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  Interview: TAROT FÜR MANAGER
E L L E:

Oktober 1993

Hajo Banzhaf Die Zeiten, in denen sich nur weltfremde Spinner für Esoterik und spirituelle Wahrnehmung interessierten, sind längst vorbei. Einer der Wege, Antworten auf brennende Fragen zu bekommen, heißt Tarot. "Dieses Orakel hat die Aufgabe, Bewußtsein zu schaffen", erklärt Hajo Banzhaf, Deutschlands Tarot-Experte Nr. 1. Der ehemalige Vermögensverwalter und Banker (zuletzt Leiter der Auslandsabteilung der Thurn und Taxis Bank) kam durch eine Erkrankung mit Mythologie und Astrologie in Berührung, wenig später dann mit Tarot.
Der 44jährige gibt Seminare und hat mehrere sehr erfolgreiche Bücher über die Anwendung der Karten geschrieben.

E L L E: Was kann Tarot und was nicht?

Banzhaf: Tarot kann ein hervorragender Berater, ein Wegweiser, ein Instrument sein, um eine zukünftige Entwicklung zu erkennen. Tarot kann nicht die Telefon- nummer desjenigen nennen, um den es geht, es kann keine Namen angeben, ebensowenig sagen: Der verlorene Hund befindet sich im Stadtpark. Tarot spricht in Bildern und nicht in Worten.

E L L E: Wie kann das zufällige Ziehen der Karten irgend etwas über die Zukunft aussagen? Wie funktioniert es?

Banzhaf: Wir können dieses Phänomen nicht hinreichend erklären. Sicher ist, daß unser Unbewußtes ein anderes Verhältnis zu Raum und Zeit hat. Damit hat es Zugang zu Vorkommnissen diesseits und jenseits der Gegenwart. So wie unser Bewußtsein in Worten spricht, äußert sich das Unbewußte in der Sprache der Bilder. Die Tarotkarten stellen gleichsam das Alphabet dieser Bildersprache dar.

ELLE - Titel 10/93

E L L E: Was ist Tarot eigentlich?

Banzhaf: Das Spiel besteht seit der Zeit um 1600 aus 78 Karten. Sie teilen sich in zwei Hauptgruppen: einmal in die 22 Karten der Großen Arkana - das heißt: "Große Geheimnisse"-, und die 56 Karten der Kleinen Arkana. Dort finden sich vier Serien: die Stäbe, die Schwerter, die Kelche und die Münzen. Sie wurden zu den Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo in unseren heutigen Spielkarten.

ELLE: Was wissen Sie zur Geschichte der Karten zu sagen?

Banzhaf: Urkundlich werden sie zum erstenmal in Basel von einem Mönch, Bruder Johannes erwähnt: "Anno 1377 kam ein Spiel zu uns, das ein Kartenspiel genannt wird und das in wundersamer Weise den Zustand dieser Welt beschreibt. Doch woher es kommt, was man damit tut und wer es erfunden hat, ist mir unbekannt."
Karriere Interview
ELLE: Und wie verbreitet ist das Tarot?

Banzhaf: Es gibt eine riesige Tarot-Gemeinde in Deutschland. Jährlich werden über 350.000 Kartenspiele verkauft.

ELLE: Wenn sich nun ein frisch verliebter Mensch solch ein Tarotspiel zulegt - können die Karten sagen, ob seine Liebe Aussicht auf Erfolg hat?

Banzhaf: Ich sehe die große Stärke des Tarot in der Ratgeberfunktion. Seine Bilderwelt führt uns mögliche Tendenzen vor Augen. Bei der Frage:"Soll ich mich auf diesen Menschen einlassen oder nicht?" zeigen die Karten, ob ich dranbleiben soll.

ELLE: Die Karten sagen ganz konkret "ja" oder "nein"?

Banzhaf: So funktioniert Tarot nicht. Es zeigt, was passiert, wenn ich mich auf diesen Menschen einlasse - oder eben nicht. Es spiegelt unsere Möglichkeiten und voraussichtliche Entwicklungen wider und überläßt es dem Fragenden, seine Schlüsse daraus zu ziehen.

ELLE: Wer die Karten deutet, muß also diese Sprache entziffern können - indem er in den entsprechenden Büchern nachliest. Können die Tarotkarten nicht einfach völlig falsche Auskünfte geben?

Banzhaf: Einer der Hauptgründe für Fehlinformationen liegt darin, daß die fragende Person zum Zeitpunkt der Befragung entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt war. In diesem Fall wäre es in der Tat klüger, sich von jemand anderem die Karten ziehen und deuten zu lassen. Entspanntheit und Distanz sind entscheidende Voraussetzungen.

ELLE: Werden die Karten vorwiegend in Herzensdingen oder bei Berufsfragen angewendet?

Banzhaf: Das kommt auf den Rahmen an. In meinen Seminaren oder Vorträgen betreffen neun von zehn Fragen den Beruf, unter vier Augen dagegen die Liebe.

ELLE: Interessieren sich Männer und Frauen gleichermaßen für beide Themenbereiche?

Banzhaf: Ja, obgleich die Affinität zum Tarot ausgeprägt weiblich ist.

ELLE: Welche Männer interessieren sich für Tarot?

Banzhaf: Generell die, die gesellschaftliche Vorteile ignorieren. Ich habe Männer beraten, die sehr weiblich wirken, aber auch Manager in knallharten Führungspositionen, bei denen man es also keinesfalls erwarten würde.

ELLE: Welche Fragen stellen Managerinnen oder Manager?

Banzhaf: Beispielsweise zum nächsten Karriereschritt: "Ich habe eine gute Position und mir wird eine andere geboten. Soll ich annehmen?" Es gibt auch mittelständische Unternehmen, die den Ratschlag der Karten bei wichtigen Personalentscheidungen oder Strategiefragen in Anspruch nehmen.

ELLE: Ist es nicht fahrlässig, derart weitreichende Entscheidungen in die Hände von Orakeln zu legen?

Banzhaf: Sie ziehen den Ratschlag des Orakels nur hinzu. So wie sie auch andere Berater - Personalfachleute, Anwälte, Psychologen - befragen, um sich ihre Meinung zu bilden. Diese Leute wissen, daß Tarot ein guter Diener, aber ein schlechter Herr ist.

ELLE: Gibt es beim Tarot irgendeine Erfolgskontrolle?

Banzhaf: Zum einen kann ich verfolgen, wie die Karten mir selbst über viele Jahre ein zuverlässiger Begleiter waren. Und: Die Menschen, die meinen Rat gesucht haben, kommen mit sehr hoher Regelmäßigkeit wieder.

ELLE: Was war die exotischste Beratungssituation, die Sie je hatten?

Banzhaf: Ich kann natürlich keine Namen nennen, aber die ausgefallenste Situation war die Beratung des Harems eines arabischen Scheichs. Ich wurde in einen streng bewachten Trakt des "Vier Jahreszeiten" gebeten. Das war spannend.

ELLE: Was wollten die Damen von Ihnen wissen?

Banzhaf: Sie haben keine Fragen gestellt. Ich konnte sie nicht erkennen, denn sie waren voll verschleiert. Ich sollte aufgrund der Kartensituation einfach erzählen, was ihnen gerade bevorstand. Das wurde von einer arabischen Dolmetscherin in Tausend-und-eine-Nacht-Geschichten übersetzt. Ich merkte, daß sie aus einem Satz von mir mindestens fünf machte. Erst in der dritten Sitzung kam die Hauptfrau des Scheichs ohne Schleier. Sie sprach dann sehr offen: Sie hatte in diesem Scheichtum beachtliche Industrieprojekte aufgebaut; es ging fast ausschließlich um Managementfragen, aber auch um Gleichberechtigung in ihrer Ehe.

ELLE: "Der Weg" und "Der nächste Schritt" heißen zwei Ihrer Bücher. Wohin führen Sie die Leser?

Banzhaf: Die typischen Fragen heißen ja immer: "Was kann ich tun, um ... glücklich zu werden, den Traummann kennenzulernen, mein Konto zu sanieren, in München eine Wohnung zu finden...?" Während "Der Weg" generell die Richtung weist, zeigt "Der nächste Schritt", was jetzt zu tun ist. Diese Legeart ist umfassend anzuwenden, wann immer man in einer vertrackten Situation steckt und wissen will: "Wie komme ich da raus?" Durch das Tarot bekommt man keine endgültige Lösungen präsentiert.
Es zeigt vielmehr, was in dieser konkreten Situation wichtig ist und wohin der nächste Schritt führt. Ist der dann vollzogen, legt man die Karten neu, bis man so Schritt für Schritt die Krise gemeistert hat...

ELLE: ...und irgendwann abhängig ist vom Rat der Karten?

Banzhaf: Nein, diese Sucht ist die einzige, die von selbst aufhört. Legt man Karten zu häufig, verwässert sich die Aussage bis zur Bedeutungslosigkeit. Damit erlahmt das Interesse.

ELLE: Gibt es Leute, die in einem Kartenhaus aus Orakeln leben?

Banzhaf: Lassen Sie mich durch ein Zitat antworten: "Eine Speisekarte ist zwar sehr hilfreich", sagt Allan Watts, "sie ersetzt aber nicht das Hauptmenü." Karten legen anstatt zu leben - das ist natürlich Unsinn. Manche Leute wollen aus dem Tarot eine Antwort entnehmen, die ihnen Sicherheit gibt. Mehr Sicherheit, als das Leben selbst. Das ist natürlich nicht die Aufgabe der Karten.

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