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Dienstag den 11. Dezember 2018 20:18 Uhr
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Die 22 Karten der Groen Arkana erzhlen uns in einem Bilderzyklus, die Geschichte von der Reise des Helden als eine Parabel vom Lebensweg des Menschen. Dabei sind die einzelnen Stationen mit dem Lauf der Sonne vergleichbar. Ihre Reise ber den Tageshimmel entspricht der Bewutwerdung des Menschen, die in den einstelligen Karten 1 bis 9 (Magier bis Eremit) zum Ausdruck kommt, whrend die Karten 10 bis 18 (Schicksalsrad bis Mond) die Reise durch die Nacht erzhlen, bei der es vor allem um die Integration des Schattens geht.

Dem Mittagsstand der Sonne und damit dem hchsten Glck auf dem Weg der Bewutwerdung entspricht die Karte 6 die Liebenden. Ihr gegenber liegt die Karte 15 der Teufel, die dem tiefsten Stand der Sonne zu Mitternacht entspricht. In diesen beiden Karten, die miteinander auch durch die Quersumme ( 6 und 15) verbunden sind, spiegeln sich die zwei Seiten der Venus. Zeigen uns die Liebenden reine Liebe und hchste Glck, so verkrpert der Teufel die leidenschaftliche Verstrickung als den dunklen Gegenpol.

Diese Polaritt kommt auch in den Kartenmotiven zum Ausdruck. In beiden Fllen sehen wir Adam und Eva. Als die Liebenden stehen sie vor dem Sndenfall nackt und unschuldig unter dem Segen des Erzengels Raphaels, der als Beschtzer des Lebensbaums und als Heiler der Erde und der Menschen gilt, aber auch als Fhrer durch die Unterwelt und als Bezwinger des dunklen Engels Asael. Die Teufelskarte dagegen zeigt uns die beiden in Ketten gebunden unter der Herrschaft des Teufels, dessen Ziegenhaftigkeit unter anderem Ausdruck von Lsternheit ist. Adam und Eva haben ihre Unschuld verloren und bedecken sich deshalb mit einem Feigenblatt.

Da diese beiden Karten zusammengehren und damit die beiden Pole einer Ganzheit bilden ist so schwer zu fassen. Wieviel leichter wre es das Venusthema nach bewhrtem Muster zu spalten, sich selbst mit der lichten Seite der Liebenden zu identifizieren und die dunkel Seite zur Hlle zu jagen, sprich: auf andere zu projizieren. Stattdessen aber zeigt uns Tarot - ebenso wie die mythischen Bilder - da beide Seite zusammengehren. Das besagt, da sich selbst dort, wo wir aus vollem Herzen lieben und glauben nur aus den reinsten Motiven zu handeln ein dunkler Gegenpol bildet, der eiskalt, gierig und machtbesessen ist und Abhngikeiten herstellen will. Je mehr wir diesen Pol verdrngen, umso leichter wird er wachsen und seinen Tribut verlangen. Aber auch die unmgekehrte Perspektive gilt, derzufolge Ha oder eiskalte Lsternheit bis zu uerster Unertrglichkeit verhrtete Liebe ist, davon aber stets noch einen Funken in sich hat. (Dies ist brigens auch die Botschaft die im Mythos von der Geburt der Venus liegt. Sie, die Schaumgeborene tauchte auf, nachdem das Wasser die abgeschnittenen Geschlechtsteile des Uranus auflst hatte, die zuvor Ausdruck eben dieser eiskalten Lsternheit und des Hasses waren.)
Wie schwer es ist, diese beiden Pole als zusammengehrig zu betrachten, kommt in den berhmten Worten zum Ausdruck, die Faust zu Wagner sagt:

Du bist dir nur des einen Triebs bewut,
O lerne nie den andern kennen!
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen.

Quelle: Astrologie Heute Magazin Nr. 51 – Oktober/November 1994

Abb. Rider-Waite® Tarot: © US Games & AGM, www.koenigsfurt-urania.com

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