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Franzi
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API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern
      #131783 - 22.07.2006 15:22

3. Der Mondknoten in den Häusern

Der erste Schritt

Die Definition des ersten Schrittes ergibt sich vor allem aus der Hausqualität, in dem der Mondknoten steht. Wir können vom Mondknoten, da er kein Planet ist, nicht erwarten, dass er etwas tut, sondern wir müssen mit ihm etwas tun. Er ist ein Schlupfloch in der Hecke, das wir finden müssen, und durch das wir dann auch schlüpfen können.

Es ist besser, den Mondknoten zuerst im Haus zu deuten, die Qualität des Zeichens kommt als zusätzliche innere Dimension dazu. Zeichenqualitäten sind im allgemeinen schwieriger bewusst umzusetzen, weil sie mehr in der Tiefe lagern, und weil die Zeichen mehr qualitative und weniger praktische Aussagen machen. Das Haus zeigt uns das Lebensgebiet, wo wir praktisch ansetzen können. Es bietet ausserhalb von uns eine Gelegenheit, die diesen ersten Schritt möglich macht. Freilich ist auch in uns selber eine Disposition, die sich nicht unbedingt als Gelegenheit oder Situation äussert, und diese Disposition zeigt das Zeichen an. Der direkte, formal greifbare Ansatzpunkt aber ist immer in der Stellung des Mondknotens im Haus zu finden.

Die zwölf Häuser im Horoskop geben konkrete Hinweise auf die Lebensbezüge, auf die Lebensbereiche. Hier haben wir für den Mondknoten den Ansatz, der uns genau sagt, was zu tun ist.


Mondknoten im 1. Haus

Beispielhoroskop Friedrich Nietzsche, Philosoph – 15.10.1844, 10.00, Röcken b.Lutzen/D

Hier wird eine klare Identifikation der eigenen Person gegenüber der Umwelt gefordert. Im ersten Haus stellt man sich vor. Das erste Haus ist ein extravertiertes Haus, ich muss mich klar zu erkennen geben, das Ich präsentieren, als das ich gesehen werden möchte. Verlangt wird beim Mondknoten im ersten Haus der Mut, sich hinzustellen und zu sagen: „So bin ich; so wie ich mich jetzt präsentiere, will ich auch sein und genommen werden“.

Wenn man das gesamte Horoskop ansieht, ist meistens zu erkennen, dass dieses Ich Schwierigkeiten hat, genügend sich selbst zu sein und infolgedessen sagt der Mondknoten: „Das muss du üben“. Wenn ich mit dem Mondknoten im ersten Haus in eine schwierige Situation komme, dann wahrscheinlich deshalb, weil ich mich nie richtig entscheiden kann zu sagen: „Jawohl, das bin ich, das will ich sein, ich mache das oder ich mache es nicht, das liegt mir nicht, das kann ich nicht, das will ich nicht“. Im ersten Haus muss man lernen, auf seinem Ich-Standpunkt zu beharren und Stellung zu beziehen.

Wichtig ist auch, mir die Neigung des gegenüberliegenden Mondknotens bewusst zu machen. Hier wäre eine Neigung vorhanden, sich nach der Meinung der anderen zu richten, darauf zu warten, dass der andere einem sagt, was man zu tun hat; das ist der absteigende Mondknoten im siebten Haus. Das Abstützen am Du, die Hoffnung, dass irgendein Du einem die Kohlen aus dem Feuer holt, das „Sich nicht selbst im Lebenskampf behaupten wollen“ ist Stillstand, bzw. Rückschritt in der Entwicklung.

Bei roten Aspekten zum Ersthaus-Mondknoten neigt man dazu, reflexhaft den absteigenden Mondknoten zu benutzen, um sich beim Du anzubiedern, sich freundlich zu verhalten; gut anzukommen, indem man seine eigenen wenig schönen Seiten weglässt oder verleugnet und die guten Seiten herauskehrt. Man gibt dabei ein falsches Bild von sich, und das blockiert erheblich die Entwicklung. Im ersten Haus muss zwar das Spiel mit dem Image betrieben werden, aber es sollte eine optimal ehrliche Selbstdarstellung erfolgen.

Hat der Mondknoten im ersten Haus blaue Aspekte, so gibt der Partner, das Du im siebten Haus, freiwillig die Abstützung, ohne dass man sie sucht. Das ist weniger schlimm, als wenn man selber danach sucht. Entscheidend ist die Motivation. Wenn sich dieser Mensch auf sich selbst konzentriert, dann kommt eventuell der Partner und hilft dabei. Das ist etwas anderes. Es ist dann ein Tun. Steht der Mondknoten direkt am Aszendenten, so muss man die gesamte Ersthaus-Thematik sehr ernst nehmen. Bei blauen Aspekten und noch viel mehr bei grünen ist zu beobachten, dass man sich oft nicht so richtig traut, sein Ich zu betonen, weil es unüblich und verpönt ist. Das kann erheblich falsch sein, denn ohne unser Ich klar zu repräsentieren, haben wir keine eigentlichen Chancen in der Welt. Die Welt weiss nämlich nicht, wer wir sind. Es ist weit besser, ein möglichst schön gemaltes Schild mit sich zu führen, worauf steht, wie unser Ich aussieht oder aussehen soll, als gar keines.

Der Mondknoten am Aszendenten ist eine Stellung, bei der man schon fast mit dem Finger auf sich zeigen muss. Man muss lernen, sein Ich als Erscheinungsbild für die Welt zu pflegen und stark zu betonen. Es ist hier wichtig, sich selber darzustellen und immer wieder sein Image zu korrigieren.


Mondknoten im 2. Haus

Beispielhoroskop Hedwig Courths-Mahler, Schriftstellerin – 18.2.1867, 16.45 LT, Nebra/D

Beim Mondknoten im zweiten Haus geht es im wesentlichen darum, dass ich meine eigenen Substanzen umsetze. Ich muss lernen, das, was ich habe an Besitz, an Fähigkeiten, an Wissen, was ich mir selber erarbeitet habe oder auch was mir schon in die Wiege gelegt wurde, selbst anzuwenden. Ich darf mich nicht auf andere verlassen, dass sie mir helfen oder mich sogar aus ihrer Substanz unterstützen. Ich habe selbst genug Kraft und Werte, die ich im Leben einsetzen kann.

Im zweiten Haus geht es um die Eigensubstanz. Man legt sich Substanz zu oder verfügt über Substanz. Es ist ein Haben-Haus. Wer den Mondknoten im zweiten Haus hat, muss, um vorwärts zu kommen, das gebrauchen, was er hat. Man kommt im Leben erst dann zum Zuge, wenn man anfängt, seine eigenen Fähigkeiten, Talente oder das, was man – auch im materiellen Sinn – hat, umzusetzen; es geht sehr wesentlich dabei auch um das Gebenwollen, denn man will meistens nicht geben. Oder aber – das ist noch vom Zeichen abhängig – man hat nicht das nötige Selbstverständnis und Selbstvertrauen in das, was man hat. Dann muss man anfangen, sich diese Sicherheit zu verschaffen, d.h. man muss an seiner Substanz noch arbeiten.

Auf den gesamten Lebenslauf gesehen, wird zunächst in der Jugend einen längere Pause kommen, wo es um das Anreichern von Substanz geht. Es können materielle, geistige oder psychische Werte sein, die höchst solide werden müssen. Dann kommt eine zweite Phase, in der man diese soliden Werte zur Wirkung bringt. Auch dann ist es oft noch eine Frage des Gebens, ob man geben will. Und dann macht man die Erfahrung: Wenn man voll gibt, kommt es auch voll zurück.

Man kann hier im Horoskop antreffen, dass das Eigenwertbewusstsein nicht in Ordnung ist, besonders, wenn der Mondknoten grün oder rot bestrahlt ist. Das bedeutet, dass man seinen eigenen Wert, der ja im zweiten Haus von der Substanz her bestimmt ist, unterschätzt. Das wiederum kann zur Folge haben, dass man das, was man hat, festhält und nicht weitergibt und immer noch mehr aufnehmen will. Es kann andererseits dazu führen, dass man sich abhängig macht von den Mitteln anderer.

Bei Mondknoten im zweiten Haus ist der Vitalfundus gut, nur merkt man es nicht, solange es nicht bewusst gemacht worden ist. Man klagt darüber, dass man ausgebeutet wird oder dass andere mehr bekommen und es besser haben als man selbst. Bei Bewusstmachung des Mondknotens gibt er mir das Vertrauen, dass das, was in mir drin steckt, etwas wert ist.


Mondknoten im 3. Haus

Beispielhoroskop Curd Jürgens, Schauspieler, - 13.12.1915, 05.00 MEZ, München/D

Die beiden ersten Häuser haben noch sehr stark mit dem Ich zu tun. Mit dem dritten Haus rücken wir in den Kollektivraum. Da geht es nun um die Zuwendung zu einem Kollektiv. Im dritten Haus zum Denken des Kollektivs, also zu dem, was man denkt: Ich muss hinhorchen und verstehen, welche Sprache die andern sprechen. Ich muss mir meine unbewussten Abhängigkeiten bewusst machen und vor allem mir klar werden über meine Neigung, den Leuten das zu sagen, was sie hören wollen.

An sich ist der Kollektivbereich im Horoskop immer problematisch, weil er uns zu nahe steht. Unsere Kollektivreflexe, ob sie nun das Denken (3. Haus) oder das Gemüt (4. Haus) betreffen, spielen vollautomatisch. Ich habe z. B. irgend etwas schnell dahingesagt, was dem andern zwar gefällt, was aber nicht unbedingt richtig ist. Und hier muss man nun mit dem Mondknoten im dritten Haus ansetzen: Die eigene Sprache beobachten, denn die Sprache ist das Kommunikationsmittel im dritten Haus. Man sollte wenigstens im nachhinein überprüfen, was man gesagt hat und sich überlegen, ob es vertretbar, ob es objektiv richtig war. Vielleicht habe ich dem Bedürfnis nachgegeben, jemandem nach dem Mund zu reden, damit ich nicht auf Widerstand stosse oder ihm gefalle.

Wenn man diese Überprüfung über längere Zeit vornimmt, dann bekommt man seinen Mondknoten ziemlich schnell in den Griff. Das ist notwendig, vor allem, wenn eine Opposition zum Mondknoten vorliegt. Wohl muss die Form verwendet werden, die im dritten Haus Gültigkeit hat, aber ich selbst muss sie bewusst anwenden und mich nicht über Gebühr anpassen. Das heisst, ich muss lernen, die allgemein gültigen Begriffsbezüge und Denkstrukturen anzuwenden, sonst werde ich nicht verstanden. Erst dann kann ich mich positiv in das Kollektiv einfügen, sonst werde ich zwangsweise eingefügt. Man muss sich zwar kollektiv einordnen, aber das Kollektiv hat kein Recht, vom Individuum eine Unterwerfung zu verlangen. Das Individuum darf allerdings auch umgekehrt vom Kollektiv nicht verlangen, dass es sich ihm unterwirft. Es ist ein Unterschied, ob man unbewusst vom Kollektiv gesteuert wird oder ob man über das neunte Haus den Weg des eigenen Denkens gegangen ist und dann wieder zurückkehrt und sich bewusst einpasst. Diese Aufgabenstellung zeigt der Mondknoten im 3. Haus an.
Mondknoten im 4. Haus

Beispielhoroskop Robert F. Kennedy, Politiker, - 20.11.1925, 14.48EST, Brookline/Mass/USA

Im vierten Haus ist die Gefühlswertung entscheidend, es genügt nicht, wie im dritten Haus, nur die Meinung zu erfragen, sondern man muss fähig sein, vom Gemüt her mitzuleben, dabei zu sein. Es geht hier darum, dass man sich in einem Nest wohl fühlt und aufgehoben ist. Auch da ist meistens die Tendenz entsprechend im Horoskop, dass man vielleicht zu kopflastig ist, zu sehr seine Individualität betont. Hier muss man lernen, ein einfacher Mensch unter anderen Menschen zu sein, der auch Gefühle hat und sie zum Ausdruck bringt und auch von anderen Gefühle entgegennimmt.

Oft ist der Vierthaus-Mondknoten ein Ausgleich für Sonne, Uranus oder Pluto oben im Horoskop, die zu dem Reflex führen, berühmt sein oder anführen zu wollen. Wenn die Vorstellungsbilder aus dem Gemüt mit ihrer Haftung an das Kollektiv oder die Familie bewusst werden, muss man diese Leitbildvorstellungen klären.

Wenn Planeten im neunten oder zehnten Haus starkes Individualstreben anzeigen, so kann der Horoskopeigner das auch entwickeln, aber mit dem Mondknoten im vierten Haus heisst das auch: Er muss sich immer wieder erden, seine Wurzeln, seine Heimat pflegen, er darf nicht den Boden unter den Füssen verlieren. Oft kommt ein nach oben Strebender in Engpässe, ein Weiterkommen ist nicht möglich, Blockierungen treten auf, und er versucht dann mit Gewalt, sich weiter nach oben hochzuarbeiten. Das ist in vielen Fällen richtig, aber mit Mondknoten im vierten Haus ist das falsch. Da muss man sich zurücknehmen und sich als einer aus dem Kollektiv, aus der Familie erleben. Erst dann kommt man wieder weiter, wird wieder locker und gewinnt Zugang zu den Menschen, die man führen will; man versteht sie wieder. Das gibt neue Antriebskräfte, um sich weiter nach oben entwickeln zu können.

Bei rot bestrahltem Mondknoten im vierten Haus kann es sich um Flucht in eine gemüthafte Vorstellungswelt handeln, die mit dem Aufgehobensein, mit dem Nestgefühl und Nestbedürfnis zu tun hat. Dieses Nestgefühl hat eine sehr wichtige Funktion, es ist etwas vom Grundlegendsten, was wir im Leben brauchen; nur gerade dadurch, dass wir es so sehr brauchen, geraten wir leicht in den Sog des „Um-jeden-Preis“. Das macht uns undifferenziert und abhängig von den Bewegungen, die in der Familie vorkommen. Wir werden durch diese Bewegungen gesteuert und können wiederum nicht bewusst gestaltend daran teilnehmen, sondern werden das Opfer von Familienangelegenheiten. Angehörige haben schliesslich dann auch das Recht, uns zu missbrauchen oder zu zertrampeln.

Wenn irgendein Planet im zehnten Haus in Opposition zum Mondknoten steht, dann ist man leicht bereit, sein Nest billig zu verkaufen, um wenigstens den Aufstieg sicher zu machen. Der Ehrgeiz oder irgendwelche andere Formen dieser Qualität lassen das Nestgefühl veröden. Das urtümliche Bedürfnis dazuzugehören, Teil eines grösseren Organismus, einer Gruppe oder Familie zu sein, kommt zu kurz.

Hat man ein Quadrat zu einem Planeten am Aszendenten dann ist die Ablenkung nicht zur Grösse hin, sondern man ist zu egoistisch; mit einem Quadrat zum Deszendenten wirft man sich an das Du hin. Wenn man um seiner eigenen Entwicklung willen dieses Bedürfnis, dazuzugehören, ersterben lässt, stirbt damit eine wesentlich menschliche Qualität, und man wird einsam und geneigt, anderen Unrecht zu tun. Denn die Fähigkeit, nicht Unrecht zu tun, ist mithin in diesem Nestraum des vierten Hauses begründet.
Mondknoten im 5. Haus

Beispielhoroskop Edgar Degas, franz. Maler, - 19.7.1834, 20.30 LT, Paris/F

Im fünften Haus geht es um die Selbsterprobung oder Selbstdarstellung im direkten Sinne gegenüber dem Du. Man muss lernen, allen Menschen frei und ohne Furcht gegenüberzutreten, und man muss fähig werden, als Ich diesen Menschen irgendwie Achtung abzuringen. Das fünfte Haus ist einer der drei Häuser, die am intensivsten und direktesten mit der Selbstpräsentation, der Selbstdurchsetzung zu tun haben. Die treffendste Definition des fünften Hauses ist, dass man Persönlichkeitsstrahlung entwickelt. Man muss von sich selbst überzeugt sein und auftreten können, man darf sich nicht durch ein kritisches Wort oder eine schnelle Äusserung gleich in die Ecke drücken lassen. Durch ein sicheres Auftreten und durch seine Persönlichkeit soll man andere beeindrucken und überzeugen können. Das steht bei dieser Mondknotenstellung markant im Vordergrund.

Es geht im fünften Haus auch um die Erotik, wobei zu erwähnen ist, dass oft der Fehler gemacht wird, das Erotische als das Geschlechtliche zu sehen. Das Sexuelle kann Funktion sein, aber es gibt das Geschlechtliche in allen Häusern, allerdings in verschiedenen Formen und Zusammenhängen. Erotik ist an sich nicht geschlechtlich, Erotik spielt auch zwischen Menschen gleichen Geschlechts. Es ist die direkte, vitale Beziehung zwischen Mensch und Mensch. Sie ist spürbar als ein Kribbeln, ein Erregtsein, wenn man in die Nähe eines bestimmten Menschen kommt. Das hat mit Geschlechtlichkeit nicht unbedingt zu tun. Erotik hat den Zweck, mich mit anderen Menschen in Berührung zu bringen, nicht bloss ins Gespräch.

Der Mondknoten im fünften Haus muss die Nähe suchen. Die Nähe, die erregend wirkt, aber dadurch auch bewirkt, dass sie einen nicht kalt lässt. Und so gesehen ist Erotik auch etwas unerhört Feines, Kultiviertes, Hohes. Physisch gesprochen ist es hautnahe Berührung, bedeutet, in den Schwingungskreis eines Menschen zu treten und in der Korrespondenz mit ihm den eigenen Schwingungskreis zu erfahren. Das kann im Spezifischen auch in die geschlechtliche Polung hineinwirken. Denn da ist das Erotische primäre Anregung. Der Mondknoten im fünften Haus erfordert, dass ich mich gerade und direkt präsentiere. Der andere reagiert dann auf mich, er fühlt sich von mir betroffen. Das führt zu Begegnungen, die vital sind. Das fünfte Haus ist ein Feuerhaus, und hier muss es um vitale Begegnungen gehen.

Natürlich haben wir Reservationen, und es ist bei dieser Mondknotenstellung sehr wichtig, dass man sich nicht davontreiben lässt von der Situation, sondern dass man sich selbst bleibt. Sonst kann nämlich dieser eine Pol, den man selbst darstellt, in einer Zweiheit oder Vielheit des erotischen Schwingungskreises nicht mehr bestehen, und man wird fortgespült. Der Mondknoten verlangt aber, dass man ein aktiver und starker Pol in einer Beziehung ist.

Das erfordert, dass man eine Haltung des Experimentierens einnimmt, d.h. man muss etwas wagen. Wenn man einem Menschen entgegentritt, in seine Nähe kommt und dann diese Vibration entsteht, so weiss man noch nicht, was dabei herauskommt. Man kann es zu einem wesentlichen Teil dadurch bestimmen, dass man in sich selbst fest steht. Da kann im Prinzip nichts Negatives geschehen, und man tut auch niemandem Gewalt an. Die Konzentration liegt auf dem Ich, wenn es einem starken Ich begegnet, beide profilieren sich und profitieren davon.


Mondknoten im 6. Haus

Beispielhoroskop Alan Leo, Astrologe und Autor, - 7.8.1860, 05.49, Westminster/GB

Hier geht es um die existentielle Fragestellung, um die Art und Weise, wie man seine Existenz gewährleistet. Ungleich im fünften Haus, wo man einfach hinsteht und Wirkung hat, wo es also mehr eine Frage des Seins ist als des Tuns. Es geht im sechsten Haus aber auch nicht in erster Linie um das Tun, sondern um das klare Erkennen dessen, was ich zu tun fähig bin.

Das sechste Haus ist ein veränderliches Haus, und die veränderlichen Häuser haben immer mit Erkenntnis zu tun. Der Erkenntnisprozess ist damit beschäftigt, die eigene „Marktlücke“ zu finden. Man muss also von der Nachfrage ausgehen und herausfinden: „Wo bin ich mit meinen Fähigkeiten gefragt, wo werde ich gebraucht, wo passe ich hin?“. Das Problem mag als ein technisches erscheinen, dem ist aber nicht so; denn das sechste Haus setzt das fünfte voraus, d.h. dass man schon seine Sicherheit gefunden haben soll, dass man schon seinen Standort kennt.

Im sechsten Haus geht es darum, das im fünften Haus erprobte Ich mit seinen Fähigkeiten richtig einsetzen zu können, so dass man ein Teil der Umwelt wird, seinen Beitrag leistet und damit auch existentiell getragen wird. Man sollte grundsätzlich im sechsten Haus – und das gewinnt beim Mondknotenstand ganz besondere Bedeutung – sich selbst zwar als Angebot sehen, das einer Nachfrage bedarf, aber man sollte es so formulieren: „Ich will in dieser mir zugänglichen Gemeinschaft einen Beitrag leisten, und wo ist dieser Beitrag gefragt?“. Man muss dabei vom Du ausgehen, denn das sechste Haus ist ein dienendes Haus.

Das Prinzip des Dienens sollte als ein gültiges Prinzip erkannt werden. So wie der Löwe herrscht, dient die Jungfrau, und die beiden haben eine reversive Verwandtschaft, denn man kann rückwärts gewandt sagen: „Der König ist der erste Diener seines Volkes“. Das zeigt auch an, dass im sechsten Haus keine Servilität entstehen darf, kein abhängiges, unterwürfiges Genehmseins. Ich muss ein positives Angebot machen, aber dieses Angebot sollte einem wirklichen Bedürfnis entsprechen; denn das ist eigentlich Dienen. Manchmal muss ich mich sogar einem Vorgang, einem Arbeitsprozess oder Anstrengungen unterziehen, die mir echt Mühe machen, die mir sogar aus dem Moment heraus falsch erscheinen mögen. Aber mit dem Mondknoten im sechsten Haus braucht es auch gelegentlich diese Erfahrung. Dann kann man nämlich ehrlich zugeben und sagen: „Ich finde, das ist nicht das Richtige für mich, aber ich werde es trotzdem tun, weil es aus der Situation heraus notwendig ist.“ Bei illusionären Vorstellungen über eigene Fähigkeiten führt der Mondknoten im sechsten Haus in die täuschungslose Realität und zeigt, was man in Wirklichkeit kann und was man nicht kann.

Im sechsten Haus soll man flink und fröhlich die nächstliegende Pflicht erfüllen, nicht träumen, wie die neptunischen Bereiche des zwölften Hauses auch locken mögen. Man ist im sechsten Haus dann erfolgreich, wenn man selbst zupackt und nicht wartet, bis andere die Arbeit tun. Man soll sich für eine Sache einsetzen und sein Bestes geben, auch wenn man zeitweilig glaubt, die Arbeit liege unter der eigenen Würde, oder sich sagt: „Immer muss ich alles alleine machen“. Aber dadurch kommt alles andere in Gang und ordnet sich zu. Das ganze Geheimnis des sechsten Hauses liegt in der konstanten Pflichterfüllung, im vollen Einsatz seiner Fähigkeiten für gemeinsame Ziele.




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Franzi
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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: Franzi]
      #131878 - 24.07.2006 13:48

Mondknoten im 6. Haus

Beispielhoroskop Alan Leo, Astrologe und Autor, - 7.8.1860, 05.49, Westminster/GB

Hier geht es um die existentielle Fragestellung, um die Art und Weise, wie man seine Existenz gewährleistet. Ungleich im fünften Haus, wo man einfach hinsteht und Wirkung hat, wo es also mehr eine Frage des Seins ist als des Tuns. Es geht im sechsten Haus aber auch nicht in erster Linie um das Tun, sondern um das klare Erkennen dessen, was ich zu tun fähig bin.

Das sechste Haus ist ein veränderliches Haus, und die veränderlichen Häuser haben immer mit Erkenntnis zu tun. Der Erkenntnisprozess ist damit beschäftigt, die eigene „Marktlücke“ zu finden. Man muss also von der Nachfrage ausgehen und herausfinden: „Wo bin ich mit meinen Fähigkeiten gefragt, wo werde ich gebraucht, wo passe ich hin?“. Das Problem mag als ein technisches erscheinen, dem ist aber nicht so; denn das sechste Haus setzt das fünfte voraus, d.h. dass man schon seine Sicherheit gefunden haben soll, dass man schon seinen Standort kennt.

Im sechsten Haus geht es darum, das im fünften Haus erprobte Ich mit seinen Fähigkeiten richtig einsetzen zu können, so dass man ein Teil der Umwelt wird, seinen Beitrag leistet und damit auch existentiell getragen wird. Man sollte grundsätzlich im sechsten Haus – und das gewinnt beim Mondknotenstand ganz besondere Bedeutung – sich selbst zwar als Angebot sehen, das einer Nachfrage bedarf, aber man sollte es so formulieren: „Ich will in dieser mir zugänglichen Gemeinschaft einen Beitrag leisten, und wo ist dieser Beitrag gefragt?“. Man muss dabei vom Du ausgehen, denn das sechste Haus ist ein dienendes Haus.

Das Prinzip des Dienens sollte als ein gültiges Prinzip erkannt werden. So wie der Löwe herrscht, dient die Jungfrau, und die beiden haben eine reversive Verwandtschaft, denn man kann rückwärts gewandt sagen: „Der König ist der erste Diener seines Volkes“. Das zeigt auch an, dass im sechsten Haus keine Servilität entstehen darf, kein abhängiges, unterwürfiges Genehmseins. Ich muss ein positives Angebot machen, aber dieses Angebot sollte einem wirklichen Bedürfnis entsprechen; denn das ist eigentlich Dienen. Manchmal muss ich mich sogar einem Vorgang, einem Arbeitsprozess oder Anstrengungen unterziehen, die mir echt Mühe machen, die mir sogar aus dem Moment heraus falsch erscheinen mögen. Aber mit dem Mondknoten im sechsten Haus braucht es auch gelegentlich diese Erfahrung. Dann kann man nämlich ehrlich zugeben und sagen: „Ich finde, das ist nicht das Richtige für mich, aber ich werde es trotzdem tun, weil es aus der Situation heraus notwendig ist.“ Bei illusionären Vorstellungen über eigene Fähigkeiten führt der Mondknoten im sechsten Haus in die täuschungslose Realität und zeigt, was man in Wirklichkeit kann und was man nicht kann.

Im sechsten Haus soll man flink und fröhlich die nächstliegende Pflicht erfüllen, nicht träumen, wie die neptunischen Bereiche des zwölften Hauses auch locken mögen. Man ist im sechsten Haus dann erfolgreich, wenn man selbst zupackt und nicht wartet, bis andere die Arbeit tun. Man soll sich für eine Sache einsetzen und sein Bestes geben, auch wenn man zeitweilig glaubt, die Arbeit liege unter der eigenen Würde, oder sich sagt: „Immer muss ich alles alleine machen“. Aber dadurch kommt alles andere in Gang und ordnet sich zu. Das ganze Geheimnis des sechsten Hauses liegt in der konstanten Pflichterfüllung, im vollen Einsatz seiner Fähigkeiten für gemeinsame Ziele.


Mondknoten im 7. Haus

Beispielhoroskop Pierre Teilhard de Chardin, Philosoph – 1.5.1881, 07.00LT, Orcines, Clermont/F

Hier sind wir im Gegenhaus zum ersten. Jetzt kommt eigentlich die Umkehrung, das, was vorher beim absteigenden Mondknoten negativ war, wird nun positiv gesehen. Im siebten Haus muss man sich bemühen, Kontakte zu schaffen und Verbindlichkeiten einzugehen. Verbindlichkeiten, bei denen man darauf achten soll, dass sie auf Gegenseitigkeiten beruhen. Ein Vertrag z.B. muss von beiden Seiten eingehalten werden, er sollte jedem etwas bringen. Wie finden den Mondknoten im siebten Haus bei zweierlei Typen von Menschen. Einmal bei denjenigen, die egozentrisch nur um sich selbst kreisen, nie richtig in Kontakt kommen und schon gar nicht bis zu einer Partnerschaft. Und zum andern bei Menschen, die zu wenig selbstbewusst sind, als dass sie sagen könnten: „Ich will auch meinen Teil haben.“ Solch ein Mensch schützt sich meistens dadurch, dass in seinem Bewusstsein eine Art Schutzethik oder Schutzphilosophie entsteht, die sagt: „Man darf nicht berechnend sein, man muss spontan geben, für eine gute Tat darf man kein Lob erwarten, für geistige Arbeit darf man kein Geld nehmen.“

Im siebten Haus muss ein Geben und Nehmen sein, es entspricht ja dem Zeichen Waage, der Balance, der Ausgeglichenheit der Konten zwischen dem Du und dem Ich. Der Mondknoten im siebten Haus erfordert, dass man immer einen Ausgleich schafft zwischen sich und anderen, das dient im wesentlichen zur Überwindung von verkrampftem Egoismus. Man muss auf gleichseitige Verträge achten und diese auch mit ganz kühlem Verstand nachprüfen. Das siebte Haus ist ein Lufthaus und das Lufttemperament denkt nach und hat nicht nur Gefühle, hinter die man sich dann verschanzen könnte.

Wenn der Mondknoten im siebten Haus steht, kann das auch heissen, dass ich zu wenig Bindungsbedürfnis oder zuviel Angst vor definitiven Bindungen habe. Ich muss also lernen, gültige und verpflichtende Beziehungen einzugehen. Das hat natürlich Konsequenzen, sie binden mich, bürden mir Verpflichtungen auf und schränken meine persönliche Freiheit ein. Auch in meiner Selbstentfaltung ist durch die Bindung an einen Partner eine gewisse Strasse vorgelegt oder ein bestimmter Bewegungsraum abgesteckt. Aber es ist ein natürliches Bedürfnis im Menschen, zu dieser totalen Form der Beziehung zu kommen. Und deshalb ist es wichtig, dass ich Bereitschaft entwickle, gültige Beziehungen einzugehen. Daraus ergeben sich natürliche Pflichten, Einschränkungen, und es kann mit der Zeit als Freiheitsbeschränkung oder Freiheitsberaubung empfunden werden. Deshalb hält einen auch oft die Angst zurück, solche Bindungsmöglichkeiten überhaupt aufzusuchen.

Mit dem Mondknoten im siebten Haus geht es darum, die Eigenart und die Eigenkonzentriertheit so zu mildern, dass der andere in der Beziehung mindestens ebenso egoistisch sein kann und darf wie ich selbst. Es sollen gleiche Rechte herrschen, jeder sollte gleich profitieren und beide zu gleichen Teilen sich noch selbst sein dürfen. Das Stichwort für den Mondknoten im siebten Haus ist Gegenseitigkeit und Equilibrium. Als Regulativ finden wir den Mondknoten im siebten Haus oft bei vielen Planeten am Aszendenten zum Ausgleich der Egozentrik. Bei Konflikten in Partnerschaften kann man dann selber den Ausgleich herbeiführen, indem man sich öffnet und erkennt: ich muss den ersten Schritt tun. Der Mondknoten steht vielleicht deshalb im siebten Haus, weil ich Angst habe, dem Du zu vertrauen, von ihm Hilfe anzunehmen. Ich muss meine Angst, mein Zögern überwinden und bereit sein, Verbindlichkeiten einzugehen.

Im siebten Haus haben wir in einem aktiven, schöpferischen Prozess über das Du Zugang zum Ganzen, so wie wir es im vierten Haus zum Kollektiv haben. An der Verantwortung für das Du, am Engagement für andere findet Weiterentwicklung statt, auch wenn die Aspekte im Horoskop keine Partnerschaft empfehlen. Beim Mondknoten im siebten Haus ist die Partnerschaft ein Lernprozess, den man annehmen soll. Oft muss man auch Dinge für seine Entwicklung tun, die das Horoskop sonst eigentlich verneint.


Mondknoten im 8. Haus

Beispielhoroskop Pearl S. Buck, Schriftstellerin – 26.6.1892, 12.30 EST, Hillsboro/WV/USA

Das achte Haus liegt in der Mitte zwischen Deszendent (DC) und Medium Coeli (MC).Wie alle fixen Häuser hat es keine Berührung mit den Hauptachsen. Es ist von der kardinalen Kraft entfernt und stellt infolgedessen einen festen Zustand dar, wie jedes der fixen Häuser. Im achten Haus, dem Skorpion-Haus, wohnt ein doppelter Instinkt. Es herrscht die Situation, in der ich zwei Dinge will, einmal das, was am Deszendenten gefragt ist, und zum anderen auch das, was am Medium Coeli gefragt ist. Die zwei nächststehenden Hauptachsen bestimmen die Thematik der fixen Häuser.

Dies führt zur Doppelnatur, man will im achten Haus zwei Zustände erreichen: Einerseits mit dem Du in guter Kommunikation sein und von den Kontakten, die man im siebten Haus geknüpft hat, profitieren, - andererseits weist der MC, die Himmelsmitte, zur Individualisierung hin. Das letztere kann aber auch Einsamkeit bedeuten, Verzicht auf Vorteile, die vom siebten Haus her möglich wären. Um ganz ich selbst zu werden, muss ich den Verzicht auf das Du leisten. Ich bin zwischen diesen beiden Wünschen hin- und hergerissen. Obwohl ich einen optimalen Zugang zur Umwelt haben will, möchte ich auch ein starkes, unabhängiges freies Individuum sein. Deshalb versucht man, in der Gesellschaft jemand zu sein. Das ist ein klassischer Kompromiss, den die Gesellschaft schon immer vorgeschlagen hat.

Die Gesellschaft ist die Summe aller Du’s, und indem ich die Karriereleiter in der Gesellschaft hochklettere und mir eine sichere Position erarbeite, bin ich jemand, den man respektiert. Wenn ich aber auf Karriere fixiert bin, bin ich von der Beurteilung anderer abhängig. Auf der einen Seite habe ich vielleicht eine Position, die mich zu bestimmten Funktionen ermächtigt, aber auf der anderen Seite befinde ich mich unter dem kritischen Druck der Gesellschaft.

Der Mondknoten im achten Haus bedeutet, dass man diese zwei widersprüchlichen Forderungen verstehen muss, und sie ohne einen faulen Kompromiss in einen gesunden und geistig fassbaren Begriff bringt. Auch ein Kompromiss ist etwas Zwiespältiges. Mit dem Mondknoten im achten Haus wird eine Gratwanderung auf Messers Schneide verlangt. Ich muss mich hüten, der Sklave von meinem Sicherheitsbedürfnis zu sein und meine individuelle Entwicklung zu verkaufen.

Im achten Haus verlangt der Mondknoten einen gesunden Kompromiss zwischen Gesellschaft und individuellem Wachstum, der zur geistigen und persönlichen Harmonie führt. Er will, dass ich ein gesundes Verhältnis zur Umwelt bekomme, in der die Umwelt zum Zuge kommt, ihre Rechte gewahrt sind, in der ich meine Pflichten vollziehe, ohne dass mein eigenes geistiges Wachstum behindert wird. Das ist eine der schwierigsten Forderungen, die eine innere und äussere Unabhängigkeit voraussetzt, die schwer zu erfüllen ist. Es ist ein Nehmen und Geben im Austauschprinzip nach dem Spruch: „Gib dem Kaiser was des Kaisers ist...“.
Aber nicht, indem man sich erpressen lässt, um Vorteile zu ergattern, sondern indem man sich selbst und dem anderen das gibt und nimmt, was einem selbst oder dem anderen zusteht. Das richtige Mass ist zu beachten, und hier ist kühler Verstand und Abwägung, sorgfältiges Beachten der Gesetze, auch der Gesetze der Zuneigung, der Sympathie und des Kontaktes, gefragt.

Man darf auch nicht gegen die Liebe verstossen, vielleicht dadurch, dass man um jeden Preis seine Geschäfte mit der Gesellschaft macht und alles seiner Position opfert, auch seine Lieben. Im achten Haus muss das Geistige und das Materielle in ein Gleichgewicht gebracht werden. Man wird immer wieder damit konfrontiert, das Statusdenken geht mit dem Mondknoten im achten Haus meistens darum, die Verhaftung an das Greifbare und Materielle zu überwinden, damit das Lebendige, die Menschlichkeit immer wieder neu erstehen kann.


Mondknoten im 9. Haus

Beispielhoroskop Georges Braque, Franz. Maler – 9.5.1882, 02.30 LT, Paris/Argenteuil/F

Im neunten Haus geht es um die Entwicklung des eigenen Denkens, der geistigen Autonomie. Es ist die Drei/Neun-Achse, die Denkachse, die hier angesprochen ist. Im dritten Haus muss der Mensch lernen, die Sprache des Kollektivs zu verstehen und sich das kollektive Wissen einzuverleiben. Als Kind übernimmt ein Mensch die Denkstrukturen seiner Umwelt, des Kollektivs, in dem er lebt. Er wird in seinem Denken durch das Milieu geprägt. Das Kollektiv enthält nicht nur Wissen, sondern auch typische Denkmuster, die wie Mechanismen eingebaut sind, und das Denken geschieht im dritten Haus fast reflexhaft in bestimmten Strukturen.

Im neunten Haus geht es nun darum, diese Denkstrukturen, Denkschablonen, Skripts oder Programme, die wie festgewachsene Teile im gesamten persönlichen Haushalt funktionieren, bewusst und differenziert zu erkennen. Dann erst kann man jene Teile ablegen, die nicht dem entsprechen, was man mit seinem eigenen Denken erkannt hat. Im neunten Haus soll ich mir mein eigenes Weltbild schaffen, um zu geistiger Unabhängigkeit zu gelangen. Ich muss mir in einer möglichst wertfreien und objektiven Weise von der Welt ein Bild machen, indem ich selbst beobachte, mir meine eigene Meinung bilde, um schliesslich zu einer eigenen Lebensanschauung und Lebensphilosophie zu kommen. Aus der sinnenhaften Wahrnehmung der Welt entwickeln sich eigene Gedanken. Aus der Beobachtung einen Gedanken ableiten zu können, ihn konsequent zu verfolgen und zu einer klaren Anschauung und zur eigenen Stellungnahme zu kommen, ist die typische geistige Leistung des neunten Hauses. Die Voraussetzung ist das richtige Beobachten, das sensitive Wahrnehmen, woraus ich Konklusionen ziehen, Konsequenzen ableiten und daraus eine eigene Haltung entwickeln kann. Denkstrukturen, die im dritten Haus lagern und unbewältigt sind, können hier starke Voreingenommenheit schaffen, die es im neunten Haus erschweren, zu einer eindeutigen Klarheit zu gelangen.

Man sollte also mit dem Mondknoten im neunten Haus fähig werden, einen eigenen Standort zu finden und ihn auch geistig vertreten. Man darf sich nicht darin beirren lassen, sei es durch zufällige oder gesteuerte Einflüsse, sei es durch eingebaute Mechanismen, die einen von dieser Klarheit wegtragen können oder diese Freiheit in der Erkenntnis verbauen. Wenn man auf einen guten Gedanken trifft, der einem angeboten wird, so ist er nicht deshalb gut, weil er als gut bezeichnet wird, und er ist auch nicht gut, weil er von einer Autorität stammt, er ist nur dann gut, wenn man ihn selbst überprüfen kann und man zum selben Ergebnis kommt. Diese Überprüfung vorzunehmen ist Aufgabe des neunten Hauses. Die Wachheit der Sinne ist eine absolute Voraussetzung für die Klarheit des Denkens. Wachheit der Sinne, das ist symbolisiert in Jupiter, dem Herrscher des Zeichen Schütze, das dem neunten Haus entspricht. Da ist auch der Zusammenhang zwischen dem sinnesmässigen Wahrnehmen und dem Werturteil, das im neunten Haus oder durch den Schützen gefunden werden kann. Die Wachheit der Sinne garantiert die Fähigkeit, zu klaren Werturteilen zu kommen.

Es erfordert Zivilcourage, eigene Gedanken zu vertreten, es erfordert Selbstvertrauen, seinen eigenen Beobachtungen und Empfindungen Vertrauen zu schenken und sich nicht vom Kollektiv überreden lassen, dass man etwas so oder so zu sehen hätte. Der eigene Standpunkt, den man gefunden hat, die selbsterfahrene Wahrheit, die man erlebt hat, an denen muss man im neunten Haus festhalten. Man soll nicht meinen, allem gerecht werden oder allen gefällig sein zu müssen. Der Aufstieg, den der Mondknoten im neunten Haus anzeigt, wird in persönlicher Bewusstseinserweiterung durch eigenes Denken, Reisen, Philosophieren und anderes gefördert, nachdem man davon abgekommen ist, dem Reiseprogramm anderer zu folgen. Man zieht selbst los, befragt die Leute und macht eigene Erfahrungen. Daran wird gelernt, wie das Leben wirklich ist.


Mondknoten im 10. Haus

Beispielhoroskop Henri Rousseau, Franz. Maler – 21.5.1844, 01.00 LT, Laval/F

Mit dem Mondknoten im zehnten Haus geht es darum, die eigene Individualität zu entfalten und von den Möglichkeiten, die vor mir liegen, diejenigen zu wählen, die mein Selbstverständnis fördern. Mit Selbstverständnis sind nicht Selbstbewusstsein oder Ansehen im äusserlichen Sinn gemeint. Sie würden die Selbstentfaltung als Individuum nicht fördern, sondern eher behindern. Der Aufforderung des Mondknotens im zehnten Haus nachzukommen heisst, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich von Fremdbestimmung zu befreien. Es ist ebenso schwierig wie der Mondknoten im achten Haus, weil man immer auf Messers Schneide steht und von irgendjemanden abhängig ist oder vom Kollektiv kritisiert und beurteilt wird.

Im zehnten Haus sind gewaltige Illusionsbildungen fast die Regel. Sie tragen alle die Begriffe: Autorität, Berühmtheit, Karriere und Macht. Prestige steht nicht im Vordergrund, das ist eher dem achten Haus zuzuordnen. Prestige ist ein Begriff, der mit Besitz zu tun hat, nicht mit Autorität. Es geht im zehnten Haus darum, dass man entweder eine natürliche Autorität hat oder dass man Autorität spielt, d.h. dass man sich Autorität anmasst. Letzteres wäre dann reines Formen- oder Rollenspiel, das Saturn als Herrscher des zehnten Hauses in seiner Formentfaltung verkörpert. Das sind meistens Funktionen oder Rollen, die nicht die Funktion der Autorität wirklich erfüllen können.

Das zehnte Haus ist auch das Haus der Berufung. Man muss Berufung anstreben und nicht Berühmtheit. Von der Berufung her gesehen übernimmt man eine Aufgabe für das Kollektiv, das gegenübersteht. Der ausgereifte Mensch fühlt sich berufen, etwas für das Kollektiv zu tun, er wendet sich dem Kollektiv zu und verwirklicht Ziele, die der Gemeinschaft dienen.

Das zehnte Haus ist ein Erdhaus (Steinbock). Aus dem Temperament eines jeden Hauses innerhalb der Dreiheit seiner Temperamentszugehörigkeit kann man seine Funktion ablesen. Das Steinbock-Haus leitet sich aus den Leistungen des Jungfrau-Hauses ab, so wie das Jungfrau-Haus sich aus den Leistungen des Stier-Hauses ableitet. Das Zeichen Stier ist der Anfang, das zweite Haus, dann geht es zum sechsten und dann zum zehnten Haus. Das ist eine sogenannte soziale Entwicklung, die hier verfolgt werden kann.

Mit dem Mondknoten im zehnten Haus muss man sich auch aus den Zielvorstellungen der Familie und Tradition lösen. Von der Familie wird ja, was Beruf und Status betrifft, etwas in mich hineinprojiziert. Davon muss man sich lösen, sein eigenes Leitbild finden, sein Bündel packen, sich auf den Weg machen und selbstgesteckte Ziele erreichen.

Besonders Frauen haben es nicht einfach, den Mondknoten im zehnten Haus zu realisieren, da unsere Gesellschaftsstruktur die Individualisierung bei Frauen nicht gerne sieht. Frauen mit Mondknoten im zehnten Haus verbinden sich deshalb oft in der Partnerschaft mit einem Mann, der aus der Masse herausragt, um dadurch selbst an Geltung zu gewinnen. Das ist aber eine Fremdrolle, eine Funktion die sie oft hervorragend spielen können, die sie aber persönlich nicht weiterbringt. Bei Krisen in der Partnerschaft wird eine solche Frau häufig auf sich selbst zurückgeworfen, oft muss sie auf das bequeme Leben verzichten, um den Selbstwerdungsprozess zu vollziehen. So wird sie lernen, auf eigenen Füssen zu stehen und aus sich selbst heraus zur Autorität und Individualität reifen.

Die Eigenverantwortung, die freie, unabhängige Entscheidung, die Entfaltung des Willens in einem sehr entschiedenen Sinne verlangt der Mondknoten im zehnten Haus. Dazu gehört Härte gegen sich selbst, denn vom Gefühl her möchte man zum Kollektiv im vierten Haus dazugehören. Mit Mondknoten im zehnten Haus soll man seine eigene Persönlichkeitsausformung, seine Individuation (C.G.Jung) konsequent verfolgen, ohne Rücksicht auf Kritik. Der Preis für die Entwicklung, für klare Individualität, muss mit einem gewissen Grad von Isolation und Einsamkeit bezahlt werden. Dieser Preis verhindert, dass man die Entwicklung auf dem Rücken anderer vollzieht.


Mondknoten im 11. Haus

Beispielhoroskop Sri Aurobindo, Integrales Yoga, 18.5.1872, 04.30 LT, Calcutta/Indien

Das elfte Haus gehört zur Beziehungsachse. Es hat mit der Haltung, der Einstellung von Menschen zueinander zu tun, ähnlich wie das fünfte Haus. Im fünften Haus geht man an die Aufgabe, menschliche Beziehungen zu regeln, mit einer naiven Natürlichkeit heran. Man sieht sich als den Mittelpunkt der Welt und versucht, das zu verwirklichen, was man persönlich will oder sich vorstellt. Im elften Haus muss man von dieser Ichhaftigkeit frei werden, hier kann man diese simple Methode nicht anwenden, weil man sich als Teil eines Ganzen erkennt. Hier muss man sich um die Prinzipien bemühen und soll überpersönliche, allgemeingültige Kriterien erarbeiten. Dabei geht es mehr noch als um das Erarbeiten um das Postulieren dieser Kriterien.

Wenn der Mondknoten im elften Haus steht, handelt es sich darum, eine klare Haltung zum Menschen zu finden. Das kann auch persönlich sein, denn im persönlichen Sinn versteht sich das elfte Haus als das Haus der Freundschaft. Hier habe ich Freunde, Menschen, zu denen ich Vertrauen habe und die Vertrauen zu mir haben, hier geht es um eine Auswahl von Menschen, die eine bestimmte Qualität haben. In dieser Qualität ist immer eines sicher: Das Vertrauen. Durch den Begriff des Vertrauens ist das elfte Haus vom fünften Haus klar zu unterscheiden. Der Mondknoten im elften Haus bedeutet auf der persönlichen Ebene, dass er mich veranlassen soll, Freundschaften zu pflegen und Optimales aus Freundschaften zu machen. Man muss lernen, in der Wahl seiner Freunde selektiv zu sein und nach Seelenverwandten suchen, die echte Freundschaft garantieren. Man kann sich jahrelang nicht gesehen haben, aber wenn man sich wieder trifft, ist es so, als wäre es gestern gewesen. Das ist echte Freundschaft. Im elften Haus kann man erleben, dass es Sicherheit in der Liebe auch ohne Bedingungen gibt, sobald man lernt, nicht mehr festzuhalten. Dann ist in der Freundschaft völlige Bewegungsfreiheit gegeben. Allerdings muss man mit dem Mondknoten im elften Haus den Sicherheitswunsch des fixen Kreuzes im fünften und elften Haus überwinden und hinter sich lassen.

An sich ist Freundschaft das Resultat des Bemühens um eine ethische Einstellung zum Menschen. So gesehen zielt das elfte Haus auf die Entwicklung eines idealen Menschenbildes. Ethik betrifft hier grundsätzlich die Beziehungsqualität zwischen Menschen. Obwohl diese im neunten Haus erarbeitet oder gefunden wird, wo ist die Ethik im elften Haus als vorgegebener Denkrahmen vertreten. Selbstverständlich ist sie damit auch der Rahmen von Doktrinen und von Glaubensbekenntnissen, denn es ist ein fixes Haus, und in einem fixen Haus sind nicht Prozesse im Gange, sondern Zustände wirksam. Wenn es also um Ethik geht, handelt es sich hier im elften Haus um die fertige Form einer Ethik, an die man glaubt, mit der man sich identifiziert, die man andern mitteilt oder gar aufoktroyieren will. Dogmatismus kommt fast immer aus dem elften Haus, in dem man von der Überzeugung, von der ethischen Messweise ausgeht.

Wenn der Mondknoten rot bestrahlt ist, hat man die Neigung, eine Ethik zu vertreten, die unbesehen übernommen wurde. Sie mag noch so hoch komplex und differenziert sein, sie ist wahrscheinlich stillschweigend eingeflossen, meistens als Resultat der Erziehung oder des Kollektiveinflusses in den Jugendjahren, besonders in der Zeit der Pubertät. Sie wurde einfach blind akzeptiert.

Zu beachten ist auch die grüne Bestrahlung des Mondknotens, weil damit eine Unsicherheit angezeigt ist. In diesem Fall ist man anfällig für – eventuell wechselnde – Ideologien, die einem Sicherheit zu bieten versprechen. Das kann zu Schwierigkeiten, besonders im praktischen Wirkungsbereich des elften Hauses, in den Freundschaftsbeziehungen führen. Man ist dann bereit, gleich auch die Menschen zu wechseln, wenn man die Ethik wechselt.

Bei blau aspektiertem Mondknoten oder Planetenstellungen ist oft die Neigung da, sich einer elitären Gruppe oder einer Doktrin anzuschliessen weil dies der bequemste weg zu sein scheint. Man wiegt sich durch die Gruppe in Sicherheit und verwendet diese zu eigenen Zwecken. Dann ist bei Mondknoten im elften Haus eine gewisse Arbeit angezeigt. Man muss damit beginnen, seine eigene Ethik zu überprüfen. Das ist im elften Haus und mit blauen Aspekten nicht so leicht, weil einem die Ethik in den Knochen sitzt. Man kann vielleicht seinen Sinn ändern, aber unbewusst reagiert man doch nach dem eingeprägten Verhaltensmuster.

Es muss also mit dem Mondknoten im elften Haus das Bemühen da sein, zu einer gesunden menschenwürdigen Ethik zu kommen, die klar formuliert und im Bewusstsein differenziert begründet ist. Sonst kann sich hier ein geistiger Snobismus breit machen, ein elitärer Anspruch, der dem Ego dient. Eine verhärtete egozentrische Ethik bietet dazu die Grundlage: Ich bin besser, denn wir wissen, wie es sein muss.

Der Mondknoten im elften Haus zeigt sicher an, dass man bei sich selbst ansetzen soll und nicht bei andern. Letzteres ist die grosse Gefahr, denn man fühlt sich durch die Gruppe stark und durch ein Dogma, eine Ethik berechtigt, auf andere loszugehen und diese als falsch oder böse abzustempeln. Hinter dem Freundschafts-Gruppenegoismus steckt der individuelle Egoismus, der aber ethisch verbrämt sein kann und deshalb nicht als solcher sichtbar wird.


Mondknoten im 12. Haus

Horoskopbeispiel Willy Brandt, Politiker – 18.12.1913, 12.45 MEZ, Lübeck/D

Das zwölfte Haus ist das von der äusseren Welt am weitesten abgewandte Haus. Es ist gewissermassen vom Du-Punkt abgesondert. Dazu ist es ein sehr introvertiertes Haus; es entspricht dem passiven Fischezeichen. Man wartet ab, bis einen etwas anrührt, bis etwas kommt. Es ist der Ort der Innenkehr und der Selbstfindung. Mondknoten im zwölften Haus bedeutet, dass dieser Mensch es nötig hat, sich von Zeit zu Zeit aus seinem aktiven Treiben zurückzunehmen, um sich auf sich selbst zu besinnen.

Das erste und das zwölfte Haus machen den Ich-Raum im Häusersystem aus, dazwischen steht der Ich-Punkt, der Aszendent. Im ersten Haus extravertiert sich das Ich, wendet sich der Welt zu, es meldet sich an: „Ich bin da!“. Das introvertierte Ich-Haus ist das zwölfte Haus. Hier geht es nicht darum, sich der Welt darzustellen, sondern sich in Distanz zur Welt zu bringen, um ganz sich selbst sein zu können. Selbstsein bedeutet, sich genau zu erkennen, wie man wirklich ist, und sich als das, was man ist, anzunehmen. Selbstbeobachtung, Selbsterkenntnis und Selbstfindung sind Aufgaben, die man hier tun kann.

Was man darüber hinaus noch tun kann, befasst sich mit etwas Grösserem. Zentralerem, nämlich dem Finden der Zugehörigkeit zum grossen Ganzen, zum kosmischen Ganzen, zur Menschheit, zu Gott. Dieses transzendentale Erlebnis ermöglicht, dass man sich hier in ein grosses Ganzes eingewoben fühlt. Auch wenn wir isolierte Individuen sind, so sind wir trotzdem Teil einer ganzen Welt, der Schöpfung eines Ganzen, welches wir nicht in allen Teilen wahrnehmen, aber als Einheit erleben können.

Der Mensch hätte keine Chance zu überleben, wenn er nicht Teil eines Ganzen wäre. Diese Selbsteinordnung zum grossen Ganzen ist Gegenstand des zwölften Hauses, und der Mondknoten fordert immer dazu auf, diese Einordnung vorzunehmen, bzw. mit ihr ins Lot zu kommen. Diese Gleichschaltung mit dem Wesenhaften, die hier erlangt werden kann, ist die beste und sicherste Quelle für alle Gesundheit.

Ein klares, bewusstes zwölftes Haus gibt eine innere Sicherheit, ein Urvertrauen, welches durch gar nichts zu ersetzen ist. Es ist das Erleben der unendlichen Wirklichkeit, in der wir geborgen sind, in der alles enthalten ist. Hier ist auch der religiöse Raum, hier kommt der Gott-Begriff als Erlebnis, nicht als Begriff vor, hier kommt aber auch das religiöse Erleben eines Nichtreligiösen her. Etwa, wenn dieser sich mit dem Kosmos als unendlichem Gesamtraum befasst. Er erlebt dann im Grunde genommen dasselbe wie der gläubige Mensch, erfasst es nur begrifflich anders.

Wer den Mondknoten hier hat, muss lernen, Begrifflichkeiten nicht als gültige Grössen anzusehen. Die sind im sechsten Haus zu Hause. Dort wird niedergeschlagen, was an Gebrauchsfertigem fürs Leben aus dem zwölften Haus geschöpft wird. Aber das Erleben dieser unendlichen Grösse, in der alles enthalten ist, das Erleben Gottes oder des Kosmos als Raumentität, das kann nicht begrifflich gültig erfasst werden, denn im zwölften Haus verlassen wir den Raum des Begreifbaren, und nur dadurch können wir zu einem echten, tiefen und umfassenden Erleben kommen. Deshalb ist es uns fremd und wir haben manchmal Angst, uns in diesen Raum zu begeben, weil wir hier alle Masstäbe der Denkens, Fühlens, Handelns verlassen und transzendieren müssen. Wenn wir dieses Raumes ansichtig werden, befürchten wir, uns aufzulösen oder in eine unkontrollierbare, gähnende Leere zu fallen. Es ist der Sprung ins Nichts, der auch dem Tod vergleichbar ist.

Der Mondknoten im zwölften Haus ist so zu verstehen, dass man fähig werden muss, sich temporär in diesen für alle kreatürlichen Wesen im Universum gültigen und doch ganz individuellen Raum zurückziehen zu können. Man lernst, zu sich selbst zurückzugehen und zwar so weit, dass man wieder das Ganze wird. Man lernt zu beten, zu meditieren, zu kontemplieren, und man wird ehrfürchtig vor dem so viel Grösseren. Das kann jeder auf seine Art tun, der eine geht in die Kirche, der andere schaut sich den Himmelsdom an. Es hängt weder von dem gegenständlichen Raum ab, mit dem man sich identifiziert, noch von dem Ort an sich, sondern es hängt mit der Fähigkeit und dem Willen zusammen, sich zu öffnen und sich hinzuwenden.


Zitiert aus dem Buch „Mondknoten-Astrologie“ von Bruno und Louise Huber


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aLLaRa
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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: Franzi]
      #131926 - 25.07.2006 06:44

Bonjour ma chère Franzi

Deine Beiträge zum Mondknoten sind sehr interessant und da ich Anfang nächsten Jahres den AP-Übergang über meinen Mondknoten habe, bin ich schon sehr gespannt, wie sich das dann "live" anfühlt.....

Mein Mondknoten steht zudem im Stressbereich, mit dem einen Bein noch im Steinbock und mit dem anderen schon im Wassermann. Darüber muss ich jetzt erstmal ein bissl nachdenken

Vielen Dank für Deine Mühe

Ich sende Dir die allerlbsten Grüsse und wünsche Dir und den Foris einen schönen und sonnigen Tag.

*aLLaRa*

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~Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts~
Zitat von Søren Aabye Kierkegaard


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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: aLLaRa]
      #131932 - 25.07.2006 09:30

Hallo Franzi,

auch von meiner Seite vielen Dank für deine ausführliche Schreibtätigkeit, ich wurde von starfish vor paar Tagen auf meinen Mondknoten als nächsten wichtigen Verstehens-Schritt gestubbst und da hatts ganz nun ganz toll gepasst hier noch mehr über meinen Mondknoten zu erfahren

Hallo ALLaRa,

der Begriff "Stressbereich" für etwas an Zeichenübergängen ist mir neu. Weisst Du darüber irgendwo noch mehr zu lesen?? Ich bin dadrüber nämlich auch am Nachdenken...

Liebe Grüße,
Indra

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ArnoldModerator
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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: ]
      #131934 - 25.07.2006 09:54

Liebe Indra,

Einen Stressbereich für Zeichen gibt es nicht, jedoch für die Häuser. Dieser errechnet sich zwischen dem Talpunkt eines Hauses und dessen Spitze, er beginnt auf die jeweilige Hausgröße bezogen ein Drittel nach dem Talpunkt. Darüber gibt es bereits einen Beitrag. Stressplaneten fühlen sich so an, weil man vor der Spitze steht, welche immer kardinalen Charakter hat. Zudem sieht man vor der Spitze nicht, was "hinter dem Berg kommt". Solche Planeten können über sich hinauswachsen, aber ebenso besteht die Gefahr des psychischen Zusammenbruchs, besonders Saturn ist hier anfällig. Aber sobald man so etwas im Horoskop erkennt, setzt eine Phase der Bewusstwerdung ein und man geht mit dem entsprechenden Planeten schonender um. Viele Leistungssportler haben nicht selten den Mars im Stressbereich stehen, besonders um den MC und AC wirkt er dann besonders intensiv.

Mit Sonne, Mars und Pluto, auch Jupiter, hat man bei einer Stellung vor einer Hausspitze nicht so leicht Probleme, weil sie Leistung bringen und dies in ihrer Natur liegt.

Steht ein Stressplanet zum Beispiel vor dem DC, so hat man immer das Gefühl für den anderen zu wenig getan zu haben. Im Laufe der Zeit handeln wir hier auch alle möglichen Stellungen von Planeten im Stressbereich ab.

Alles liebe!

Arnold

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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: Arnold]
      #131944 - 25.07.2006 12:03

Hallo Arnold,

vielen Dank für Deine Erklärung. Und ist schön zu sehen wie Du Dich immer wieder aufs Neue für Fragen von Astro-Anfängern motivieren kannst.
Den Beitrag von dem Du wahrscheinlich sprichst, hab ich auch gefunden und mich drüber hergemacht, wer hier auch drüber stolpert, er heisst: "Ein astrologisches Haus unter der Lupe".

Liebe Grüße,
Indra

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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: Franzi]
      #132268 - 30.07.2006 10:50

Hallo zusammen

Herzlichen Dank für die Zusammenstellung der verschiedenen Mondknotenstellungen an Franzi!

Ich persönlich finde es eins der interessantesten Themen. Besonders weil die sich stellende Aufgabe für den jeweiligen Menschen ein so grosses Problem zu sein scheint (was dann beim Umfeld meist wenig Verständnis auslöst).

Ich selber habe meinen Mondknoten in Konjunktion mit Mars im 5. Haus. Bringe eigentlich alle Voraussetzungen zum spontanen Kontakt mit. Und trotzdem habe ich Hemmungen, ziehe mich aus Angst vor Verletzung oder Abweisung schon mal präventiv zurück. Und keiner versteht das dann...
Erst als ich feststellte, dass dieses Verhaltensmuster mit dem Quadrat zum Mond zusammenhängt, konnte ich anfangen das Problem bei der wirklichen Wurzel zu packen. Eine Riesenhilfe. Aber es braucht nach wie vor viel Mut und Bewusstsein um nicht wieder unde wieder ins alte Muster zurückzufallen. Ich denke Ausprobieren, Geduld mit sich selbst und der Weg der kleinen Schritte sind hier einfach angesagt.

Falls sich jemand noch eine weitere, sehr interessante Sicht des Mondknoten anschauen möchte, kann ich auch das Buch "Karmische Horoskopanalyse I" von J. Claude Weiss empfehlen. Nicht ganz API, aber trotzdem oho.

Liebe Grüsse
dizzy

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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: ]
      #132269 - 30.07.2006 10:57

ach ja, und bevor ich's wieder vergesse

Beim Beurteilen der Hausstellung des Mondknotens (Spitze, Fix, Stress) sollte man immer im Auge behalten, dass der Mondknoten rückwärts läuft!

lg dizzy

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ArnoldModerator
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Re: API-Workshop 3. Der Mondknoten in den Häusern neu [Re: ]
      #132273 - 30.07.2006 11:54

Hallo dizzy,

Schönen Dank für deinen so selbstkritischen Beitrag! Lach, der Mondknoten läuft rückwärts...genau, da wo meine Füße sind ist unten.. Claude W. ist übrigens auch ein alter Schüler vom API. Allerdings gingen zuletzt die Meinungen in Hinsicht auf Textanalysen auseinander, Claude hat ja die Astro Data gegründet und bietet alle möglichen Deutungstexte an.

Für den Mondknoten empfehle ich das Buch "Der Sonne-Mond Zyklus" von Dane Rudhyar. Mich hat an der Mondknotenachse schon immer fasziniert, dass man damit exakt die Sonnenfinsternisse berechnen konnte, wie in Stonehenge, über welches Bruno Huber gut Bescheid wusste.

Alles liebe!

Arnold

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