Startseite Tarot online FAQ Tarot Astrologielexikon Artikel Astrologieschule Bücher Beratung
Newsletter Kartenbedeutung Legesysteme Tarotlexikon Vorträge Tarotschule Shop Chat

DIESES FORUM IST DEAKTIVIERT UND DIENT NUR NOCH ALS ARCHIV!

DAS AKTUELLE FORUM FINDEN SIE HIER

NEUANMELDUNGEN BITTE UNTER >> http://www.tarot.de/tarot-forum/ucp.php?

Tarot+Astro-Forum

Tarot und Astrologie von Hajo Banzhaf Foren

Astrologie-Foren - Das ganze Forum ist umgezogen ! Bitte Lesen! Hier bitte nicht mehr schreiben oder anmelden!!!!! >> API-Forum

Seiten in diesem Thema: 1
aLLaRa
Mitglied (fleißig dabei)

Registriert: 08.02.2006
Beiträge: 868
Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte
      #127336 - 09.06.2006 09:04

Aus dem Buch "Die Lebensuhr im Horoskop" von Bruno und Louise Huber

Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte

In der Altersprogression verwenden wir nur die sieben klassischen Aspektarten, das heisst, alle Aspekte von 30 Grad oder einem Vielfachen davon, sowie natürlich den Nullgrad-Winkel (0°, 30°, 60°, 90°, 120°, 150°, 180°), wobei die Konjunktion (0°) und die Opposition (180°) die wirksamsten Aspekte sind; wir nennen sie deshalb Primär-Aspekte. Alle anderen Winkelbeziehungen wie Halbquadrate, Anderthalbquadrate, Quintile etc. werden nicht berücksichtigt. Die Unterscheidung von guten und schlechten Aspekten, wie sie leider heute noch vorkommt, findet keine Anwendung. Auch die Ausweichformulierungen hart/weich und gespannt/entspannt sind nicht tauglich. Beim Alterspunkt verwenden wir die Wertung von “gut” und “schlecht” auch deshalb nicht, weil diese

1. vom psychologischen Standpunkt aus untauglich ist;
2. dem Menschen in seinem Entwicklungsgeschehen nicht gerecht wird;
3. weil die Aspekte in der Altersprogression andere Wirkungen haben als die in der klassischen Astrologie
bekannten;
4. weil Aspekte keine Ereignisse anzeigen, sondern innere Erfahrungen.

In der Astrologischen Psychologie befassen wir uns mit der Entfaltung des inneren Menschen und nicht damit, was nächstens passiert. Deshalb muss die Bewertung eine andere sein als bei der sogenannten Ereignis-Astrologie, die wissen will, ob ein Mensch Glück oder Unglück habe. Sowohl die Methode der Deutung wie auch die Wirkung der Aspekte hängt von der Fragestellung ab, die hier eine andere ist als bei den traditionellen Prognosemethoden.

Des weiteren ist die Altersprogression eine im Horoskop und damit im Menschen selbst wirkende Zeitordnung, die wenig mit von aussen kommenden Einflüssen zu tun hat, wie sie beispielsweise durch die transitären Planeten angezeigt werden. Sie ist einer “inneren Uhr” vergleichbar, die psychische und geistige Prozesse anzeigt und nicht etwa äussere Ereignisse, obschon diese natürlich in funktionaler Beziehung zu jenen stehen. Das “Warum” und “Wozu” ist hier wichtiger als das “Was”. So gesehen haben die Alterspunk-Aspekte eine wesentliche Bedeutung für die Selbsterkenntnis des Menschen.

Da es sich beim Alterspunkt um den “Fokus unseres Bewusstseins” handelt, ist die Wirkung der Aspekte weitgehend von unserem eigenen Bewusstseinszustand abhängig. Es kommt entscheidend darauf an, wie wir selbst auf die durch den Alterspunkt und seine Aspekte hervorgerufenen Anreize reagieren: ob wir bereit sind, uns mit dem auseinanderzusetzen, was aufgrund der inneren Selektivität von aussen auf uns zukommt, oder ob wir uns weigern, eine solche Herausforderung anzunehmen.

Letztlich bestimmen wir selbst, ob ein AP-Aspekt positive oder negative Wirkungen hat. Oft erleben wir, dass die sogenannten “guten”, “weichen” oder “entspannten” Aspekte grössere Schwierigkeiten bereiten als die sogenannten “schlechten, “harten” oder “gespannten”. Letztere können in unserer seelisch-geistigen Entwicklung und Reifung sogar ausserordentlich positive Resultate bringen.

Regel für die Aspektwirkung
(Erlebnisse, nicht Ereignisse zählen)

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu traditionellen Prognosemethoden ist der, dass bei der Altersprogression nur solche Ereignisse durch Aspekte angezeigt sind, die mit subjektiven Erlebnissen verbunden sind, also den Menschen innerlich berühren und einen tiefen Eindruck hinterlassen. Dies geschieht, indem der dem jeweiligen Planeten entsprechende Arechtypus in unserer Psyche aktiviert wird und die schöpferische Kraft unseres Selbst eine für unsere Entwicklung benötigte Erfahrung provoziert bzw. selektiert. Der Alterspunkt stellt unser permanent gegenwärtiges Bewusstsein dar, das die Zeit durchwandert und in jedem Augenblick eine Verbindung vom inneren zum äusseren Leben herstellt.

In der Astrologie symbolisiert jeder Planet eine der zehn Grundfähigkeiten des Menschen. Diese werden im Verlauf des Lebens durch die AP-Aspekte stimuliert, aktiviert und ins Bewusstsein gehoben. Wenn der Alterspunkt auf einen Planeten im Grundhoroskop einen der obengenannten Aspekte wirft, so erleben wir ein intensives Bewusstwerden der entsprechenden Planetenqualität. Wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen, um zu lernen, wie wir das “Organ”, das der Planet darstellt, im Leben optimal einsetzen können. Es ist aber immer ein persönliches Erleben, das der Alterspunkt hervorruft. Wir reagieren auf die Aspekte ganz individuell und subjektiv, aus dem eigenen Gesichtswinkel heraus. Deshalb ist es schwierig, wenn nicht unmöglich, für die Aspektwirkungen allgemeine Regeln aufzustellen.

Empfehlenswert ist es, sich zu fragen: “Ist das Ereignis, das ich mit dem Alterspunkt im Horoskop suche, ein für mich wichtiges, mich betreffendes und herausforderndes gewesen, oder war es bloss ein Ereignis, das ich mit meinem Wissen und Können problemlos bewältigen konnte?” Wie oft erleben wir sensationelle Dinge, die keine Spuren in uns hinterlassen; und es gibt scheinbar belanglose, die uns aus unserer Bahn werfen. Immer ist es unser inneres Betroffensein, unsere subjektive Wertung, die bei der Beurteilung von Alterspunkt-Aspekten den Ausschlag gibt. Es kommt also darauf an, welche Bedeutung wir selbst den Ereignissen geben. Es ist eine psychologische Binsenwahrheit, dass der Mensch fast alles subjektiv interpretiert, was mit ihm geschieht. Deshalb graben sich nur solche Erlebnisse in unsere Psyche ein, die uns innerlich berühren. Nur diese werden vom Alterspunkt registriert. Rein objektive Ereignisse können also spurlos an uns vorübergehen. Wir wollen das an den folgenden Beispielen erläutern:

Wenn eine Mutter nach mehreren Jahre Krankheit stirbt, müsste der Alterpunkt im Horoskop des Kindes den genauen Zeitpunkt des Todes anzeigen. Dem ist aber nicht immer so. Wenn beispielsweise wegen der absehbaren Schwere der Krankheit die innere Ablösung von der Mutter schon ein oder zwei Jahre früher erfolgt, dann wird in der Psyche des betreffenden Menschen dieser Zeitpunkt markiert und nicht das tatsächliche Ereignis des Todes. Auch bei Scheidungen oder Eheschliessungen ist häufig der ganze Vorgang schon vorher angezeigt, mag er ein oder zwei Jahre oder noch länger dauern. Es kann aber auch umgekehrt sein, meistens dann, wenn uns die Entscheidungen aufgezwungen werden. Das genaue Datum des Vollzugs ist für die menschliche Psyche also nicht so wichtig. Es kommt vielmehr darauf an, wann die inneren Prozesse, Kämpfe oder seelischen Leiden stattfinden. Manchmal merken wir gar nicht, dass ein neuer Zyklus, ein innerer Wandlungsprozess bereits in uns wirksam ist und unsere Handlungen und Reaktionsweisen bestimmt. Dann werden wir durch äussere Ereignisse “mit der Nase darauf gestossen”. Aber auch das können wir eventuell noch verdrängen, indem wir die Ereignisse im Gedächtnis bewusst oder unbewusst blockieren oder einfach vergessen. Also hat es bei der Altersprogression wenig Sinn, eine Ereignisliste aufzustellen, weil nur tief erlebte Dinge durch Aspekte angezeigt sind. “Der Alterspunkt zeigt nur an, was uns nicht unverändert lässt.”

Regeln zur Auffindung der AP-Aspekte

Wie bekannt, bezeichnet man in der Astrologie bestimmte Winkelabstände, welche die einzelnen Planeten zueinander haben, als Aspekte. Finden wir in einem Horoskop zwei oder mehrere Planeten nahe beisammen, so nennen wir das eine Konjunktion (0°-Winkel). Läuft der Alterspunkt im Grundhoroskop über einen Planeten, dann ist das ebenfalls eine Konjunktion. Wir sprechen dann von einem “Übergang des AP über einen Planeten”. Steht der AP einem Planeten im Grundhoroskop genau gegenüber, dann sind das am 360-Gradkreis (Tierkreis) gemessen 180°, was einer Opposition entspricht. Diese zwei Aspekte sind die wichtigsten oder Primär-Aspekte bei der Anwendung des Alterspunktes. Zwischen Konjunktion und Opposition werden fünf weitere Aspekte gebildet: 30° (Halbsextil), 60° (Sextil), 90° (Quadrat), 120° (Trigon) und 150° (Quincunx). Das sind die sieben klassischen Aspekte, wie sie Ptolemäus schon erwähnte, mit denen wir in der Altersprogression arbeiten.

Liste der Aspektabfolge

Hilfreich ist das Ordnen der Planeten (unabhängig vom Zeichen) nach ihrer Gradzahl in einer kleinen Tabelle.



Der AP berührt, während er durch ein Zeichen läuft, über die verschiedenen Aspekte die Planeten immer wieder in derselben Reihenfolge, und zwar jeden Planeten einmal.

Ein Zeichendurchlauf dauert für den Alterspunkt, je nach Hausgrösse, in den gemässigten Zonen etwa drei bis zwölf Jahre. Und so lange braucht er dann auch, um auf jeden Planeten einen Aspekt zu werfen.

Hier zeigt sich ein individuelles zeitliches Muster der Reizbereitschaft, welches für die Persönlichkeit durch das ganze Leben hindurch gleichbleibt. Die Zeitdauer in den verschiedenen Zeichen kann jedoch sehr verschieden sein. Dies bewirkt, dass die Aspekte in einem grossen Haus zeitlich dicht aufeinanderfolgen (Erlebnishäufigkeit). Es können in einem sechsjährigen Hausdurchlauf ohne weiteres sämtliche Planeten zweimal aspektiert werden (20 oder mehr Aspekte in 6 Jahren, wenn ein Haus über 60° umfasst).

In einem kleinen Haus hingegen “kriecht” der AP über die Grade des dortigen Tierkreiszeichens. Es kann also sein, dass nur drei, vier oder fünf Aspekte in sechs Jahren anfallen, also eine gewisse Aspektarmut vorliegt. Die Erlebnisintensität ist in kleinen Häusern jedoch entsprechend grösser.

Dieses Phänomen ruft bei verschiedenen Menschentypen unterschiedliche Reaktionen hervor. Zum Beispiel kann eine mehr statische Persönlichkeit (starke Besetzung der fixen Zeichen und/oder Häuser; vier- oder mehreckiges Aspektbild) beim Durchlauf durch ein grosses Haus von den sich folgenden wechselnden Erlebnisqualitäten “überrannt” werden. Reizüberflutung, Verunsicherung, Sperr-, Blockierungs- und Verdrängungsreaktionen sowie Verantwortungsängste könne die Folge sein.

Ein dynamischer Charakter (Betonung der kardinalen und veränderlichen Zeichen/Häuser; Aspektfiguren des Dreiecks- oder Strich-Typus) mag sich in einer “langsamen Periode”, d. h. in kleinen Häusern, “langweilen”. Gehemmtheit oder Lähmung, Erfolgslosigkeit, Reiz- und Antriebsschwäche, grüblerisch oder depressive Phasen sind häufig aus diesem Phänomen zu erklären, besonders, wenn solche Reaktionen charakter-atypisch sind.

Wirkungsdauer der Alterspunkt-Aspekte

Bei der Beurteilung von Alterspunkt-Aspekten ist zu beachten, dass wir mit einer gewissen Zeitspanne (Zeitorbis) arbeiten (siehe Seite 79ff). Diese kann selbstverständlich auch in Graden (je nach Hausgrösse) ausgedrückt werden. Da es sich beim Alterspunkt um ein Zeitmass handelt, ist es angebracht, die Wirkungsdauer in Zeit auszudrücken. Die Dauer eines Aspektes ist bei Konjunktion und Opposition, den Hauptaspekten des AP, am längsten. Oft haben sie eine Wirkungsdauer (Zeitorbis) von einem Jahr. Wenn der Alterspunkt in Konjunktion oder Opposition zu einem Planeten kommt, der ein ICH-Planet ist (Sonne, Mond, Saturn) oder eine andere wichtige Stellung in der Aspektstruktur einnimmt (Spannungsherrscher oder Planetenhäufung), so sind folgende Punkte zu beachten:

1. Die Aspektwirkung beginnt bei einer Konjunktion und Opposition bereits beim Eintritt in das Zeichen, in dem ein oder mehrere Planeten stehen, gleichgültig, ob sich die ersten Grade des Zeichens vor oder erst
hinter einer Häuserspitze befinden.



2. Die Wirkung wird mit der Annährung an den Planeten stärker und erreicht, manchmal sogar taggenau, mit
dem Überschreiten der Aspektstelle ihren Höhepunkt.

3. Ein deutliches Abklingen ist meistens gleich oder zwei bis drei Monate nach dem Übergang festzustellen.

Bei den anderen Aspektarten ist der Orbis naturgemäss kleiner. Als mittleres Mass (in einem 30°-Haus) kann jeweils 1° vor und 1° nach dem exakten Aspekt gelten. Im übrigen hängt es weitgehend von der Hausgrösse ab. Ist das Haus klein, so beträgt der Orbis weniger, manchmal nur ein halbes Grad; ist das Haus grösser, so kann der Orbis vor und nach der Aspektstelle eine Ausdehnung bis zu 2° haben.

Vorwirken der Planeten beim Zeicheneintritt

Nicht erst beim AP-Übergang über einen Planeten wird dessen Qualität oder Problematik aktuell, sondern bereits dann, wenn wir in das Zeichen eintreten, in dem sich einer oder mehrere Planeten befinden.

Häufig sind es die Zeichenübergänge, die eindeutige und wichtige Veränderungen hervorrufen. In vielen Fällen sind sie spürbarer als eine direkte Planetenberührung.

Es ist, als ob sich bereits beim Zeicheneintritt die darin enthaltenen Planetenqualitäten bemerkbar machen würden. Als Vergleich können wir uns vorstellen, dass wir in ein Zimmer eintreten, in dem sich einige Menschen aufhalten. Sofort beim Eintreten nehmen wir die darin befindlichen Personen wahr, erfassen mit einem Blick die ganze Runde, gehen dann von einem zum anderen, um jeden einzelnen zu begrüssen. Genauso verhält es sich beim Eintreten in ein Zeichen, in dem wichtige Planetenstellungen sind. Sofort spüren wir, dass sich hier etwas Wesentliches zur Entwicklung anbietet. Wir wissen noch nicht genau, was es sein wird oder was wir lernen müssen, erst bei der Konjunktion des AP mit den Planeten erfahren wir Einzelheiten.

Wirkungsgrad der AP-Aspekte

Wie gross, stark in welchem Umfang die Wirkung eines AP-Aspektes zu einem Planeten ist, kann man nicht absolut erfassen, messen oder in einer allgemein gültigen Regel festlegen!

Es kommt immer auf den Mensch an, für den wir eine Berechnung der AP-Aspekte vornehmen. Ist dieser ein Mensch, der bewusst an sich arbeitet, werden sich andere Erlebnisse zeigen als bei einem Kind! Ebenso verhält es sich mit den klassischen Progressionsmethoden, die ja nebem dem Alterspunkt auch noch eine Wirkung auf den Menschen ausüben. Wir leben in einem Feld sich miteinander vermengender Energien, die unser Leben unter hochkomplizierten Rhythmen in Bewegung halten. Es ist völlig undenkbar, dass ein Mensch alle beeinflussenden Kräfte in ihrem Zusammenhang erkennen oder gar beherrschen könnte!

Dies liegt nicht nur an der Vielzahl uns beeinflussender Kräfte, sondern auch am Grad der Fähigkeit, diese (manchmal sehr minimalen Wirkungen) zu beobachten und festzustellen.

Eine passende Parallele hierzu finden wir in unserem Alltag: Viele kleine Beeinflussungen durch Wort, Werbung und im persönlichen Kontakt merken wir überhaupt nicht, weil sie für unser Leben kaum von Bedeutung sind. Unser Bewusstsein beschäftigt sich lieber mit den Dingen im Leben, die für uns wirklich wichtig sind. Und welche Dinge dies sind, entscheidet das Bewusstsein jedes einzelnen durch eine spezielle Wahrnehmungsfähigkeit, die aus allen Umweltreizen eine Selektion vornimmt!

Es gibt viele Astrologen, die fähig wurden, die Wirkung von tertiären, quartären oder noch schwächeren progressiven Elementen zu spüren, indem sie ihre Wahrnehmung darauf spezialisieren. Demgegenüber sind die Wirkungen des AP für jeden psychologisch denkenden Menschen verhältnismässig leicht erkennbar. Denn die Wirkung des AP findet dort statt, wo sich das Bewusstsein betätigt!

Überlagerung der progressiven Elemente

Wie bereits öfters besprochen, ist die Wirkung des AP grundlegender Natur. Seine Wirkung zeigt sich in allen strebenden Energien der Persönlichkeit.

Die progressiven Elemente (speziell die Transite) sind Reizwirkungen, die die Schwierigkeiten oder Möglichkeiten in unserem gegenwärtigen Leben bedingen können. Die Wirkung dieser Einflüsse ist logischerweise davon abhängig, was wir im Leben gerade durchmachen bzw. wor wir mit unserem Alterspunkt gerade stehen. Deshalb sprechen wir von einer Überlagerung der progressiven Elemente durch die Altersprogression und davon, dass die Sensibilisierung durch den AP erst eine Wirkung der anderen Elemente zulässt.

Zeitpunkte und Zeitspannen

Bei den klassischen Progressionsmethoden wird meistens ein bestimmter Tag für ein Ereignis angegeben, an dem ein Aspekt zum Radix-Horoskop exakt ist. Man erwartet in der Folge ein bestimmtes Ereignis an dem genannten Tag. Manchmal tritt die auch ein – aber vielleicht nur, weil man es erwartet hat (Erfüllungszwang)!

Bei der Altersprogression ist diese Gefahr weitgehend ausgeschlossen, weil wir grundsätzlich immer mit einer Streubreite von vier bis sechs Wochen rechnen müssen. In dieser Zeitspanne ist das Bewusstsein am intensivsten mit der aspektierten Planetenqualität verbunden.

Wenn ich die persönliche Eigenart, die in mein Bewusstsein eindringen will, verdränge, weil diese bisher keinen Platz in mir hatte, so wird sich ein Erlebnis einstellen, an dem ich zwangsläufig erkenne, wie ich eigentlich bin. Das Erlebnis kann rein innerlicher Natur sein. Es kann aber auch durch ein Ereignis ausgelöst werden. Das Ereignis wird jedoch immer als Folgeerscheinung meiner aufgestauten Bewusstseinsenergien, meiner verdrängten Wesensteile auftreten. Eine Stauung oder Verdrängung dieser dynamischen Energien ist aber nicht notwendig. Wenn ich weiss, was auf mich zukommt, indem ich mich bewusst mit dem AP-Aspekt befasse und mich darauf vorbereite, dann verliert alles seinen Schrecken. (Hinter dem Schrecken steckt die Angst, die bekanntlich zu Blockierungen führt!)

Die bewusste Arbeit an mir selbst kann jedoch bereits drei bis fünf Monate vor der oben erwähnten Zeitspanne der grössten Wirkungs-Intensität eines Alterspunkt-Aspektes beginnen. Nicht etwa plötzlich, sondern zuerst ganz sanft wird das Augenmerk des Bewusstseins auf Dinge gerichtet, die vorher unbekannt waren. Die Wirkung steigert sich gleichmässig und erreicht während der exakten Aspektzeit einen unbestimmbaren Höhepunkt. Danach hat man noch etwa zwei bis drei Monate Zeit, bis die Wirkung allmählich abgeklungen ist.



Es kann also nicht genau abgegrenzt werden, wie lange die Wirkung bei verschiedenen Menschen dauert. Es hängt von der unterschiedlichen Fähigkeit des einzelnen Menschen ab, auf etwas zu reagieren und es zu verarbeiten. Die angegebenen Zeitspannen richten sich in ihrer Länge nach drei Kriterien: der Bewusstheits-Intensität der Aspektart und der Hausgrösse.

1. Bewusstseins-Intensität
Hier spielt die Wacheit eine Rolle, das heisst, wie klar und bewusst wir uns selber erleben. Je wacher wir leben, desto früher merken wir die Reizwirkungen eines aufkommenden Planetenaspektes, und um so schneller können wir die damit verbundenen Faktoren in den Griff bekommen und damit ungewollte Ereignisse verhindern.

2. Aspektart
Für die Altersprogression werden die sieben Ur-Aspekte in zwei Gruppen unterteilt:

a) die Konjunktion und die Opposition (0° + 180°),
b) Halbsextil (30°), Sextil (60°), Quadrat (90°), Trigon (120°) und Quincunx (150°).

Die Dauer der Aspekt-Wirkung ist bei der Gruppe a) etwa eineinhalbmal grösser als bei der Gruppe b), für die wir die in der Graphik erwähnten Zeitspannen anwenden. Das heisst, dass bei Konjunktionen und Oppositionen des AP mit einem Planeten die Wirkungsdauer durchschnittlich acht bis zwölf Monate beträgt.

3. Hausgrösse

Der AP wandert durch jedes Haus, egal wie gross es ist, sechs Jahre lang. In grossen Häusern geht der AP schnell über eine Aspektstelle hinweg, weshalb die Dauer und die Intensität geringer ist als beim Durchlauf eines kleinen Hauses. Im kleinen Haus gelten die grösseren Zeitangaben in der Graphik und im grossen Haus die kleineren.

Planetenübergänge

Die Wirkungsitensität von Planetenübergängen hängt von deren Stellung im Horoskop ab. Planeten, die an markanter Stelle stehen – etwa durch Aspekte betont, an einer Häuserspitze oder am Talpunkt eines Hauses, sind besonders wichtig.

Solche Planeten haben im allgemeinen beim Übergang oder bei der Opposition des AP eine grössere Wirkungsintensität und meist auch zeitlich eine grössere Streubreite. Das können Problem-Planeten oder besondere Fähigkeiten sein.

Beispiel:
Läuft bei einem Mann der AP über den Mars (Konjunktion oder Opposition), so wird sich zwangsläufig das Bewusstsein auf Dinge richten, die mit der eigenen Männlichkeit zu tun haben. Es werden Gelegenheiten, die männlichen Züge in sich erleben zu können, viel leichter wahrgenommen. Und da werden natürlich Probleme, die man mit der Männlichkeit hat, erst richtig bewusst. Man hat Gelegenheit, seinen Mars beser zu verstehen und in den Griff zu bekommen.

Wenn wir dies wissen, können wir während der Planetenübergänge ein umfassenderes Bewusstsein über uns selbst erlangen. Je tiefer ein Planet erlebt und verstanden wird, desto weniger Schwierigkeiten bereitet uns dieser im Leben!

Planetenhäufungen

Wenn wir mit dem AP durch ein von mehreren Planeten besetztes Haus gehen, bricht eine sehr aktive und erlebnisintensive Zeit an. Diese entwicklungsfördernde Lebensperiode beginnt mit dem Eintritt in das Haus bzw. in das Zeichen, das stark besetzt ist, auch wenn sich die Planeten am Ende desselben befinden.

Ist das Haus leer, dann sind sowohl die inneren, psychologischen Prozesse als auch das äussere Leben weniger intensiv, weil lediglich Aspekte zu Planeten in anderen Häusern fallen und damit nur die TP- und Achsen-Übergänge dieses Lebensabschnittes wirksam werden.

Dynamische Zielrichtung des Aspektbildes

Gehen wir durch ein Haus, in das die meisten Aspekte hineinlaufen und das, vom Aspektbild her gesehen, die dynamische Zielrichtung anzeigt, so erzeugt der Durchgang durch dieses Haus eine besondere Entwicklungsdynamik.

Es tritt meistens ein erhöhter Sensibilisierungsreiz aus der Umwelt auf, auf den wir in grösserer Bewusstheit reagieren sollten, denn dieser Reiz ist ein schicksalhafter Bestandteil unseres Wesens und bietet eine besondere Gelgenheit für unsere Persönlichkeitsentwicklung.



Die Planetenkräfte

Bei den Aspekten handelt es sich darum, dass die verschiedenen Planetenprinzipien sich gegenseitig beeinflussen und in eine wechselseitige Beziehung treten. Die Beurteilung der Aspekte richtet sich sowohl im Grundhoroskop als auch beim Alterspunkt nach der Qualität der Planeten, die miteinander verbunden sind. Wir wollen zunächst eine sinnvolle Gliederung der Planeten vornehmen:

1. Weibliche, männliche und neutrale Planeten
Mit dieser Einteilung könne wir leicht feststellen, ob Planeten miteinander gleichschwingen oder in ihrer Qualität verschieden sind. Auf der farbigen Planetentafel sieht man drei Kolonnen von Planeten. Diese Anordnung zeigt uns, welche Planeten verwandte Qualität haben und welche nicht. Die Planeten auf der linken Seite, also Venus, Saturn und Uranus, gelten als weiblich; Mars, Sonne und Pluto auf der rechten sind männlich; Merkur, Jupiter und Neptun verhalten sich neutral. Die in den Kolonnen untereinanderstehenden Planeten sind in Qualität und Motivation verwandt und ergänzen oder unterstützen sich, obschon sie in ihrer Reaktions- und Funktionsweise recht verschieden sein können; Planeten, die aus verschiedenen Kolonnen stammen und Aspekte zueinander haben, können sich widersprechen und Probleme oder Spannungen verursachen.

2. Harte und weiche Planeten
Bei der Aspektdeutung spielt eine weitere Unterscheidung eine Rolle, nämlich die Einteilung der zehn Planeten in weiche (sensitive) und harte (leistungs- oder zweckorientierte). Auch diese Unterscheidung zeigt uns, ob Planeten in ihrer Grundqualität zusammenpassen oder nicht.

a) Weiche, sensitive Planeten
Mond, Merkur, Venus, Jupiter und Neptun; zum Teil Saturn (je nach Zeichen- und Hausstand).

b) Harte, leistungsbetonte Planeten
Sonne, Mars, Saturn, Uranus und Pluto; zum Teil Jupiter.

Einwirkung der AP-Aspekte auf weiche Planeten:
Weiche Planeten reagieren harmonisch auf blaue und grüne Aspekte, da diese ihrer Natur entsprechen. Durch rote Aspekte kommen sie manchmal erst richtig zum Zug, weil diese aktivierend auf sie einwirken. Aber häufiger irritieren sie, rufen Übertreibungen oder Überempfindlichkeit hervor. Natürlich ist entscheidend, ob wir uns dem Alterspunkt gemäss entwickeln oder ob wir den inneren oder äusseren Veränderungen einen Widerstand entgegensetzen. In einem solchen Fall kann sich alles umkehren.

Einwirkung der AP-Aspekte auf harte Planeten:
Harte Planeten reagieren besonders stark auf rote Aspekte, weil hier gleichfalls eine Übereinstimmung der Qualität besteht. Die dem Planeten innewohnende Kraft wird aktiviert und ruft auch in der Aussenwelt Veränderungen hervor. Grüne und blaue Aspekte können harte Planeten irritieren, rufen oftmals Gefühle des Unbehagens mit begleitenden Fehlreaktionen hervor. Manche Menschen reagieren gar nicht darauf.

Aspektwirkung nach Farben
Eine weitere Unterscheidung bei der Bewertung der Aspekte ist die Einteilung in Farben. Wir verwenden Orange, Rot, Blau und Grün nach einem farbpsychologischen Schlüssel (siehe Aspekttafel), bei dem die verschiedenen Aspektarten folgende Farben erhalten:

Konjunktion: orange = POTENZ

Zusammengeballte, schöpferische Kraft drückt sich in dieser Farbe aus. Je nach Planetenqualität kann eine Konjunktion auch “rot” oder “blau” sein. Es kommt darauf an, ob harte oder weiche Planeten miteinander verbunden sind.

Opposition und Quadrat: rot = ENERGIE

Diese Farbwahl entspricht der Energie und deren Umsetzung, welche diesen Aspekten eignet; es sind Tat-Aspekte.

Trigon und Sextil: blau = SUBSTANZ

Diese sind Substanz-Aspekte und und haben eine ruhige, entspannte Qualität; es sind mehr Fühl-Aspekte.

Quincunx und Halbsextile: grün = BEWUSSTSEIN

Diese sind suchend, informativ, oft auch unentschieden; es handelt sich um Denk- oder Wahrnehmungs-Aspekte.

Später werden wir näher auf die Aspektfarben eingehen. An dieser Stelle möchten wir auf eine weitere Regel zur Beurteilung der Alterspunkt-Aspekte hinweisen: Wir stellen fest, was für Aspekte (blaue, rote oder grüne) ein Planet im Grundhoroskop (Radix) hat. Wenn er zum Beispiel nur grünblau bestrahlt ist, dann reagiert er auf rote AP-Aspekte sehr stark. Diese geben einen intensiven Anstoss zur Bewusstseinserweiterung, weil eine Kraft hinzukommt, die vorher nicht da war.

Dasselbe geschieht, wenn ein Planet nur grünrot bestrahlt ist. Wenn dann ein blauer Aspekt vom AP dazukommt, wird die Fähigkeit des Entspannens und Geniessens kultiviert, was dieser spannungsgeladenen Reizaspektierung sehr zugute kommt. Ist ein Planet rotblau bestrahlt und erhält einen grünen Aspekt vom AP, dann kann gelernt werden, wie die Polarität oder Ambivalenz jener Planetenprinzipien bewusster gehandhabt werden kann. Die vorherrschende Entweder-Oder-Haltung wird abgeschwächt, der Mensch wird toleranter und weiser, weil er auch die “Zwischentöne” eines anderen Menschen oder einer Situation wahrnimmt.

“Anzünden” einer Aspektfigur

Als nächste wichtige Regel für eine psychologische Deutung der Aspekte ist zu beachten, dass wir nie nur einen einzelnen Aspekt beurteilen dürfen, sondern stets das ganze Aspektbild berücksichtigen müssen. Gerade beim Alterspunkt haben wir es nur selten mit einem einzelnen Planeten oder Aspekt zu tun. Der Alterspunkt “zündet” meistens eine ganze Aspektfigur an. Deshalb sollten wir jeweils ermitteln, welche Planeten über die verschiedenen Aspekte in kurzer Abfolge in einer Figur berührt werden. Nur so erhalten wir eine genauere Vorstellung davon, welche Aufgaben der Bewältigung harren oder welche Probleme jetzt gelöst werden können.

Unaspektierte Planeten

Ein Planet, der keine Aspekte besitzt, ist eine Wesenskraft ohne feste Steuerung durch unser Bewusstsein. Er ist ein allein funktionierendes Prinzip in der Persönlichkeit, das ganz selbständig, gewissermassen automatisch auf Umweltreize reagiert.

Jeder AP-Aspekt, aber vor allem die Übergänge über solche losgelösten Planeten, bietet eine vorzüglich Gelegenheit, einer vielleicht oft an uns selbst beobachteten Eigenart bewusst zu werden, einer nie richtig verstandenen Seite unserer Persönlichkeit auf die Finger zu sehen. Das heisst, es wirf of plötzlich sehr augenscheinlich, wie wir mit dieser Fähigkeit funktionieren.

Dies ist sehr bedeutungsvoll, weil damit eine Wesensqualität, die bis dahin entweder schlummerte oder der eigenen Willenssteuerung entzogen war, durch innere oder äussere Reize bewusst wird. Wir sollten uns während dieser Zeit intensiv mit ihr befassen, Erfahrungen sammeln und eine Haltung des Experimentierens einnehmen.

Jeder Alterspunkt-Aspekt stellt eine besondere Gelegenheit dar, etwas Neues über diesen Planeten zu erfahren und den nicht integrierten Faktor in seinen Reaktionen zu beobachten und so mit ihm schrittweise vertrauter zu werden. Entspannte und ehrliche Selbstbeobachtung ist dazu die Voraussetzung. Der Alterspunkt-Übergang kann eine wesentliche Bereicherung, aber auch eine Irritation hevorrufen. Oft können die Mitmenschen nicht verstehen, dass wir plötzlich etwas tun, was vorher undenkbar wäre.

Durchlaufen von leeren Räumen



In vielen Horoskopen gibt es leere Räume, die nicht von Planeten besetzt sind. Schon seit 1940 kommen die sogenannten “kleinen Aspektfiguren” recht häufig vor. Diese reichten in den vierziger Jahren noch bis zum 150°-Winkel, dem grünen Quincunx-Aspekt; Oppositionen enthielten sie keine. 1982 bis 1985 wurden sie, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, so klein, dass ihr grösster Aspekt nur noch das Sextil war. Immer wenn das Zentrum in der Mitte freiliegt, rufen die entsprechend grossen Leerräume Unsicherheit oder sogar Hilflosigkeit beim Betroffenen hervor. Der leere Raum erzeugt fast immer Angst vor den Inhalten der nicht-besetzen Zeichen und Häuser. Er verursacht gewissermassen einen Sog, der das Fremde, Fehlende automatisch anzieht und bedrohlich hereinfliessen lässt. Einerseits bewirkt dies eine erhöhte Fähigkeit, das Fehlende anzuziehen, zu finden und zu integrieren, andererseits aber auch eine Angst, fremden Einflüssen hilflos preisgegeben zu sein. Durch die Leerräume dringen alle Einflüsse bis in ungeschützte Zentrum vor, vor allem, wenn der Alterspunkt durch diese geht.

Wenn beispielsweise das Aspektbild im oberen Bewusstseinsraum des Horoskopes liegt, so erlebt der betreffende Mensch, bis zu seinem dreiundvierzigsten Lebensjahr keinen bewussten Planetenübergang. Die meisten Menschen wachen erst bei der ersten Planetenberührung des AP so richtig auf. Sie sagen selbst, dasssie bis dahin “geschlafen” hätten. Das Leben wurde einfach gelebt und von undefinierbaren Motiven getrieben. Vielfach hatten sie keine besonderen Kindheitserlebnisse, höchstens bei den AP-Oppositionen zu ihren wichtigsten Planeten im oberen Raum.

Liegt die Aspektfigur im unteren Raum verteilt, dann tritt der Alterspunkt aus der Figur heraus, wenn er in den leeren oberen Raum kommt. Steht der letzte Planet der Aspektfigur zum Beispiel am DC, dann geschieht dies mit dem sechsundreissigsten Lebensjahr. Der Alterspunkt hat dann schon beim Durchlauf durch die ersten beiden Quadranten alle Planeten berührt. Solche Menschen haben meistens schon in jungen Jahren viel erlebt und durchgemacht. Das Leben hat sie intensiv gefordert, namentlich von seiten der Familie oder durch berufliche oder existentielle Sorgen. Wenn sie die Figur verlassen haben, steht ihnen eine ruhigere Zeit bevor; sie können das, was sie sich errungen haben, fortan geniessen. Der leere Raum bedeutet nicht, dass es in Zukunft nichts mehr geschehen wird. Aber man hat mehr Zeit und Ruhe, das zu pflegen, was man sich bis dahin an äusseren und inneren Werten erworben hat.

Nähere Ausführungen hierüber finden Sie im Kapitel “Beginn des AP-Zyklus in den vier Quadranten” auf Seite 120FF.

Lücken im Aspektbild

Fast alle Aspektstrukturen weisen grössere oder kleinere Lücken auf, die wir ebenfalls berücksichtigen müssen. Es kann sich um zwei Planeten handeln, die durch keinen Aspekt miteinander verbunden sind, oder um grössere oder kleinere Lücken zwischen zwei Aspektfiguren. Auch wenn die letzteren einander überlagern oder indirekt miteinander verbunden sind, reagieren wir beim Alterspunktdurchlauf mehr oder weniger empfindlich auf solche Lücken.

Distanzhalbierung: Kippstelle

Wenn wir die Mitte einer Lücke zwischen zwei Planeten oder von verschiedenen Aspektfiguren erreichen, befinden wir uns an der sogenannten Kippstelle verschiedener Kräfteeinwirkungen. Wir verlassen den Einflussbereich des einen Planeten (oder der einen Aspektfigur) und geraten in den Wirkungsbereich des anderen. Es ist verständlich, dass ein solcher Wechsel im Leben spürbar wird. Im Falle zweier verschiedener Aspektfiguren kann er einschneidende Veränderungen im Schicksal des betreffenden Menschen mit sich bringen. Wir wollen dies anhand eines Beispielhoroskopes erläutern:



Grafik Seite 93

(31.08.1949, 0.12h, Gurtnellen CH)

Im Aspektbild dieses Menschen besteht, zum Du-Raum hin, eine Lücke zwischen Mond und Jupiter. Die Kippstelle erreicht der betreffende Mensch kurz vor dem DC, im Alter von ungefähr fünfunddreissig Jahren. Zu einer richtigen Deutung dieser AP-Stelle bedarf es der Kombination von sechs gleichzeitig stattfindenden Wirkungen des Alterspunktes:

1. die Bedeutung des offenen DU-Raumes;
2. Zeichenwechsel Schütze/Steinbock;
3. Schattenwirkung der siebten kardinalen Häuserspitze;
4. Verlassen des unbewussten Raumes und der unteren Aspektfigur;
5. Eintreten in den oberen, bewussten Horoskopraum;
6. Kippstelle zwischen den Planeten Mond und Jupiter.

Deutung

Die Öffnung im Aspektbild umschliesst das sechste und siebte Haus. Es ist der Du-Raum, der hier bis ins Zentrum hineinreicht. Für gewöhnlich, und besonders beim Alterspunkt-Durchgang, wirken Begegnungen, Kontakte und Beziehungen intensiv auf diesen Menschen ein; er kann sich ihnen schwerlich entziehen und sich auch nicht ohne weiteres schützen.

Ein offener DU-Raum kann sowohl eine intensive DU-Beziehung bedeuten als auch eine starke Verletzlichkeit oder Unsicherheit gegenüber anderen Menschen. Die Lücke zum DU bleibt immer offen – ungeschützt ist das Zentrum preisgegeben. Deshalb fühlt sich dieser Mensch in allen Beziehungen zunächst ausgeliefert. Er wird nach einem Partner suchen, der ihm den fehlenden Schutz garantiert. Der einzige wirkliche Schutz, der hier auf die Dauer Sicherheit verleiht, besteht in einer seelischen Unverwundbarkeit, wie sich durch eine geistige Entwicklung erlangt werden kann.

Die üblichen Verteidigungsmechanismen nützen da wenig, wenn auch die Opposition von Mars zum Jupiter bei Angriffen als Abwehrkraft wirksam werden kann. Die eigentliche Lösung läge darin, den tieferen Sinn dieser Lücke im Aspektbild zu verstehen und zu akzeptieren. Da es sich dabei um ein Beziehungsproblem handelt, muss dieser Mensch lernen, seine Angst zu überwinden und sich dem Du gegenüber liebevoll offen zu halten; das kann er nur aus dem Zentrum heraus, weil er dort geschützt in der Liebe steht und allmählich unverletzbar wird. Es ist die innere Stärke und Unabhängigkeit (Steinbock/Schütze) wie auch die “Harmlosigkeit der Seele” (Zentrum), die kultiviert werden sollen.

Beim Zeichenwechsel handelt es sich um das bewegliche Feuerzeichen Schütze und das kardinale Erdzeichen Steinbock. Es sind dies Individualzeichen, deren wesentliches Bedürfnis die Ausreifung der individuellen Persönlichkeit ist, die hier vorwiegend im Zusammenhang mit einem Du, einem Partner vor sich geht. Das Zeichen Schütze steht noch im unbewussten Raum, weshalb das Streben nach bewusster geistiger Autonomie noch unklar und mit Gefühlswerten und kollektiven Denknormen durchsetzt ist (Sonne Konjunktion Saturn am IC).

Im Zeichen Schütze geht es darum, selbständig denken zu lernen, zu eigenen Anschauungen zu gelangen und die Abhänigkeit vom Kollektiv, von der Meinung anderer zu überwinden. Im Steinbock kann dieser Mensch lernen, die gewonnene Autonomie unter Beweis zu stellen, indem er danach strebt, die Verantwortung für seine eigene Meinung, seine eigenen Handlungen zu übernehmen und sich nicht länger auf den Partner oder die Gemeinschaft abzustützen.

Der Durchgang durch den Leerraum und vor allem die Zeit der Kippstelle deuten auf eine intensive Lernphase, ein rasches Bewusstwerden von bisherigen Fehlhaltungen in der Beziehung zum Du. Das innere Wesenszentrum, das Wirkliche und Wahre will in dieser Zeit verwirklicht werden.

Natürlich bleiben Prüfungen nicht aus, Reaktionen des Du dringen tief ins Zentrum ein, das während dieser Zeit verletztlicher ist als zu anderen Zeiten. Vielleicht verweigert der Partner die gewohnte Unterstützung, Anerkennung oder Schutzfunktion. Dies vor allem dann, wenn der betreffende Mensch nicht dem Steinbock gemäss erwachsen und selbständig wird.

In unserem Beispiel kommt der Horoskopeigner gleichzeitig in den Schatten des DC und später in das siebte Haus, das Haus der Partnerschaft. Diese Thematik wird also aktuell und stellt Aufgaben und Lektionen bereit, die im Individuationsprozess unerlässlich sind. Mit dem Eintritt in das Zeichen Steinbock wird auch schon der Jupiter (auf der 8. Häuserspitze) aktiviert, was darauf hindeutet, dass einseitige Ansichten und Forderungen in bezug auf Besitz und festgefahrene Zuständen im gemeinschaftlichen Leben in die richtigen Proportionen rücken.


--------------------


~Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts~
Zitat von Søren Aabye Kierkegaard


Editiert von Arnold (09.06.2006 20:54)

Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
aLLaRa
Mitglied (fleißig dabei)

Registriert: 08.02.2006
Beiträge: 868
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: aLLaRa]
      #127338 - 09.06.2006 09:06

Lieber Arnold,

könntest Du bitte wieder die dazugehörigen Grafiken reinstellen.

Das wäre super lieb von Dir!

Alles Gute *aLLaRa*

Schööönes Wochenende an ALLE

--------------------


~Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts~
Zitat von Søren Aabye Kierkegaard


Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
Helga
Mitglied (gehört zum Inventar)

Registriert: 22.07.2005
Beiträge: 1696
Wohnort: Steiermark
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: aLLaRa]
      #127349 - 09.06.2006 10:05


Liebe aLLaRa,

wie lange schreibst du bei einem Text in der Länge?

vielen, vielen Dank du super Fleißige.

schönen Tag und alles liebe Helga

Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
aLLaRa
Mitglied (fleißig dabei)

Registriert: 08.02.2006
Beiträge: 868
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: Helga]
      #127450 - 09.06.2006 23:26

Liebe Helga

Das Abtippen macht wirklich Spass und dabei bleibt viel bei mir hängen. Ich tippe meistens Lektion für Lektion oder Absatz für Absatz und dann mache ich eine kleine Pause oder beschäftige mich mit etwas anderem, später schreibe ich dann wieder ein bissl weiter und irgendwann ist dann alles fertig *smile* Ich kann nicht genau sagen, wie lange ich brauche, aber beim Tippen bin ich ziemlich flott. Außerdem sind die Themen immer soooo interessant, dass ich am liebsten Stunde um Stunde weiter schreiben würde, aber das wäre sicher ungesund.

Ich wünsche Dir und allen anderen ein wunderschönes Wochenende und ganz viel Sonnenschein!!!

Knuddel *aLLaRa*

--------------------


~Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts~
Zitat von Søren Aabye Kierkegaard


Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
aLLaRa
Mitglied (fleißig dabei)

Registriert: 08.02.2006
Beiträge: 868
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: aLLaRa]
      #127452 - 09.06.2006 23:28

Vielen Dank für die Grafiken, lieber Arnold

--------------------


~Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts~
Zitat von Søren Aabye Kierkegaard


Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
ArnoldModerator
Moderator

Registriert: 16.04.2005
Beiträge: 4867
Wohnort: Kirchseeon/München
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: aLLaRa]
      #127459 - 10.06.2006 00:38

Liebe aLLaRa,

Ich hätte es schon früher schaffen können, aber - schluck - ich habe Fussball WM geschaut...

Ich bin zwar nicht mehr ein Überfan, aber die Weltmeisterschaft ist doch etwas ganz besonderes und "nur" alle vier Jahre...

Heute bekam ich von einer Fee eine wunderschöne Orchidee!

So schöne Blumen habe ich schon immer geliebt,
wie gut das es solche Feen noch gibt!

So ein Geschenk vergess ich nicht,
daher schick ich ihr noch heute ganz viel Licht!

Alles liebe!

Arnold mit Rosi

Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
Helga
Mitglied (gehört zum Inventar)

Registriert: 22.07.2005
Beiträge: 1696
Wohnort: Steiermark
Re: Wirkung und Bewertung der Alterspunkt-Aspekte neu [Re: aLLaRa]
      #127472 - 10.06.2006 09:49

Liebe aLLaRa,

auch von mir ein schönes Wochenende.
Die Sonne zeigt sich leider nicht, na vielleicht wird es noch.

Den Text den du geschrieben hast gefällt mir deshalb so gut, weil er sehr gut zu meinem eigenen Radix passt.

schönes Wochenende und alles liebe für dich und deinen fleißigen Fingern.

helga

P.s. auch wünsche ich auch allen anderen Foris ein schönes Wochenende. Helga

Editiert von Helga (10.06.2006 09:54)

Extras: Beitrag drucken   Auf den Merkzettel   Moderator benachrichtigen  
Seiten in diesem Thema: 1


Statistiken
0 registrierte Benutzer und 0 Besucher in diesem Forum.

Moderator:  Hajo, Arnold, Su-Sphinx, Aquarius-Sophia 

Thema drucken

Rechte
      Sie können keine neuen Themen erstellen
      Sie können keine neuen Antworten erstellen
      HTML ist deaktiviert
      UBBCode ist aktiviert

Bewertung:
Thema gelesen: 6398

Bewerten Sie dieses Thema
 
Sprung zu

Kontakt | Datenschutzerklärung Homepage



UBB.threads™ 6.3.2