Besucher auf www.tarot.de:
seit 97 78.559.151 online 42 
heute 2429 gestern 7426
Sonntag den 24. Juni 2018 10:37 Uhr
englisch holländisch spanisch portugiesisch französisch italienisch ungarisch rumänisch tschechisch türkisch griechisch russisch dänisch hebräisch bulgarisch estisch chinesisch polnisch
  Themenübersicht
   Tarot Experten
   Vorträge
   Astrologieschule
   Tarotschule
   Artikel
   Interviews
   FAQs Tarot
   Legesysteme
   Kartenbedeutung
   Persönliche Karten
   Tarot-Karten-Grüße
   Tarot+Astro-Forum
   Forum-Archiv
   Kartenlegen (alt)
   Kartenlegen (neu)
   Die Tageskarte
   Tarot readings
   Horoskope/Noeastro
   Astrologielexikon
   Tarotlexikon
   4-Elemente-Test
   Beratung
   Hajo Banzhaf
   Brigitte Theler
   Links
   Spruch des Tages
 


 
  Artikel

&

Wenn dem Sternbild Waage die Tarotkarte Gerechtigkeit zugeordnet wird, nachdem in der zurckliegenden Folge das Sternbild Jungfrau mit dieser Karte in Verbindung gebracht wurde, so liegt hier dennoch keine Verwechslung vor. Offensichtlich wurden in der alten Zeit viele Waagequalitten mit der Jungfrau in Verbindung gebracht, deren Gerechtigkeitsaspekt wir das letzte mal in der Gttin Dike (Astrea) sahen. Aber auch das Venusprinzip, das wir heute der Waage zusprechen sah man in babylonischen Tagen von der himmlischen Jungfrau verkrpert. Als Inanna oder Ischtar war sie die Herrin des Groen Obens, die himmlische Jungfrau - oder auch die himmlische Hure - die ihre Wohnstatt dort hatte, wo das Licht aufgeht - eben als der Morgenstern Venus.

Waage ist das jngste Zeichen des Zodiaks, das aus den Scheren des ursprnglich
doppelt so groen Skorpions hervorging, und es gibt guten Grund zu der Annahme, da anllich der Einfhrung dieses Zeichens im Jahre 2500 v.Chr. das Gilgamesch Epos komponiert wurde, das die Himmelsereignisse jenes Jahres beschreibt. Damals - so scheint es - behielt die Jungfrau die hre (die Plejaden) als Zeichen der Ernte, mute aber Schnheit, Anmut, Friedfertigkeit und Gerechtigkeit an ihre neue Nachbarin abgeben. Auf der Tarotkarte sehen wir sie in der Haltung der spteren Justitia jedoch noch ohne deren Augentuch. Das Gleichgewicht der Krfte kommt in der Karte durch die Ausgewogenheit der Prinzipien Mars und Venus zum Ausdruck: dem Schwert (Mars) entspricht die Waage (Venus), dem roten (Mars) Gewand die smaragdgrne (Venus) Borte. Ohne einen Zusammenhang hineingeheimnissen zu wollen ist es interessant zu sehen, da auf der Tarotkarte die rechte, bewute Seite dadurch betont wird, da Dike den rechten Fu hervor schiebt. Zugleich ist Waage das einzige Tierkreiszeichen, das nicht in der Frhzeit intuitiv geschaut, sondern spter bewut eingesetzt wurde.

Eine weitere Karte, die das Waagethema aufgreift ist die Zwei Stbe. Sie zeigt einen Mann mit Weltkugel, der zwischen zwei Stben steht. Waite, der geistige Vater dieses Motivs, verweist dabei auf die Traurigkeit Alexanders des Groen. Von ihm berichtet die berlieferung, da er - nachdem er mit 25 Jahren die gesamte damals bekannte Welt erobert hatte - traurig (depressiv) wurde, wohl weil er nichts mehr zu tun hatte. So steht die Karte fr jemanden, der zwischen zwei Polen steht, ohne sich fr einen entscheiden zu knnen. Wie bei zwei auseinander gelegten Brennscheiten erlischt dabei das (Lebens-) Feuer. Damit steht die Karte fr die bekannte Entscheidungsschwche der Waage, fr mangelndes Engagement, und im gnstigen Fall fr angemessene Neutralitt.

Zwischen den Scheren des Skorpions, dem die Karten 13 (Tod) und 15 (Teufel) entsprechen, steht als weiteres Waagethema die Karte 14;

Die Migkeit. Sie verkrpert Ausgewogenheit, Harmonie und den rechten Mittelweg, der aber nicht als selbstgefllig-hochnsiger Verzicht auf Lebendigkeit miverstanden werden darf. Tod bedeutet Abschied und vlligen Verzicht, Teufel dagegen Unma. Tarot stellt die Migkeit genau zwischen die beiden und besagt damit, da das rechte Ma bedeutet: auf nichts zu verzichten, aber auch nirgends hngen zu bleiben.
Die Regenerationskraft des Skorpions - und die entsprechenden Tunnelerfahrungen - zeigt die Karte Tod dadurch, da die Bewegung des Todes (Reiter, Flu mit Totenboot, Wind) nach rechts, nach Osten, zum Sonnenaufgang - und damit zum neuen Leben - fhrt, whrend die Menschen in die andere Richtung schauen und deshalb im schwarzen Tod nur das vllige Ende aller Dinge erblicken knnen.

Die dunkle Seite des Skorpions, also sein archetypischer Schatten als Schwarzmagier, der seine auerordentlich starken Seelenkrfte zur Befriedigung von Machtgelsten oder zur Schaffung von Abhngigkeiten mibraucht, ist ein Aspekt der Karte Der Teufel. Die lichte Entsprechung dieses Archetyps, der heilsame Einsatz der Seelenkrfte zum Wohle anderer, gehrt zur Karte Der Magier.

Quelle: Astrologie Heute Magazin Nr. 45 - Oktober/November 1993

Abb. Rider-Waite® Tarot: © US Games & AGM, www.koenigsfurt-urania.com

[zurück]   [ drucken]   [Seitenanfang]

Copyright: 1997-2013 | AstroTV]