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Innerhalb der 22 Karten der Groen Arkana sind die letzten beiden Karten, die sich durch einfache Quersummenbildung verbinden der Eremit (IX) und der Mond (XVIII). In diesen Karten begegnen uns zwei Gesichtern von Saturn. Zeigt uns der Eremit die lichte Seite in Form von Reife, Ernst und Weisheit, so spiegelt der Mond die Saturns schwierige Aspekte in Form von Unsicherheit, ngsten und Irritationen.

Betrachtet man die 22 Groen Arkana als eine fortlaufende Geschichte, die uns die Reise des Helden erzhlt, dann findet man in den einstelligen Karten, den Weg der Bewutwerdung, wohingegen die damit jeweils durch Quersummenbildung verbundenen zweistelligen Karten die Reise durch die Nacht, durch das Unbewute bebildern. Saturn nun steht als Hter der Schwelle am Ende beider Streckenabschnitte. Als Eremit verkrpert er die Frucht der Bewutwerdung, die darin liegt, da wir erkennen, wer wir wirklich sind. Oder, um es in der Sprache der Mrchen und Mythen auszudrcken, da wir unseren wahren Namen erfahren, den wir nie wieder vergessen noch verleugnen drfen.
Der Eremit bedeutet ferner, da wir uns abschirmen vor Fremdeinflssen (symbolisiert durch die Kapuze) und uns selbst treu bleiben. Die Eiseshhe auf der wir ihn antreffen bringt zum Ausdruck, da in diesem Wissen und dieser Haltung die hchste Erkenntnis, die Frucht der Bewutwerdung liegt.

Demgegenber steht der Mond fr das tiefste Ausloten der inneren Rume und fr die schwierigen Gratwanderungen auf der Reise durch die Nacht. Ein schmaler Weg fhrt zu den zwei grauen Trmen, die erstmals auf der Karte Tod zu sehen waren. Es sind die Vorboten des himmlischen Jerusalems, Sinnbild des hchsterreichbaren Guts. Der Weg dorthin ist schwierig. Der Mond hat sich vor die Sonne geschoben und das Licht verdunkelt (=Sonnenfinsternis), der Weg selbst wird von einem Hund und einem Wolf bewacht. Whrend der Hund (wie schon auf der Karte des Narren) fr die freundlichen und hilfreichen Krfte der Instinkte steht, verkrpert der Wolf deren gefhrliche und vernichtende Seite. Diese schwierige Passage, die hier zu meistern ist, ist die Rckkehr, die Rckkehr zum Licht. Das ist in allen Heldenerzhlungen der gefhrlichste Augenblick. Genau hier sind die meisten Helden fast oder ganz gescheitert. Das ist der Augenblick in dem Orpheus seine Eurideke fr immer verlor, in dem Frau Lot zur Salzsule erstarrte, in dem Psyche bewutlos umfiel, nachdem sie die Puderdose der Persephone geffnet hatte. Um diesen schwierigen Weg zu gehen, um zwischen hilfreichen und gefhrlichen Instinkten zu unterscheiden, bedarf es des Seelenfhrers, der sich - wie wir gesehen haben - im Engel der Karte Migkeit (XIV) verbirgt.

Enge und Angst, beide Worte sind aus derselben Wurzel hervorgegangen, beides sind Saturnerfahrungen. Denn die Schwelle, die Saturn htet, ist die Schwelle der Angst. Hinter hier liegt Neuland, hinter ihr liegen die bereicherndsten Erfahrungen berhaupt. Deshalb darf die Mondkarte, die fr diese Angstschwelle steht, nicht als schlechte Karte angesehen werden oder gar als ein Hinweis, etwas nicht zu tun. Im Gegenteil: oftmals ist sie eine Aufforderung, sich nicht beirren zu lassen, sondern den Weg der Angst zu gehen und sich dabei der weisen Fhrung des Seelenfhrers, der inneren Stimme anzuvertrauen.

Der Krebs auf dieser Karte kann als ein Hinweis verstanden werden, da hier der Wendekreis des Krebses erreicht ist, wohingegen der Eremit ber seine Saturn/Steinbock Entsprechung als der Wendekreis des Steinbocks angesehen werden kann. An beiden Punkten mu die Sonne, das himmlische Vorbild aller Heldengeschichten umkehren. Begann mit den zweistelligen Karten nach dem Eremiten die Reise durch die Nacht, geht es nun beim Mond um das Auftauchen aus den Wassern der Tiefe und um die Rckkehr zum Licht. Die verbleibenden drei Karten, die sich ber ihre Quersumme nicht mehr einfach mit den einstelligen Karten verbinden lassen sind die Frucht, die demjenigen winkt, der beide Streckenabschnitte durchlaufen hat. Sie stehen fr die Vershnung = Sonne (XIX), die Erlsung = Gericht (XX) und fr das wiedergefundene Paradies = die Welt (XXI).

Da sich die neueren Planeten Uranus, Neptun und Pluto nicht so einleuchtend aus der ltesten Geschichte der Welt ablesen lassen, endet mit dieser Folge die Reise des Helden durch den Sternenhimmel und durch die Tarotkarten.

Quelle: Astrologie Heute Magazin Nr. 55 – Juni/Juli 1995

Abb. Rider-Waite® Tarot: © US Games & AGM, www.koenigsfurt-urania.com

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