an Isolation.

Wenn sich zwei Zeichen kurz vorstellen: Widder und Jungfrau. Das eine ist das absolute Übermaß, das andere vielleicht nur noch durch Fische zu überbietendes Untermaß. Das geht naturgemäß in die Extreme und kann Probleme schaffen. Man muss also das richtige Maß finden: so und so viel kann man durchsetzen und so und soviel muss man vom DU durchsetzen lassen. So wird es im echten Sinne, wenn es gut läuft, ein gekonnter Handel. Das ergibt ein eingependeltes Imponiergehabe, das genau sein Maß kennt und weiß, wie weit es gehen und wie viel es verlangen kann. Hier kommt das berühmte Maß, das wir beim Löwemenschen so stark entwickelt vorfinden: „Hier ist meine Grenze, weiter geht es nicht“. Da hat keiner mitzureden, nicht einmal reinzuschauen ist erlaubt.

Zu diesem ganz starken Grenzen setzen und Grenzen bewahren kommt es im fünften Haus ebenso. Man verbittet sich so und so vieles. Seltsamerweise geschieht es, dass man es beim anderen nicht lassen kann, genau über seine Grenzen zu greifen. Das scheint der Reiz zu sein, dass man beim anderen ausprobiert, wie gut er seine Grenzen zu halten versteht. Man kann es als ein böses Spielchen bezeichnen, kann ziemlich in die Weichteile gehen, vor allem in die seelischen, aber es gehört eigentlich zum Spiel.

Im fünften Haus finden wir von der imponierenden Gestalt, die stilvoll gekleidet ist, bis zur Gartenhecke so ungefähr alles. Wer seine Grenzen nicht markiert, dessen Grenzen werden nicht wahrgenommen. Auch die imponierenden Goldlettern oder Orden, der Titel den man trägt, die Frau beziehungsweise der Mann, den man hat, spielen hier eine Rolle.

Beim fünften Haus ist es wichtig, dass man die Organik, die dahinter steckt und die Lebensnotwendigkeit sieht. Das gilt übrigens für alle fixen Häuser. Sonst kommt man leicht zu einem bedenkenlosen Bejahen von allem, was drin ist oder zu einem ebenso bedenkenlosen völligen Abweisen dessen, was da gemeint ist, was beim fünften Haus gerne aus der moralischen Ecke heraus geschieht, nämlich zu einem Verdammen all dessen, was hier als Tendenz erscheint. Das eine oder das andere geht völlig an der Wahrheit vorbei. Es sind völlig natürliche Qualitäten, die hier zutage treten, sie sind einerseits notwendig, aber andererseits werden sie auch allzu leicht übertrieben.

Vor der Pille war es immer ein Wagnis, das man hier einging. Es ist markant, dass der Zusammenhang Sex/Kinder normalerweise in der einen Richtung funktioniert, das heißt vom Normalmensch aus: das Geschlechtliche erbringt die Kinder. Aber es kann sehr wohl umgekehrt angezeigt sein.

Bei gewissen Stellungen im fünften Haus ist der Mensch gar nicht am Geschlechtlichen interessiert, sondern nur an Kindern. Man trifft den Kindernarr als Typus, das gibt es in der männlichen wie in der weiblichen Ausprägung, und das zeigt sich grundsätzlich immer durch eine bestimmte Stellung im fünften Haus. Da läuft einfach die Mechanik verkehrt rum, was allerdings Gründe hat, nämlich die Inhibierung des Geschlechts. Wenn einer in einem Übermaß moralisch gehemmt ist, darf er nicht. Als Kompensation kann er zum Kindernarr werden. Er verliebt sich in die Resultate und die Resultate werden zum Fetisch. Dieser Begriff ist hier absolut angebracht. Man muss also gar nicht eigene Kinder haben. Das heißt auch, dass ein solcher Mensch geschlechtlich infantil bleibt, also selbst Kind bleiben will und infolgedessen unter seinesgleichen ist. Gleichzeitig kommt es vor, dass jemand ein „erwachsenes Kind“ ist und Kinder dominiert, um dadurch sein Selbstbewusstsein aufzubauen. Das ist eine der verheerenden Seiten unserer menschlichen Gesellschaft. Wie viele Kinder werden so missbraucht, durch die Geisteshaltung ihrer Eltern.

Das Zeichen Krebs im fünften Haus.

Krebs und Löwe sind zwei Prinzipien, die nebeneinander stehen, wie Volk und Regierung, wie König und Vasallen. Man bezeichnet in manchen Zusammenhängen richtigerweise das Krebszeichen als das Zeichen des Volkes, des Kollektivs, der Masse, auch des Mobs ( die blinde, stumpfe Masse ). Natürlich fühlt sich der Löwe immer als König. Selbst wenn der Krebs ins fünfte Haus gerät, nehme ich den betonten Fall, dass ein Hauptplanet im Krebs steht, dann kommt sich plötzlich das Volk als König vor. Darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben, Untertitel: Demokratie. Da gilt der Satz: vox populi, vox drei. Im Individualfall sieht es etwas anders aus als im Kollektivfall. Das Kollektiv an sich ist nicht regierungsfähig, weil es keine schöpferische Qualität an den Tag legt. Das Kollektiv ist grundsätzlich ein Sicherungsverbund, von dem alle zehren wollen und in den sie nichts hineingeben wollen. Das sieht man in den totalitären Staaten deutlich, wo die Menschen müssen und dadurch das Schöpferische versiegt. Das Kollektiv kann also gar nicht schöpferisch sein, weil es gar nicht will. Es kann nur vom Kollektiv zehren. Jedes Individuum, das das Kollektiv ausmacht, will Sicherheit. Es hat eine passive Haltung dem Kollektiv gegenüber. Trotzdem kann man dem Krebs nichts nachsagen, dass er nicht schöpferisch sei im individuellen Rahmen. Das wäre ganz falsch. Infolgedessen kann der Krebs tatsächlich regieren, wenn er ins fünfte Haus kommt. Er wird ein sehr jovialer, menschenfreundlicher Regierender sein, aber er wird immer streng patriachale Züge behalten. Es ist eine Art kompensative Stellung, die wir in uns haben. Es ist das Bedürfnis nach Dominanz und nach Glanz, nach Anerkennung im großen Stil, nach Herausragen, das dem fünften Haus eigen ist, das Imponiergehabe. Auf der anderen Seite das unbedingte Bedürfnis nach einer ursächlichen und echten Menschlichkeit, das dem Krebszeichen innewohnt. Dieses Bedürfnis ist auch im Falle des Individuums Krebs die schöpferische Potenz. Der Krebsmensch kann aus diesem Bedürfnis heraus schöpferisch werden. Denken Sie an ganz große humanitäre Figuren unserer Zeit oder von frühesten Zeiten. Sie haben aus diesem Bedürfnis heraus große schöpferische Leistungen vollbracht.

Im Prinzip finden sich somit sehr häufig bei dieser Konstellation tatsächlich humanitäre Menschen solcher Profilierung vor. Aber gleichzeitig ist auch immer ein Bedürfnis vorhanden, was ich als den Patriarchen bezeichne. Irgendwo nimmt ein solcher Mensch wahr, dass er nicht die genügende beeindruckende Art hat, wie das ein echter König des fünften Hauses ausstrahlen würde.

Als Patriarch macht er Fehler, die ein Löwe nicht machen würde. Ein Löwe geht in seiner Rolle als König auf und es ist damit auch seine Welt, die er kontrolliert. Krebs hat immer auch Mitleid, sowohl mit dem Dominierten oder den Beeindruckten, als auch mit sich selbst. Er ist überstrapaziert, wenn er ständig Figur machen muss. Einem echten Krebs liegt das nicht. Er will manchmal weich sein, er will auch weinen können und Mitleid haben. Das kann sich ein regierender König nicht leisten. Er muss Härten applizieren aus Staatsraison. Dieser Widerspruch lässt ihn ebenfalls Fehler machen, zum Beispiel Weichheiten zeigen und Nachgiebigkeit, der er dann durch umso betonteres formalistisches Figurspielen wettzumachen versucht. Das ist ein Typikum.

Krebs im fünften Haus ist eine etwas kritische Stellung. Sie stellt hohe Anforderungen an die Krebsqualität. Sie strapaziert die Menschlichkeit manchmal über das Menschliche hinaus. Es kann unmenschlich werden, was hier im fünften Haus verlangt wird. Oft geht es hier um Sein oder Nichtsein. Wenn man gut markiert, kommt man durch, sonst wird man „runtergebuttert“. Der Krebs vermittelt viele Weichheiten, als dass man immer oben bleiben könnte. Also eine etwas frustrierende Stellung. Erfolgserlebnisse wechseln mit bitteren Niederlagen. Wenn Hauptplaneten zugegen sind, versucht man sich selbst dies zu verheimlichen, das heißt kompensieren, markieren, angeben, den Patriarchen spielen. Krebssonne im fünften Haus kann ihr Selbstbewusstsein nur dadurch garantieren, dass sie eben ganz stark den Patriarchen herauskehrt – das gilt auch für die Frauen. Bei Frauen wird es noch origineller als bei Männern. Krebs darf seine Schwächen nicht zeigen, das fordert das fünfte Haus. Er muss erfolgreich sein, das wird vom Feuer verlangt, ein Blitzstrahl – genau ins Ziel. Das ist die Methode, sagt das fünfte Haus. So muss er sich immer wieder abdecken. Es sind Deckungsmanöver, die an sich der Umwelt gelten. Im fünften Haus wird aber alles zur Gewohnheit und so merkt man gar nicht, dass man nicht mehr sich selbst ist, sondern nur noch die Form, die man darstellt, die Fassade, die Maske, die Figur und das Gehabe.

Die beiden Prinzipien Wasser und Feuer sind schwer vereinbar. Es ist aber auch nicht einfach, das kardinale Kreuz mit dem fixen zu vereinbaren. Krebs ist ein Kardinalzeichen, das fünfte Haus ist ein fixes Haus. Also, soll man nun auf sicher gehen, oder soll man unternehmerisch sein? Soll man, wenn es schwierig wird, neu anfangen, oder soll man einfach nur stur durchbüffeln, bis es vielleicht doch funktioniert?

Dieses Hin- und Hergezogensein, immer zwischen verschiedenen Lösungsmöglichkeiten, lässt letztlich immer unsichere Ergebnisse realisieren. Also geht es jedes Mal irgendwo ans Selbstbewusstsein, man braucht wieder ein Korsett, bezw. Eine Figur, die sich aufstellen kann ( Brust raus ) und dann ganz fest dem Schicksal ins Auge geblickt – und schon kullert eine Träne herunter. Bei dieser Unsicherheit, die in dieser Stellung gegeben ist, ist es dann oft so, vor allem wenn da Intelligenzplaneten stehen, oder sogar Ichplaneten, dass dieser Mensch immer wieder seine Bestätigung beim Kollektiv sucht. Er braucht die quantitative Bestätigung von verschiedenen Leuten, dass sie davon ausgehen, zum Beispiel mit Merkur, dass etwas stimmen muss, weil der Meier, Frau Müller und die Nachbarin ebenso denkt, und dann auch noch der Herr Doktor. Er holt sich also mit Merkur die Sicherheit beim Kollektiv, denn man möchte im fünften Haus mit seinem Imponiergehabe ankommen. Wenn das nicht der Fall ist, wird man tief getroffen sein.

Eigenartig ist auch der Widerspruch, dass wir mit dem Zeichen Krebs mit einem spezifischen mütterlichen Zeichen zu tun haben und andererseits möchte im fünften Haus das väterliche Prinzip zum Zuge kommen, weil die Selbsteinstufung des fünften Hauses patriarchal ist. Das Selbstbewusstsein basiert nicht auf Strahlung, sondern auf Formalität, weil es ein fixes Haus ist. Letztlich passt es sogar zusammen, aber die Widersprüchlichkeit der Formelbegriffe, einmal auf das Mutterprinzip vom Krebs und andererseits das Dominante, Regierende, Väterliche oder Königliche des Löwen im fünften Haus unter einen Hut zu bringen, ist schwierig und deshalb erbringt der Krebs im fünften Haus meistens eine oft fast ins maskenhaft Starre gehende pseudo - patriarchale Haltung aus, sondern viel mehr ein extremes Selbstbewusstsein, das in einem betonten Sinn herausgekehrt wird. Es muss sich dann auch jedermann an den Stil halten, den man als den einzig richtigen ansieht. Bei Frauen wirkt sich also diese Stellung nicht so expansiv aus, außer, es sind männliche Planeten im fünften Haus, dann entsteht allerdings ein sehr männlicher Typus von Frau, der deutlich sichtbare Ecken hat.

Wenn die Hauptplaneten zugegen sind, zeigt sich ein Mensch, der leicht dazu neigt, an seiner „Menschlichkeit“ zu scheitern, die ihm ein echtes Bedürfnis ist, die er aber im fünften Haus, weil er immer als Figur gefordert wird, nicht richtig ausleben kann. Natürlich hat es hier eine Frau weit leichter, als ein Mann. Für einen Mann wird diese Stellung oft sehr dramatisch. Was ich bei Männern des öftern beobachtet habe mit dieser Stellung der Sonne ist, dass sie zu einer Dauerkompensation übergehen, was im Verlauf des Lebens zu einer totalen Selbstentfremdung führen kann. Sie wissen gar nicht mehr, wer sie sind, sie gehen völlig in ihrer Rolle auf.

Meistens spielt in solchen Fällen Pluto mit herein. Er hat eine besonders starke Wirkung auf das Krebszeichen, was ich mir nur dadurch erklären kann, dass dieser Planet entdeckt wurde, als dieser im Krebs stand, außerdem auch, weil er sehr langsam läuft ( er bleibt 30 Jahre im Krebszeichen ). Bei jüngeren Generationen steht Pluto in einem anderen Zeichen, wenn dieser aber einen Aspekt ins Krebszeichen im fünften Haus wirft, hat er wieder eine ähnliche starke Wirkung – viel stärker jedenfalls, als in anderen Zeichen. Wenn Pluto zum Beispiel vom oberen Teil im Horoskop einen Aspekt auf die Sonne im fünften Haus wirft, dann kann dies ins Diktatorische gehen. Wirft die Sonne im Horoskop einen günstigen Aspekt auf Pluto im Krebs im fünften Haus, dann gibt es eine gewisse Strahlung, eher von der subtilen Sorte, also etwas Solides, etwas, das unter die Haut geht. Vielleicht ein bisschen suggestiv und es nimmt fast schon parapsychologische Fähigkeiten an, ins Magische gehend. Es kommt auf die Bauart des ganzen Horoskops an. Solche Leute machen gerne auf Understatement, sie sind stilbewusst.

Planeten in Krebs im fünften Haus machen stark weiblich in der geschlechtlichen Haltung, auch bei Männern. Als Ausnahme gilt vielleicht Sonne, Mars, Pluto, besonders wenn einer dieser drei Planeten im Haus sitzt und der andere einen Aspekt darauf wirft. Wenn also zwei männliche Planeten im Spiel sind, ist es vielleicht der Ausnahmefall, denn da ist das Selbstbestätigungsgefühl sehr groß, wenn es sich um einen Mann handelt, widersprüchlich hingegen, wenn es eine Frau ist. Diese Stellung ist eine Polarisierung vom männlich – weiblichen, von gegenseitig sich aufhebenden Zwängen. Die übrigen Planeten machen passiv hinnehmend, anlockend und sich dann hingebend.

Arnold: Dieser Beitrag von Bruno ist ein Beispiel für die Kombination von Zeichen zum Haus. Da kann man sehr viel an Deutung herausholen, den Menschen nachempfinden, wie sie ihre jeweiligen Häuser angehen!

Alles liebe!

Arnold








Editiert von Arnold (12.08.2007 22:06)

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zoe
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Beiträge: 1204
Re: Bruno Huber: Das fünfte Haus. neu [Re: Arnold]
      #178712 - 01.08.2007 19:28

Lieber Arnold,

ein großes DANKE an Dich für diesen Beitrag....für mich mit meinerb 5. Haus Betonung sprichst Du mir vieles aus der Seele damit.

Ich kenne das Gefühl erotisch zu wirken und ich brauchte lange um das überhaupt zu checken ..aber mir reichte das nicht, empfand es oft als störend, weil eben viele Menschen nicht nur astrologisch, sondern auch in der Wirklichkeit, das 5. Haus etwas falsch oder oberflächlich sehen und oft überrascht sind, noch mehr als nur Erotik vorzu finden bzw. sogar oft damit überfordert sind, auch noch so etwaswie Geist und Hirn, Idealsimus, Struktur usw. zu entdecken .

Als Schütze Betonung im 5. Haus kann ich nur sagen, für mich ist Autentisch sein das Wichtigste, keine Maske, kein Gehabe oder Getue sondern SEIN, einfach nur sein dürfen und können!

Zitat:

Krebs darf seine Schwächen nicht zeigen, das fordert das fünfte Haus. Er muss erfolgreich sein, das wird vom Feuer verlangt, ein Blitzstrahl – genau ins Ziel.




Mein Ex hat sein 5. Haus im Krebs stehen und mein Asz. liegt darin,er ist und war sichtlich überfordert, von meiner auch schwachen, empfänglichen, ahnenden und sensiblen Seite, zumindest im Alltagsleben..so als wollte er nur die starke taffe Frau um sich haben- die mit dem Feuer im Arsch .....(mich hat das sehr irritiert u. verletzt, da ich eben nicht nur die Taffe bin und niemandem etwas vorspielen will oder muß)!
Beim xxx aber, hatte er mit dieser Seite von mir überhaupt kein Problem, auch immer noch nicht, ich ziehe ihn auf magische Weise an,mein los lassen können usw. (Nähkästchen plauder )

Na ja im Grunde habe ich erkannt das er nicht zu seinen Schwächen stehen kann und immer den starken Max nach aussen spielen muß, selbst wenn schon alle Fassaden am abbröseln sind u. alle Felle davon schwimmen.

Lg Anya






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Zhen
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Re: Bruno Huber: Das fünfte Haus. neu [Re: zoe]
      #181798 - 25.08.2007 16:30

Hallo Arnold,
danke für deine Mühe.
Mein 5.Haus ist im Widder. Da habe ich etwas zu knapsen.
Schönes Wochenende!
Zhen


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ArnoldModerator
Moderator

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Re: Bruno Huber: Das fünfte Haus. neu [Re: Zhen]
      #181801 - 25.08.2007 16:50

Liebe Zhen,

Rosi hat auch den Widder im fünften Haus..

Alles liebe!

Arnold

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Zhen
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Registriert: 01.04.2007
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Re: Bruno Huber: Das fünfte Haus. neu [Re: Arnold]
      #181805 - 25.08.2007 18:13

Lieber Arnold,
das ist gut.
Grüsse Rosi von mir.
Zhen

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Su-SphinxModerator
Moderatorin

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Re: Bruno Huber: Das fünfte Haus. neu [Re: Zhen]
      #181827 - 25.08.2007 21:55

Lieber Arnold und liebe Zhen
Auch ich habe Widder um 5. Haus. Meine Hörner sind schon ganz schön abgewetzt,weil ich nicht nur einmal mit dem Kopf durch die Wand wollte...

Alles Liebe
Susanne

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